Skeleton Key (2005)
Der verbotene Schlüssel
Skeleton Key (2005) Der verbotene Schlüssel
Oder: *hex hex*
Der Tod ist allgegenwärtig im Leben von Caroline Ellis (Kate Hudson). Sie arbeitet in einem Hospiz und begleitet sterbende Menschen in deren letzten Stunden und Momenten. Während sie allerdings persönliche Gefühle kaum zurückhalten kann, werden die wenigen Hinterlassenschaften, die meist Platz in einer Kartonschachtel finden, von der Hospiz-Leitung schnurstracks in den Müll geworfen. Das Leben, das mal so wertvoll war, endet mit der Vernichtung der persönlichen Gegenstände in der hauseigenen Müllhalde. Mit dieser Situation will sich Caroline nicht mehr abfinden und sucht sich einen neuen Job.
Kurz darauf ist wieder was in Aussicht. Gut bezahlt, draussen im Sumpf und ein alter Mann (John Hurt), den sie beim Sterben begleiten soll. Trotz anfänglichem Misstrauen der Ehefrau (Gena Rowlands) kann Caroline den Job annehmen und der attraktive Hausmakler Luke (Peter Saarsgard) schaut ja auch öfters mal vorbei.
Als Zeichen des Vertrauens und der Akzeptanz hat Caroline sogar einen Skeleton Key erhalten. Einen Schlüssel, mit dem sich jede Tür im Haus öffnen lässt. Sogar im Estrich, dort wo der alte Mann befand als er damals zum Pflegefall wurde, ist somit für Caroline offen. Doch dort oben hats noch was anderes. Nämlich eine Tür, die sich trotz Schlüssel nicht öffnen lässt und in dessen Raum nachts merkwürdige Geräusche zu hören sind. Als unsere Pflegerin dieses Hindernis auch noch überwindet, findet sie sich in einer Welt von Hühnerfüssen, Kräutern und Symbolen wieder, die dem allgegenwärtigen Glauben an Voodoo entsprechen.
Doch diese Religion (Voodoo) und deren Magie (Hoodoo) scheinen sich immer enger um Caroline zu spannen. Was hat es mit diesem Haus auf sich? Warum erzählt die Landlady von Geistern und speziellen Ritualen? Warum verlangt der alte Mann nach Carolines Hilfe und dreht durch, wenn er in einen Spiegel guckt?
Caroline macht sich auf, das Geheimnis des Hoodoo zu ergründen und den alten Mann zu befreien. Nicht wissend, dass diese Vorgehensweise bereits zum grossen Plan gehört, dessen Initiant nun wartet, bis seine Falle zuschnappen kann.
Kinofilm-Rating
Wenn ein Film "Voodoo" und dessen schwarze Magie zum Thema hat, dann kommt mir immer gleich wieder Angel Heart von 1987 in den Sinn. Damals hexte sich Mickey Rourke durch Beschwörungen und mysteriöse Symbole. The Skeleton Key zielt auf ein ähnliches Publikum und trifft damit voll ins Schwarze. Gespenstische Gesänge, Hühnerkrallen, Backsteinpulver vor der Haustür und Symbole wohin man schaut. In die Geisterwelt von New Orleans taucht unsere Hauptperson ein und was der Trailer an Spannung und Mystik versprach, vermag der Film auch wirklich zu halten. Vielleicht ist es nicht der Grusel-Horror-Schocker geworden, den man erwarten konnte, aber atomar spannend ist er auf jeden Fall. Vor allem gegen Ende, wenn sich die Puzzleteile langsam aber sicher zusammenfügen, kommt man kaum mehr zum atmen.
Die Umgebung mit ihren Sümpfen, den Geisterbäumen und dem nassen Wetter ist der optimale Ort für eine Geschichte über Geister und deren Machenschaften. Dazu noch ein altes Haus mit möglichst vielen Türen, die herrlich knarren können und schon hat man eine geglückte Location für gruslige Spannung. Und auch wenn man der Hauptfigur kaum abnimmt, dass sie innerhalb kürzester Zeit vom Ungläubigen zum Pulver- und Spruchspezialisten wird, so schaukelt einem der Film und seine Figuren langsam aber sicher selber in Trance, die in dem absolut gelungenen Finale seinen Höhepunkt findet.
Die Zahl der Hauptcharakter beschränkt sich auf Vier. Wobei natürlich die Tochter von Goldie Hawn, Kate Hudson, die Hauptperson gibt und definitiv besser rüberkommt als in ihren letzten Werken Raising Helen oder auch The Four Feathers. Allerdings die oben angesprochene Wandlung zur Zauberfrau nahm ich ihr nicht wirklich ab. Die alte Garde, Gena Rowlands (die komische Mutter aus Taking Lives) und John Hurt (der Professor aus Hellboy) kommen sehr gut rüber. Auch dadurch, dass die Dame zeitweise an Kathy Bates aus Misery erinnert und der Herr praktisch den ganzen Film durch nichts zu sprechen hat und nur mit Ausstrahlung und Mimik arbeiten muss.
Fazit: Wer Grusel, Horror und pure Angst erwartet, der darf bei The Skeleton Key zwar manchmal den Atem anhalten, bekommt aber weder Blutorgien noch irgendwelche Gedärme zu sehen. Der Film setzt auf subtilen Thrill, der angereichert wird mit einer geheimnisvollen Religion und deren unheimlichen Mächten. Man mag zwischendurch die Taten der Figuren in Frage stellen (warum muss man ausgerechnet in regnerischer Nacht geheimnisvolle Türen öffnen..), doch im grossen und ganzen ist aus dem erwarteten Gruselschocker ein solider und sehr spannender Thriller geworden, dessen Auflösung mich wirklich beeindruckt hat. Schön, dass solch verhältnismässig kleine Filme auch bei uns im Kino laufen und hoffentlich den einen oder anderen, von der nur selten vorhandenen Sommerwärme weg, ins kühle Kino lockt.
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