Princesas (2005)

Princesas (2005)

Oder: Prostitutas als Princesas

Princesas

Rotlicht (links) und Caye

Ein Friseursalon in Madrid dient den alteingesessenen Huren als Refugium. Statt Haare geschnitten werden viel eher die letzten Gerüchte verbreitet und gelästert. Neben Bianca vom Drogenstrich, die sich regelmässig für den nächsten Schuss auf der Toilette einnisten möchte, bekommen vor allem die eingewanderten Prostituierten ihr Fett ab. Die exotischen Mädchen aus Lateinamerika verschärfen die Konkurrenz und machen den Markt mit tieferen Preisen kaputt.

Eine der Stammgäste ist die bald dreissigjährige Caye (Candela Peña). Sie prostituiert sich schon lange, nur ihrer strengen Mutter verrät sie nichts über ihren Beruf. Als die Dominikanerin Zuleima (Micaela Nevárez) im Stockwerk über ihr einzieht, ist Caye zuerst misstrauisch. Doch bald merkt sie, dass sie und die "billige Konkurrenz" nicht ganz so unterschiedlich sind, wie sie immer meint. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft, Cayes Freundinnen dürfen vorerst aber nichts davon erfahren...


Kinofilm-Rating

Filme über Huren sind immer so eine Sache. Nicht selten werden sie als Heilige stilisiert mit dem Herz am rechten Fleck, und wenn darin Männer mit Sportwagen vorfahren, sind es oft Märchenprinzen wie Richard Gere statt Zuhälter. Die Frauen in León de Aranoas Princesas wissen sich zwar auch ohne Zuhälter zu helfen, sind aber durch die Erfahrungen des Regisseurs, die er als Knabe im Friseursalon seiner Mutter machte, besser geerdet. Die Einblicke ins Leben am Strassenrand sind deshalb gut gelungen. Auch wenn dieses Milieu in spanischer Sprache oft vom grossen Almodóvar abgedeckt wurde, schafft de Aranoas etwas Eigenständiges, in dem er sich neben den Lebensträumen seiner Darstellerinnen auch mit den Schattenseiten des Sex-Business auseinander setzt. Mit Candela Peña, zuletzt in Torremolinos 73 zu sehen, und Micaela Nevárez fand er auch zwei ausgezeichnete Schauspielerinnen. Nur die Musik von Manu Chao wirkt manchmal ein bisschen wie ein Marketing-Gimmick, das es nicht unbedingt gebraucht hätte als Füller in dieser kleinen, unbeschönigenden Geschichte über Frauen im ältesten Gewerbe der Welt.

5.0 Sterne
5.0 Sterne (18 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
14.08.2006 / rm