Transamerica (2005)
Transamerica (2005)
Oder: Der Weg ist das Ziel
Der Transsexuelle Stanley (Felicity Huffman) ist schon fast fertig umgebaut. Das Silikon ist implantiert, der Kleiderschrank voller Deux-Pièces und an der Perfektion einer weiblichen Stimme arbeitet er per Do-it-yourself-Videokurs. Als jedoch ein Gefängniswärter aus dem fernen New York ihm am Telefon etwas von einer Kaution für seinen Sohn schwafelt, gerät der allerletzte Mosaikstein der Umwandlung in eine perfekte Frau namens Bree in Gefahr. Für die in wenigen Tagen geplante operative Geschlechtsumwandlung braucht Bree das schriftliche Okay ihrer Psychiaterin (Elizabeth Peña). Das gibt diese aber nur, wenn Bree sich ihrem bisher unbekannten Sohn vorgestellt hat. Es bleibt ihr also nichts anderes übrig, als sich nach New York zu begeben, um diesen Toby (Kevin Zegers) genauer kennen zu lernen.
Toby ist ein Stricher, der den Drogen nicht abgeneigt ist. Seine Kaution beträgt nur einen Dollar. Soviel Geld kann auch Bree noch aufbringen. Ihrem Sohn zu sagen, dass sein Vater vor ihm steht, schafft sie aber nicht. Sie gibt sich als Seelsorgerin aus und reist mit ihm in einem klapprigen Auto quer durch die USA zurück nach L.A. Auf der Fahrt will Bree Toby bei seinem Stiefvater in Kentucky abliefern. Doch ersten kommt es anders, und zweitens als man denkt.
DVD-Rating
Sie ist verheiratet mit Kultschauspieler William H. Macy, macht TV-Karriere als eine der Desperate Housewives und holte sich 2006 eine Oscarnomination für ihre hervorragende Darstellung der Transsexuellen Bree ab. Jawohl, Felicity Huffman ist oben angekommen. Während sich Co-Stars der TV-Serie in Modezeitschriften finden und langsam ihre Kinokarriere planen (The Sentinel), fräst die Frau, die schon im Oscarnominierten Magnolia Auftritte hatte, direkt in Richtung Spitze.
Transamerica ist eine nette Geschichte über einen Mann, der keiner mehr ist, seinen "verlorenen" Sohn und die Annäherung beider Charaktere. Angereichert mit Lug, Trug, Drama, viel Herz und schönen Bildern wird dem Zuschauer eine schöne Geschichte präsentiert, die anfänglich keine Chance auf ein Happy-End hat, sich aber dann richtig gut entwickelt und vor allem von den Darstellern lebt.
Felicity Huffman hat ihre Oscarnomination mehr als verdient. Sie musste sich (eigentlich schade!) Reese Witherspoon aus Walk the Line geschlagen geben. Ihre Performance in Transamerica ist Klasse und trägt eigentlich den ganzen Film. Ihr Filmpartner Kevin Zegers hat leider das Problem, dass seine Figur von Anfang an recht unsympathisch daherkommt und sich der Zuschauer bald mal auf Brees Seite schlägt. Das Zusammenspiel der beiden, die erst nach und nach fühlen, dass sie sich nicht fremd sind, funktioniert sehr gut.
Fazit: Transamerica braucht ein bisschen Zeit, um in die Gänge zu kommen und ist auch danach recht langsam in Erzählung und Aktionen. Das passt aber gut zur Geschichte und lässt den Figuren Zeit, sich ein wenig Tiefe zu schaffen. Die Ankunft in Brees Elternhaus ist der Höhepunkt des Films. Dort gehts recht unterhaltend zur Sache.
Das Hauptaugenmerk der DVD-Features liegt auf den Interviews und dem Audiokommentar, wobei die Ersteren natürlich aus Schwärmereien für Darsteller, Drehbuchautoren und den Regisseur bestehen. Aber man sieht Felicity Huffman mal "privat". Die Outtakes sind kaum witzig, dafür zeigt Dolly Parton, was ein lüpfiges Lied ist. Praktischerweise gibts das Making-Of des Oscarnominierten Musikvideos auch grad dazu. Eine Trailershow rundet das passable Angebot ab, das wie der Film selber in Bild und Ton solide Qualität liefert und auch in den stillen Momenten keine grossen Schwäche zeigt.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 02.11.2006
- Bildformat: 1.78:1 (16:9 anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
- Extras: Audiokommentar, Musikvideo, Making-Of Musikvideo, Interviews, Trailershow, Bildergalerie, Cast&Crew


