Syriana (2005)
Syriana (2005)
Am meisten an der diesjährigen Oscarverleihung hat mich die Auszeichnung für George Clooney für seine Nebenrolle in Syriana gefreut, seine Dankesrede war etwas vom feinsten dieser hollywoodianischen Selbstbeweihräucherung seit langem. Auch der Komponist, Alexandre Desplat, hat sich etabliert in Hollywood. Er schreibt Score um Score und hat nun mit Syriana das Glück einen von Kritikern angesehenen Film vertont zu haben.
Desplats Syriana ist eine stille, kleine Musik, mit kurzen Akzenten, das Hauptgewicht vor allem auf die Atmosphäre legend. Dementsprechend schwierig ist die Musik als Hörerlebnis. Thematisch präsentiert uns Desplat hier wirklich nicht viel, die Charaktere werden viel mehr durch Stimmungslagen unterstützt. Keine hochemotionalen Aufschwünge und vordergründig platziertes "das Böse" oder "das Gute", keine überscorten Actionelemente. Er verwendet das Duduk und andere nahöstliche Instrumente um dem ethnischen Flair Tribut zu zollen. Eines der auffälligeren Stücke ist Beirut Taxi mit seinen vorantreibenden Rhythmen.
Sonst aber ist mir die Musik zu ruhig, zu verhalten, zu einfach in ihrere Wirkung, abgegrenzt vom Film. Es ist eben ein Filmscore, der zum Film gehört und dort seine Aufgabe erfüllt, als CD aber kaum ein Erlebnis darstellt, keine Spuren hinterlässt. So ist denn allen Desplat-Anfängern doch eher zu melodischem à la The Girl with the Pearl Earring oder standhaftem wie Hostage als Erstberührung zu raten. Syriana ist als Score eher für die Fans des zweifellos hervorragenden Filmes gedacht. Ich bin nun gespannt, was Desplat mit Firewall so anstellen wird.
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