Organize Isler (2005)

Krumme Dinger am Bosporus

Organize Isler (2005) Krumme Dinger am Bosporus

Oder: Süpermen muss nicht sterben!

Organize Isler

To Krypton and beyond!

Als sich der erfolglose Komiker Samet umbringen will, wird er von Asim, dem Chef einer Istanbuler Autoschieberbande gestört. Dieser ist vom Supermankostüm, dass der junge Mann beim Suizid seltsamerweise trägt, so beeindruckt, dass er ihn gleich in die Verbrechersippe aufnimmt. Seine Helfer und Helfershelfer sind nämlich so beschränkt, dass Asim einen schlauen Mitdenker gut gebrauchen kann.

Organize Isler

Cool ohne Gang

Doch als Süpermen, wie der schusslige Mann von nun an genannt wird, seinen ersten gestohlenen Neuwagen weiterverkaufen soll, gerät er ausgerechnet an eine Akademikerfamilie, die herausfinden will, wer ihr kurz zuvor schon ein gestohlenes Auto angedreht hat. Das "Verkaufsgespräch" mit der schönen Tochter Umit verwirrt ihn so, dass er ihr das Fahrzeug gratis überlässt. Asim hat natürlich keine Freude...


Kinofilm-Rating

Im Vergleich mit Natale a Miami, dem italienischen Beitrag ans weihnächtliche Kinoprogramm 2005, schneidet der türkische Organize Isler sehr gut ab. Meine Kenntnisse des türkischen Filmwesens beschränken sich auf das wenige, was Fatih Akin in seiner zweiten Heimat gedreht hat. Als Unwissender machte mich also auf Klaumauk gefasst, der sich ausserhalb der Türkei niemand zu Gemüte führen würde - und wurde positiv überrascht. Trotzdem der Film im Milieu des "Organisierten Verbrechens" spielt, wie der Titel schon verrät, ist es ein harmloser Familienfilm, bei dem man auch ohne Kenntnisse der türkischen Sprache lachen kann - mit natürlich noch ein bisschen mehr!

Die Story wird ungewohnt behäbig erzählt und die Handlung mit so vielen Figuren bevölkert wie ein vor sich hin wuselnder türkische Bazar. So bleibt die Charakterisierung nicht zuletzt auch aus Zeitgründen oberflächlich. Trotzdem kann man sich mit "Süpermen", einem Woody Allen vom Bosporus, der braven Akademikerfamilie mit der kecken Tochter und vor allem dem schnauzbärtigen Schlawiner Asim (Regisseur und Hauptdarsteller Yilmaz Erdogan) gut anfreunden.

Obwohl das Ende eigentlich schon in der ersten Einstellung vorweggenommen wird, habe ich mich lange gewundert, was für ein Plot sich da vor mir entfalten sollte. Immer wieder wird man auch wieder von schwelgerischen Postkartenbildern des sonnigen Istanbuls abgelenkt. Dem Zielpublikum scheint es zu gefallen. Sowohl das Oltner als auch das Zürcher Kino, wo ich war, als der Film lief, sind jeweils rappelvoll mit Türkischstämmigen jeglichen Alters.

3.2 Sterne
3.2 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

33
30.12.2005 / rm