Sommer vorm Balkon (2005)

Sommer vorm Balkon (2005)

Oder: Ein Tag wie jeder andere.

Sommer vorm Balkon

Na dann wollen wir mal lausen...

Geschieden, arbeitslos und voller Angst dem eigenen Sohn nichts bieten zu können. Es läuft nicht grade gut für Katrin (Inka Friedrich). Das Einzige, was sie einigermassen bei Laune hält, ist ihre Freundin Nike (Nadja Uhl) und ihr Balkon. Dort verbringen die beiden ihre Abende in Gesellschaft von Wodka und Telefonstreichen beim Apotheker gegenüber.

Das Leben der zwei Freundinnen ändert sich, als sie Ronald (Andreas Schmidt) kennen lernen. Er überfährt Katrin beinah mit seinem 40-Tonner. Während sie ihn als ihren potentiellen Mörder ansieht, sieht Nike in ihm das potentielle Ende ihres Singledasein. Nach ein paar Tagen und ein paar mehr als eindeutigen Gesten von Nike kommen sich die beiden näher.

Sommer vorm Balkon

Bin fertig, lass uns zum Ball gehen...

Mit dem Einzug von Ronald bei Nike beginnen die Probleme. Plötzlich ist keine Zeit mehr für die gemütlichen Alkoholexzesse auf dem Balkon und Katrin fühlt sich allein gelassen. Eines Abends, immer noch deprimiert vor lauter Einsamkeit und Arbeitslosigkeit, versucht Katrin ihren Ärger in Alkohol zu ertränken. Der Abend endet für sie, nach einer versuchten Vergewaltigung, in der Psychiatrie. Auch bei Nike beginnt langsam an ihrer Beziehung mit Roland zu zweifeln.


DVD-Rating

Regisseur Andreas Dresen hat bei Sommer vorm Balkon viel Wert auf originelle Nebendarsteller gelegt. Das ist auch gut so, denn die Geschichte ist sehr alltäglich. Die eine Frau beginnt eine Beziehung, während ihre Freundin langsam aber sicher in die Midlife-Crisis abrutscht. Was fehlt ist die Besonderheit, das gewisse Etwas. Das, was die Geschichte erzählenswert macht. Es ist ein Film bei dem man sich nachher lange fragt, ob man ihn jetzt mag oder nicht. Das ist kein gutes Zeichen.

Natürlich hat der Film seine Höhepunkte. Die Nebendarsteller habe ich schon erwähnt. Ausserdem gibt es noch ein paar sehr schöne Einstellungen und der Soundtrack ist auch gut. Die Lieder, bei denen es sich meistens um alte deutsche Schlager handelt, sind perfekt auf die einzelnen Szenen abgestimmt. Aber all das reicht leider nicht um die Schwächen der Handlung zu kaschieren.

Die Extras bieten auch nichts Aussergewöhnliches. Der Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor befasst sich vor allem mit filmischen Handwerksanleitungen wie Dramaturgie und Filmsprache. Was für Hobbyregisseure durchaus interessant sein kann, ist für den Ottonormalzuschauer relativ schnell ermüdend. Die entfernten Szenen sind, ebenso wie die Biografien von Cast und Crew, sehr ausführlich. Dazu gibt es noch ein Making Of und ein paar Outtakes. Insgesamt schaffen es die Extras aber ebenso wenig wie der Film, den Geruch der Mittelmässigkeit abzuschütteln.

4.5 Sterne 3.0 Sterne
4.5 Sterne (18 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
08.09.2006 / sknepp


DVD-Infos

DVD erschienen am 18.08.2006

  • Bildformat: Widescreen 1.66:1 (Anamorphisch)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Französisch, Spanisch
  • Extras: Making of, Outtakes, Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor, nicht verwendete Szenen (kommentiert), Biographien von Cast und Crew.