The Ring Two (2005)
Ring 2
The Ring Two (2005) Ring 2
Oder: I'm not your fucking mommy!
6 Monate sind vergangen, seit die Journalistin Rachel Keller (Naomi Watts) und ihr Sohn Aidan (David Dorfman) von dem untoten und schrecklich gfürchigen Mädchen namens Samara fast zu Tode geängstigt wurden. Sie hofften damals, den Greueln zu entkommen, indem sie das mysteriöse Tape kopierten und somit Samaras Wut und Zorn verbreiteten.
Nun haben die beiden also Seattle verlassen und sind nach Astoria, Oregon gezogen. Dort versuchen sie, die ganze Sache hinter sich zu lassen. Was auch anfänglich recht gut klappt. Keine erschreckten Toten, keine flimmernden Videobänder, keine schwarzhaarigen Mädchen die aus Brunnen steigen. Halt einfach das Leben so leben, wie es kommt und wie es schön ist. Denkste...
Das dieser Zustand natürlich nicht anhält, ist klar. Als Rachel eines Abends in ihrer Redaktion mitbekommt, dass sich ein schrecklicher Todesfall mit einem Jugendlichen ereignet hat, in dessen Umgebung alles nass war und man auch von einem Videoband spricht, klingeln Rachels Alarmglocken. Kann es wirklich sein, dass der Fluch des Videotapes sie auch Abseits der grossen Stadt gefunden hat?
Rachel geht der Sache auf den Grund, während ihr Sohn Aidan sich immer komischer verhält. Sein Körper ist ständig unterkühlt, er hat komische Albträume und auf seinen gemachten Fotos ist ganz klar der Umriss eines kleinen Mädchens zu erkennen.
Samara ist back! Und dieses Mal geht sie aufs Ganze. Denn nicht nur verbreitet sie weiterhin Terror mit ihrem Videoband, nein, ihr Ziel ist der endgültige Übertritt in die reale Welt. Und dies ausgerechnet durch den Körper des kleinen Aidan.
So muss Rachel noch einmal dem Geheimnis von damals auf den Grund gehen. Und je länger sie recherchiert, desto schneller merkt sie, dass die Ereignisse vor 6 Monaten noch nicht mal die Spitze des Eisbergs waren....
Kinofilm-Rating
Was hab ich bei The Ring doch in die Hosen gemacht. Erschrocken bin ich da am Laufmeter, die Herzmaschine hatte Hochkonjunktur und bei jedem Flackern im Fernseher bin ich zusammengezuckt. Und nun wollen die mit The Ring 2 dem Ganzen noch einen oben drauf legen? Bin ich denn wahnsinnig, so einen Film zu schauen?
Nachdem man also knapp 110 Minuten im Kino verharrt hat und das Saallicht wieder angeht, muss man (oder "kann man"?) mit Ernüchterung sagen, dass diese Fortsetzung zwar sicherlich solide gemacht ist und die Geschichte um einiges interessanter als bei The Ring war, doch so richtig aus dem Sessel gelupft hats mich nie. Denn der Nachteil dieses zweiten Teiles ist ganz klar die Tatsache, dass man nicht mehr überrascht wird. Was ist man doch letztes Mal zusammengefahren, als die Todesgesichter in Grossformat gezeigt wurden oder als das kleine Mädel auf Opferfang mittels Fernsehapparat ging. Das sieht zwar auch in der Fortsetzung cool aus, vermag aber bei weitem nicht mehr zu schockieren oder gar zu gruseln.
Zu den Actors gibt es nicht viel zu sagen. Es dreht sich hauptsächlich um die Figuren von Naomi Watts und deren Filmsohn David Dorfman. Die Australierin, die bald zu einer geliebten Figur von King Kong wird, macht ihre Sache recht ordentlich. Eigentlich ängstlich angelegt, bringt sie auch hier den Mut auf, die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Vor allem wenn ihr Sohn von der Gefahr im weissen Kleidchen bedroht wird. Der kleine Junge hat mir erstaunlich gut gefallen. Schon in The Ring fand ich ihn sehr überzeugend, aber hier setzt er noch einen drauf. Richtig unheimlich schauen kann er schon sehr gut und man ist immer bereit für etwas gruseliges, wenn der Sohnemann auf der Leinwand erscheint.
Im ersten Teil führte ja der Amerikaner Gore Verbinski Regie. In der Fortsetzung machte sich der Meister der japanischen Filmreihe, Hideo Nakata, höchstpersönlich ans Werk. Anders als der Amerikaner setzt er hier weniger auf Schockeffekte (von denen es aber auch ein paar schöne hat), sondern mehrheitlich auf die Story und die Entwicklungen, über die sich die Leute auch selber Gedanken machen können. Auch präsentiert er uns die kleine Samara nicht mehr als brutale, herzlose und gruselige Killerin, sondern verleiht ihrem Charakter mehr Tiefe und schafft es sogar, dass es dem Zuschauer gelingt, ein kleines bisschen Verständnis und Mitleid für das schwarzhaarige Mädchen zu empfinden. Aber nur ein bisschen, denn grundsätzlich ist sie ja immer noch böööööse....
Fazit: The Ring 2 ist eine gelungene Fortsetzung, welche die Geschichte aus Teil 1 sehr gut weiterspinnt und mit einigen (wenigen) Gruslern aufwarten kann. Ich persönlich hätte mir mehr solcher "Jumper" gewünscht und hatte diese eigentlich auch erwartet. Der Gastauftritt von Carrie Sissy Spacek ist kurz, aber für meinen Geschmack, gelungen. Auch hat man das Gefühl, dass die Geschichte um das Videoband nun endgültig seinen Abschluss gefunden hat. Sollte es denn nach dem japanischen Original gehen, wäre der nächste Teil dieser Reihe ein Prequel, welches also vor dem ersten Teil spielen würde. Grundsätzlich also gut und zu meinem Leidwesen ein bisschen zu schockarm. Dennoch sicherlich ein Muss, wenn man den ersten Teil schon für gut befunden hat.
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