Pride & Prejudice (2005)
Stolz & Vorurteil
Pride & Prejudice (2005) Stolz & Vorurteil
Oder: Warum nicht reich UND glücklich heiraten?
Mrs. Bennet (Brenda Blethyn) ist Mutter von fünf Töchtern. Diese - so hat sie sich vorgenommen - sollen alle möglichst rasch und mit Herren verheiratet werden, die deren finanzielle Sicherheit gewährleisten können. Die Nachricht vom Zuzug des wohlhabenden Herrn Bingley (Simon Woods) entzückt sie deshalb sehr. Seine Zusage, zusammen mit dem ebenfalls gut betuchten Freund Darcy (Matthew MacFadyen) an den bald stattfindenen Ball zu kommen, versetzt den weiblichen Teil der Familie Bennet regelrecht in Aufruhr. Auf zum Männerfang!
Und siehe da: Mr. Bingley findet Gefallen an der ältesten Bennet Tochter Jane (Rosamunde Pike). Es darf sogar bald mit einer Heirat gerechnet werden. Doch Bingleys Schwester (Kelly Reilly) und Mr. Darcy stören sich an diesen Plänen. Sie finden besonders das Auftreten von Janes jüngsten Schwestern und deren Mutter etwas zu ordinär. Lizzy (Keira Knightley), ebenfalls eine Bennet Tochter, findet ihrerseits Mr. Darcy ziemlich arrogant. Als sie zudem erfährt, dass dieser Janes Heirat verhindert, will sie schon gar nichts mehr mit ihm zu tun haben. Jane ist natürlich am Boden zerstört. Und ihre Mutter verzweifelt. Kann sie denn nicht mal eine ihrer Töchter unter die Haube bringen?
Kinofilm-Rating
Stolz und Vorteil. Schon wieder? Jane Austens Romane scheinen sich vorzüglich für die visuelle Adaption zu eignen. Ihrem Alter zum Trotz werden die Geschichten von Beginn des letzten Jahrhunderts rund um's Thema Liebe wieder und wieder erzählt. Im Fall von Pride and Prejudice, dem zweiten der vier zu Lebzeiten veröffentlichten Büchern der Autorin Austen, handelt es sich um eine von insgesamt 6 Verfilmungen. Was ist diesmal anders?
Zum einen das Alter der Hauptdarsteller: Keira Kneigtley als Elizabeth und Matthew MacFadyen als Mr. Darcy sind bedeutend jünger als zum Beispiel ihre Vorgänger der erfolgreichen BBC TV-Verfilmung Colin Firth und Jennifer Ehle. Also wird anscheinend versucht, ein jüngeres Publikum anzulocken. Der Entscheid, Elizabeth durch Knightley spielen zu lassen, dürfte daher eine gute Entscheidung gewesen sein. Die Rolle der frechen Lizzy kommt ihr entgegen. Wie schon in Pirates Of The Carribean verhält sich ihre Figur kaum ihrem Stand entsprechend und scheint, auch in traditioneller Kleidung, ihrer Zeit voraus. Keira verstärkt Lizzys verbale Gewitztheit mit ihrer Mimik. So verdankt der Film ihr sehr viel Frische, welcher sonst, u.a. bedingt durch historische Authenzität, eher trocken wäre.
Nicht sehr gelungen ist der Handlungsverlauf. Erst in der zweiten Hälfte entwickeln sich Emotionen im Publikum. Vorher lassen einen die Figuren ziemlich kalt. Schlimmer noch: Mrs. Bennet und ihre jüngsten Töchter schaffen es, die Romanvorlage übertönend, gehörig zu nerven. Nach der Pause bessert sich das Verhältnis zu den Charakteren aber merklich. So sehr, dass man das Kino nicht unberührt verlässt.
Dazu trägt auch Donald Sutherland als Mr. Bennet bei. Obwohl er jeweils nur kurz auftritt, bring er wohltuende Ruhe in das Geschehen. Dabei gewinnt der Film auch schauspielerisch an Wert. Denn neben ihm und Kneightley fällt diesbezüglich niemand besonders auf (Judi Denches Rolle ist dafür zu klein). MacFadyen macht zwar einen sympathischen, ansonsten aber eher eintönigen Eindruck.
Das kann man von der Kameraführung nicht behaupten. Sie fällt gleich bei Filmbeginn zum ersten Mal auf. Zwar tut sie das vielleicht etwas zu sehr, sorgt so aber zumindest für Abwechslung. Spannend sind insbesondere lange Einstellungen mit fortlaufender Handlung und Experimente wie etwa jenes mit der drehenden Schaukel.
Nichtsdestotrotz, ohne Keira Knightley in der der Hauptrolle gehörte diese Verfilmung von Pride and Prejudice kaum zu den überdurchschnittlichen Austen-Adaptionen.
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4.8 Sterne (97 Bewertungen) | 7 Kommentare



