Eleven Men Out - Strákarnir Okkar (2005)

11 Men Out

Eleven Men Out - Strákarnir Okkar (2005) 11 Men Out

Oder: Doppelt exotisch: Schwul und isländisch

Eleven Men Out - Strákarnir Okkar

Gays habens glatt

Der arrogante Óttar (Björn Hynur Haraldsson) ist der Star beim isländischen Spitzenclub KR. Als er während eines Interviews in der Garderobe merkt, dass sein Gesicht nicht auf die Titelseite genommen wird, verrät er der verdutzten Journalistin von seiner Homosexualität. Das Coming-Out bringt ihn dann zwar aufs Heftlicover, aber sein Umfeld hätte wäre gerne im vornherein eingeweiht worden. Die Ex-Frau hat sowieso schon ein Alkproblem und der Sohn mit der Pubertät genug Sorgen.

Eleven Men Out - Strákarnir Okkar

"Damals wusste ich es noch nicht."

Mit seiner sexuellen Orientierung kommen auch die Mannschaftskollegen bei KR nicht ganz klar. Óttars Platz im Team ist plötzlich nur noch die Ersatzbank, und er verlässt kurz darauf den Club. Bei einer Amateurmannschaft, die schon ein paar Schwule im Team hat, findet er "Rückendeckung". Bald werden es noch ein paar mehr, die von der Publicity, die der neue Spitzenspieler bringt, angelockt werden und das Team entwickelt sich zum Phänomen in der Tschüttelerszene. Die KR-Manager möchten ihren Schlüsselspieler bald einmal zurück haben...


Kinofilm-Rating

Erstmal vorne weg. Das aus Rache gebildete Fussballteam aus Schwulen, das es den verknorzten ehemaligen Mannschaftskollegen zeigen will, verbindet den isländischen Film plotmässig schon ziemlich stark mit der deutschen Produktion Männer wie wir. Die filmischen Schlussresultate sind aber trotz der gleichen Spielstrategie nicht miteinander zu vergleichen. Die Deutschen machten daraus eine ziemlich klamaukige Komödie. Die Isländer packten ein bisschen mehr Coming-Out Realismus und Sozialkritik in ihre Version. Besser gesagt, sie versuchten es.

Das heisst aber nicht, dass es in Strákarnir Okkar überhaupt keine lustigen Szenen hat. Wie in den Sitzungen des Isländischen Fussballverbandes auf die "Tuntentruppe" reagiert wird, ist köstlich. Nicht nur in der Wahl des Spieltages des alles entscheidenden Spiels, das genau an dem Tag ausgetragen werden soll, als in Reykjavík der Christopher Street Day gefeiert wird, zeigt die Rückständigkeit des Gremiums. Das Schwulenteam aus der Hauptstadt muss auch bei den Ligaspielen in der Provinz ziemlich unten durch. Sie gewinnen meist Forfait, weil der Gegner gar nicht erst antritt. Doch so richtig gepackt wird man von der Handlung nie. Tschuttiszenen gibt's viel weniger als solche aus Duschräumen. Netterweise sind die isländischen Frauen in diesem Film alle ziemlich heiss. So haben auch die Heti-Männer etwas von dem Film, die dem muskulösen Mannsbild von einem nervigen Hauptdarsteller nichts abgewinnen können.

3.0 Sterne
3.0 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.52.5
14.04.2006 / rm