Serenity (2005)

Serenity - Flucht in neue Welten

Serenity (2005) Serenity - Flucht in neue Welten

Oder: From Zero to Hero?

Serenity

Du! Ohni Znacht is Bett!

Wir befinden uns 500 Jahre in der Zukunft. Die Erde wurde zu Grund gewirtschaftet, die Bevölkerung zu gross und so zogen die Menschen in den Weltall, auf der Suche nach einer neuen Heimat. Es wurden bald Planeten gefunden, auf denen man sich ansiedeln konnte. Unter der Führung der Allianz wurde nun gelebt und existiert. Dass Randgesellschaften damit natürlich Probleme hatten, war abzusehen. Ein grausiger Krieg folgte, den die Allianz gewann. Allerdings hat sich das "Problem" der Widerstandskämpfer, den sogenannten "Browncoats" noch nicht erledigt. Denn noch immer gibt es unabhängige Raumschiffe und Besatzungen, die sich von der Allianz nichts vorschreiben lassen und versuchen, sich mit allerlei Jobs über Wasser zu halten. Eine davon ist die Crew der Serenity.

Unter der Führung von Captain Malcolm Reynolds (Nathan Fillon) schifft eine ungewöhnliche Mannschaft durchs All und macht so ziemlich jeden Job, der irgendwie Kohle einbringt. Ausserdem ist Reynolds nicht der Captain, der souverän und überlegt seine Missionen ausführt, sondern muss sich immer wieder gegen seine störrische, aber grundsätzlich sehr loyale Crew behaupten. Allen voran ist es der Söldner Jayne (Adam Baldwin), der sich immer wieder lautstark äussert, dann aber schlussendlich doch mit dem Captain Seite an Seite kämpft.

Serenity

Die erste Fahrstunde war jeweils sehr riskant

Ausser dem Team sind noch zwei weitere Passagiere an Bord. Dr. Simon Tam (Sean Maher) und seine Schwester River (Summer Glau). Das Mädchen ist es denn auch, das scheinbar übersinnliche Fähigkeiten besitzt und die ganze Aufmerksamkeit ihres Bruders braucht. Denn das Geheimnis, dass River umgibt, könnte tödlicher nicht sein. Ausserdem ist ihr die Allianz in Form des brutalen und extrem starken, aber namenlosen Agenten der Allianz (Chiwetel Ejiofor) auf den Fersen. Und dieser Mann scheint alles tun zu dürfen, was in seiner Macht liegt, um River zurück zu holen. Doch warum?


DVD-Rating

Wenn man Joss Whedon hört, dann weiss der geübte TV-Gucker, dass der Mann ein gutes Händchen für TV-Serien hat und der geistige Vater der Reihen über Buffy the Vampire Slayer und deren Ablegeseire Angel ist. Und wer diese beiden Serien kennt, der kann sich vorstellen, dass Firefly, die Serie, die Serenity als Basis dient, ebenfalls erfolgreich und hochgelobt sein muss. Das Zweite ganz bestimmt, jedoch floppte das Projekt und wurde mangels Zuschauerinteresse (und stetiger Sendeplatzverschiebungen) nach nur ein paar Episoden wieder abgebrochen. Normalerweise ist ein solches Vorgehen auch der Tod jeglicher künftiger Spielfilme zum Thema. Bei Serenity war das erstaunlicherweise nicht so. Auch wenn der Film im Kino ohne grossen Erfolg lief, wird man durch die DVD-Käufe sicherlich einen feinen Gewinn einfahren. Denn inzwischen haben die Serie und der Film schon fast Kultcharakter und werden von den "Browncoats", so nennen sich die Fans der Franchise, regelrecht vergöttert.

Zugegeben, der Film hat was. Es ist ein interessantes und gut produziertes Weltraumabenteuer geworden, dem man einen coolen Touch Wilder Westen beigefügt hat. Dazu kommt eine etwas spezielle Crew mit einem Captain, der seiner alten Liebe nachtrauert, aber beim Wiedersehen dann sofort wieder in Streit ausbricht und der seine Crew nicht so im Griff hat, wie er eigentlich möchte. Das macht ihn irgendwie recht sympathisch und seine guten Sprüche tun ihr übriges. Dazu kommt eine schöne Storyline über ein Mädchen, dass brandgefährlich ist, diese Ausbrüche aber kaum kontrollieren kann und somit nicht nur für die Gegner der Serenity zur Gefahr wird.

Dass Joss Whedon natürlich bei einem Spielfilm nicht die benötigte Zeit zur Verfügung hatte, um jeden Charakter gleichermassen einzubinden, wie er das in der Serie tun konnte, war klar. Und hier liegt dann auch ein Schwachpunkt des Films. Ohne die Sichtung der TV-Serie im Voraus wird es recht anspruchsvoll und kompliziert, den Geschehnissen zu folgen und die Figuren kennen zu lernen. Über den Captain erfährt man ein bisschen was, die schöne Gina Torres (wie auch Nathan Fillon in Joss Whedons TV-Serien schon als Bösewicht dabei) darf ein bisschen aus der Masse raustreten und auch der rüpelhafte, aber durchaus interessante Charakter von Adam Baldwin kommt zu Wort. Der Rest der Crew kann man mehr oder weniger vergessen. So auch der sonst lustige Alan Tudyk, der überhaupt nicht zum Zug kommt.

Fazit: Serenity darf man durchaus als gelungen ansehen. Vor allem, da es sich auf eine TV-Serie bezieht, die man (leider) nur auf DVD kaufen kann und die hierzulande nie im Free-TV gezeigt wurde und somit nur den eingefleischten Fans bekannt ist. Trotzdem ist die ganze Chose zwar sauber produziert, vermag aber nicht auf allen Ebenen zu überzeugen. Zu uninteressant werden einzelne Szenen, zu konfus die Geschichte und ohne Hintergrundwissen ists halt wirklich nur halb so toll.

Starten bei den DVD-Extras sollte man mit der recht zynischen Einleitung von Regisseur Joss Whedon, der erzählt, warums mit der TV-Serie nicht geklappt hat und er trotzdem einen Film gemacht hat. Unveröffentlichte Szenen, bei denen es viele erweiterte Szenen aus Serenity zu sehen gibt (unter anderem eine längere Eröffnungssequenz) und die verpatzten Sachen, in denen sich der Hauptdarsteller wirklich als lustiger Vogel entpuppt, starten dann den Rundgang durch die Extras. Ein kurzes Making-of ist als nächstes dran und auch ein kleines Special zu den Stunts und Special-Effects darf natürlich nicht fehlen. Wie die Darsteller die Rückkehr zum Set empfunden haben und was nach dem Ende der TV-Serie passiert ist wird ebenso verarbeitet, wie auch die sogenannte B-Roll, in der man hinter die Kulissen sieht, während der Dreh im vollen Gang ist. Ein unterhaltsamer Audiokommentar des Regisseurs rundet das Angebot ab, das sich durchaus sehen lassen darf und nicht nur für Fans der Serie und des Films interessant ist.

4.5 Sterne 4.0 Sterne
4.5 Sterne (79 Bewertungen) | 12 Kommentare

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16.03.2006 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.02.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras: Audiokommentar, verpatzte Szenen, unveröffentlichte Szenen, Geschichte der Zukunft, Was ist drin in einer Firefly, Die Lichter gehen wieder an, Einführung des Regisseurs, Die Reise eines Filmemachers