The Pacifier (2005)

Der Babynator

The Pacifier (2005) Der Babynator

Oder: Nuggiman im Einsatz!

The Pacifier

Kampf mit dem "hairy Beast"

Agent Shane Wolf (Vin Diesel) ist der Hot-Shot unter den Top-Agenten. Er leitete Missionen in den entferntesten Ecken der Welt, vernichtete seine Gegner am Laufmeter und lebt nach dem Code und der Disziplin des Militärs. Und trotzdem wird er in seiner letzten Mission über den Haufen geschossen. Zu allem Übel wird die von ihm bewachte Person, immerhin ein Professor, auch noch entführt. Schande auf der ganzen Linie für den Agenten.

Widerstandsfähig und stark wie der gute Mann ist, steht er auch bereits zwei Wochen später wieder auf den Beinen und will einen neuen Auftrag. Und den bekommt er auch glatt, denn der entführte Professor hat was erfunden, dass er "Ghost" getauft hat und das sich irgendwo in seinem Haus befindet. "Ghost" soll die Starts aller atomaren Sprengköpfe auf der Welt verhindern können und würde dem Besitzer (und dessen eigenen Bomben) eine ungeheure Macht verleihen.

The Pacifier

machen wir was mit XXX?

So ist es also dieses Mal nicht Kosovo oder ein sonstiges Rebellengebiet, in das Agent Wolf einrücken muss, sondern die Vorstadt und ein Haus voller widerspenstiger Kids. Fünf sinds an der Zahl und während deren Mutter nach Zürich (!) fliegt, um dort den Safe des Ehemannes zu leeren, versucht der Navy Seal den Kids Disziplin, Ordnung und Verteidigung beizubringen, während er ebenfalls versucht, die verschwundene Disc zu finden.

Dass die Kinder keineswegs begeistert sind vom brüllenden Militärkopf, kommt keineswegs überraschend. Doch mit seiner Hilfe werden Pfadi-Schlachten gewonnen, behaarte Schuldirektoren gedemütigt und sogar Musical-Aufführungen erfolgreich. Die Super-Nanny Wolf macht alles. Windeln wechseln, Chip suchen, Probleme diskutieren und schlussendlich natürlich noch die schöne Schulrektorin (Lauren Graham) anbaggern. Natürlich sind noch einige weiter Probleme zu bewältigen, aber wer vor dreckigen Windeln nicht zurückschreckt und rumschleichende Verehrer der Tochter des Hauses zu nächtlichen Liegestützen zwingt, der wird doch noch mit ein paar Spionen fertig, oder?


DVD-Rating

Muskelmänner in Situationen, die weder Monster, Pump-Guns oder Explosionen beinhalten. Arnold Schwarzenegger hats in Kindergarten Cop vorgemacht, dass es durchaus möglich ist, auch darüber einen ansprechenden Film zu machen und den vermeintlichen Actionstar mit Windeln, Rasseln und rosa Velos zu zeigen. Halt die klassischen Situationen, in denen die Jungs sich kaum zu helfen wissen und für viele der Zuschauer endlich "menschlich" werden. Dass The Pacifier genau auf dieser Schiene fährt und dabei eine gar nicht mal so schlechte Figur macht, kommt zwar überraschend, ist aber grundsätzlich als gelungenes Experiment anzusehen.

Klar, es ist ein "blöder Film" und "Vin Diesel kann ja eh nix", aber wenn man die Vorurteile beiseite lässt und sich einfach mal auf den Film einlässt, wird man sich das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen können. Wenn der bärig-starke Mann mit tiefer Stimme mit Babyproblemen kämpft und Teenagern durch die schwere Zeit hilft, dann macht das schon ein wenig Spass. Und genau in solchen Situationen hat der Film dann auch seine stärksten Phasen.

Wenn dann allerdings das komödiantische Element sich langsam in den Hintergrund verzieht und die Action doch noch ein wenig vorgekramt wird, verliert die Geschichte leider an Witzigkeit und an Interesse. Denn gegen Ende wird's halt doch noch der (leider) erwartete Klamauk, der angereichert mit halbpatziger Action daherkommt. Bis dahin macht unser Teddybär allerdings eine richtig gute Figur.

Fazit: The Pacifier ist kein Überfilm geworden, aber auch nicht so übel, wie es der peinliche deutsche Titel Der Babynator vermuten lässt. Vin Diesel ist natürlich kein Oscar-Anwärter, kommt aber hier recht sympathisch daher und ist sich nicht zu schade, sich hier definitiv zum Affen zu machen. Allerdings auf eine witzige Art. Auch wenn sich viele von den diversen Kritiken von diesem Film abhalten, gibt es für lustigen einen Abend zu Zweit sicherlich blödere Varianten.

Die DVD hat die Disney-typischen Trailers vor dem Hauptfilm, wobei dieses Mal für hauseigene Vergnügungsparks oder IMAX-Filme geworben wird. Ist man dann endlich mal im Menü der Extras, gibts doch ein paar Sachen zum angucken. Ganz kurze Szenen, dies nicht in den Film geschafft haben machen den Anfang. Unnötig, weil ausser der Szene mit dem "Ribbit" nichts lustig ist. Fleischfressende Enten und Babies knuddelnde Muskelmänner sieht man in den verpatzten Szenen. Ebenfalls hat Vin Diesel scheinbar Angst vor Federvieh. Brad Garrett, der Comedystar aus Everybody loves Raymond bekommt ebenfalls noch sein eigenes Feature und hampelt sich im Ringer-Outfit durch die Szenen. Dass Vin Diesel eigentlich ein netter und sympathischer Kerl ist, beweist er in einem Feature, dass ganz ihm gewidmet ist und sehr nett rüberkommt. Den ebenfalls abrufbaren Audiokommentar sprechen der Regisseur und die Drehbuchautoren. Für Liebhaber schöner Anekdoten und Hintergründe, sicherlich ein Must-See.

Der Ton war scharf und das Bild klar. Oder auch umgekehrt. Wie mans dreht, über die technischen Details kann man sich auf alle Fälle nicht beklagen.

3.2 Sterne 2.0 Sterne
3.2 Sterne (72 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.53.5
05.08.2005 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 02.08.2005

  • Bildformat: 1:2,35
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Türkisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Arabisch
  • Extras: Audiokommentar, Pannen vom Dreh, Zusätzliche Szenen, Spass am Set mit Brad Garrett, Vin Diesel: Actionstar vs. netter Kerl