North Country (2005)

North Country (2005)

Oder: Schmutziger Arbeitskampf

North Country

Berühren verboten!

In den 80ern zieht Josey (Charlize Theron) zurück zu ihren Eltern in den Norden Minnesotas. Die junge Mutter zweier Kinder flüchtet vor den Schlägen ihres Ehemannes. Wieder zuhause findet sie zuerst Arbeit als Friseuse. Der Job ist aber sehr schlecht bezahlt. Die örtlichen Eisenminen zahlen besser, weiss Joseys Freundin Glory (Frances McDormand). Sechs Mal besser um genau zu sein. Und mit soviel Geld reicht es sogar für ein eigenes kleines Haus und ab und zu mal auswärts essen mit den Kindern.

North Country

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Frauen sind in den Stollen der Mesabi Iron Range aber nur auf dem Papier willkommen. Die vorwiegend männliche Belegschaft, zu denen auch Joseys Vater Hank (Richard Jenkins) gehört, ist offen feindselig. Selber von Arbeitslosigkeit bedroht, missfällt ihnen die zusätzliche Konkurrenz der Mitarbeiterinnen. Die täglichen Schikanen reichen von Dildos in der Lunchbox bis zu mit Kot verschmierten Damengarderoben. Josey wird zusätzlich persönlich sexuell belästigt von ihrem ehemaligen Schulschatz. Beschwerden bei Arbeitgebern auf verschiedenen Hierarchiestufen werden aber systematisch ignoriert.

Die Situation eskaliert nachdem Josey einer Vergewaltigung nur knapp entgeht. Sie will die Mauer des Schweigens brechen und geht zusammen mit dem Anwalt Bill White (Woody Harrelson) wegen des menschenunwürdigen Klimas am Arbeitsplatz vor Gericht.


DVD-Rating

Charlize Theron beweist in ihrer Rollenwahl ein weitaus glücklicheres Händchen als andere Oscargewinnerinnen wie etwa eine Halle Berry, Helen Hunt oder viele andere, von denen man nach der Goldmännchenübergabe wenig Gescheites gesehen hat oder die sich ihren Gewinn mit merkwürdigen Rollen(äh Gagen-)wahlen versüsst haben.

North Country ist sicher ein dankbarer Film für eine Hauptdartstellerin. Die ganze Thematik des Arbeitskampfes weiblicher Seits in einer gottverlassenen, oder sagen wir, rauhen Männergegend gegen die Übel von Vorverurteilung und Verleumdung ist zweifellos Schauspieler geeignet. Auch der Cast um die hübsche Südafrikanerin ist also bemerkenswert, etwa Woody Harrelson in seiner markantesten, obwohl weitaus ruhigeren Rolle seit People vs. Larry Flynt oder die immer gern, wenn auch inzwischen seltener gesehene Sissy Spacek und natürlich Frances McDormand als robuste Gewerkschaftsfrau.

Der Film hat durchaus seine Reize, aber auch seine Schwächen. So sind Szenen im Gericht durchaus mal etwas over the top, eben so richtig amerikanisches Gerichtsspektakel und auch die Wandlungsfähigkeit einiger Protagonisten (der Vater, Sohnemann, der böse Bobby), lassen einen mitunter schalen Geschmack zurück. North Country kommt da in so einigen Passagen nicht ohne üppige Klischees und Übertreibungen aus und verlässt dort wo Tiefe und wahre Ernsthaftigkeit angesagt wäre, die erwartete Linie. Sehr gut gespielt, gerne etwas übertrieben inszeniert und etwas klebrig zum Schluss.

Die DVD: Das übliche Making Of, Trailer aber immerhin noch ein paar zusätzliche Szenen. Der 2.40:1 Transfer sieht gelungen aus, obwohl ein solches Format bei einem eigentlich stilleren Film doch etwas überrascht. Mehr Hintergrundinfos und ein bisschen Zurechtrückung der tatsächlichen Ereignisse hätten der DVD gut gestanden. Das wurde leider verpasst.

4.1 Sterne 3.0 Sterne
4.1 Sterne (36 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.53.5
07.06.2006 / rm (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 09.06.2006

  • Bildformat: 2.40:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch (auch für Hörgeschädigte)
  • Extras: Making Of; Zusätzliche Szenen; Kinotrailer.