Thank You for Smoking (2005)
Thank You for Smoking (2005)
Oder: Auch für Nichtraucher geeignet
Der blonde, gutaussehende Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist der Pressesprecher von Big Tobacco und zeigt keinerlei Skrupel die Leute via TV auf den Geschmack der Zigarette zu bringen. Denn Rauchen ist nicht etwa schädlich, nein. Im Gegenteil: es ist geradezu gesundheitsfördernd!
Nick trifft sich regelmässig mit dem M.O.D. Squad, den Genossen der "Merchants of Death", welche die Alkohollobby vertreten. Aber auch mit Bobby Jay Bliss (David Koechner, der sich für Schusswaffen einsetzt, gibt's die eine oder andere Runde, in der diskutiert wird, wer denn jetzt den schwierigeren Job habe, das Volk vom ausschliesslich positiven Nutzen der jeweligen Gegenstände zu überzeugen.
Betäuber Nicks neuster Auftrag besteht darin, den Anti-Raucher und Senator von Vermont, Ortolan Finistirre (William H. Macy), irgendwie von seinem Vorhaben abzuhalten, ein Gebot zur Platzierung von Totenköpfen auf Zigarettenschachteln durchzubringen. Zudem soll Nick in Hollywood einen Deal mit dem Agenten Jeff Megall (Rob Love vereinbaren, damit mehr Hollywoodstars in ihren Filmen rauchend zu sehen sind - wie in den guten alten Zeiten...
Dritter und mehr persönlicher Task von Naylor ist, die Beziehung zu seinem Sohn Joey (Cameron Bright) zu verbessern und seinen Job in positives Licht zu stellen. Ein wirklich grosser Haufen Zigaretten, die's zu qualmen gilt...
DVD-Rating
Mir ist er ein bisschen zu zahm, der Film, und das trotz dem teils waghalsigen, pechschwarzen Humor und der Cleverness, die er immer wieder zu versprühen versteht. Vielleicht habe ich auch eine noch bösere Abrechnung mit dem Lobbytum erwartet, aber irgendwie kamen mir die Anzugsträger so bekannt vor als wie wenn ich eine Folge "Arena" mit SVP-Politikern schauen würde. Freiheit! Freiheitsentzug! Populismus und ein verachtendes, so falsche Lächeln auf den Lippen! Okay, treffend umgesetzt.
Sicher, Thank You for Smoking ist entlarvend, satirisch und bitterböse und ja, grundsätzlich ist niemand wirklich gutartig, jeder verfolgt sein Ziel mit hinterhältigen Waffen. Und wer ehrlich ist, der verliert sowieso. Aber das wissen wir irgendwie schon lange, Bekanntschaft damit hat doch jeder schon mal gemacht (ansonsten: get a life!). So ist der Film irgendwie eine Aufwärmung der Wahrheit, die wir so gerne verschweigen oder einfach nicht sehen wollen (Scheuklappendenken eben).
Köstliche Ideen hat Thank You for Smoking einige: Das Treffen der Lobbysprecher am Dreiertisch etwa, der schmierig-egozentrische Hollywoodagent (wunderbar schmalzig gespielt von Rob Lowe) oder der an Wahlkampf denkende Politiker als Ritter des Guten. Immerhin bleibt Thank You for Smoking während den 92 Minuten seiner Linie treu und einen der coolsten Main Credits hat der Film sowieso.
Fazit: Spritzig und gut gespielt (mit Ausnahme der wiedermal langweiligen Katie Holmes), manchmal uramerikanisch und dann und wann doch zu trivial.
Extras: Ausser einem witzigen 5-Minuten-Featurette nichts erwähnenswertes. Bedauerlicherweise fehlen wieder einmal viele der Extras, die auf der US-DVD zu finden sind. Bild und Ton sind für einen Film dieser Art, unabhängige Produktion, vergleichsweise geringes Budget (erstaunlicherweise in 2.40:1 gedreht), äusserst gelungen.
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4.9 Sterne (88 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 12.02.2007
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Französisch, Holländisch
- Extras: Trailer; Featurette "America living in spin"




