Murderball (2005)

Murderball (2005)

Oder: Kampf auf vier Rädern

Murderball

Rollstühle im "Mad Max"-Design

Nein, Murderball ist kein Spiel auf Leben und Tod. Murderball wurde in den Siebzigern in Kanada erstmals gespielt und ist nun erstmals 2004 an den Paralympics in Athen unter dem marketing-technisch beser geeigneten Begriff "Wheelchair Rubgy" gespielt worden. Die Sportler sind allesamt Paraplegiker, können also die Muskeln Brust-abwärts nicht kontrollieren. Das Ziel des Spieles ist es, den Ball hinter die Linie der Endzone zu bringen. Die Gegner versuchen dies mit allen Mitteln durch Rammen der stark modifizierten Rollstühle zu verhindern. Als Besonderheit muss der Spielball mindestens alle zehn Sekunden gedribbelt oder gepasst werden.

Murderball

Touch Down? Take Down!

Der Film begleitet Spieler der zwei rivalisierenden Teams USA und Kanada bei ihren Vorbereitungen auf "the big rumble". Doch nicht nur Rollstühle werden dabei umgestossen, sondern auch viele der Vorurteile gegenüber den "Krüppeln". Von wegen hilfsbedürftig, wehrlos und depressiv - die Jungs haben sich trotz ihrer physischen und psychischen Hürden selbstständig von ganz unten nach oben gekämpft. Und jetzt naht das entscheidende Spiel!


Kinofilm-Rating

Von wegen zierlich und hilfsbedürftig - die Murderball-Jungs sind härter als viele "Normale". Regisseur Dana Adam zerstört mit seiner Dokumentation viele unserer Vorurteile und gibt Antworten, die sich nicht jeder zu erfragen traut. Ja, auch Behinderte können ehrgeizig sein, sich über Siege freuen und lassen genauso bei Niederlagen die Köpfe hängen. Auf Mitgefühl können die Meisten verzichten. Sie können einiges mehr, als man ihnen zutraut. So wird immer wieder die eine, grosse Bitte an den Zuschauer gestellt: "Behandelt uns nicht anders, als ihr mit Nichtbehinderten umgeht".

Um dem Kinobesucher dies zu vereinfachen, wird ausführlich erzählt, wie die einzelnen Protagonisten zu ihrer Behinderung kamen, wie sie lernen damit umzugehen und so ein neues, teils sogar besseres Leben haben. Dabei wird kein Thema ausgelassen, selbst Beziehungen und Sex (ja, sie können) wird angesprochen. Die Rubgy-Spiele bilden dabei die alles umfassende Rahmengeschichte, um die herum das Leben dreier Menschen besonders hervorgehoben wird: Mark Zupan ist einer der besten Murderball-Spieler und kämpft mit seinem Team USA um Ruhm und Ehre. Diesen Ruhm will jedoch auch Joe Soraes, ein ehemaliger USA-Spieler der nun das Team von Kanada trainiert. Keith Cavill hingegen steht noch ganz am Anfang. Nach seinem kürzlichen Motocross-Unfall lernt er im Kessler Rehabilitation Center erstmals die Sportart kennen...

Eine Dokumentation voller Emotionen und Spannung - sehenswert! Auch in der Schweiz spielt man übrigens Murderball: Swiss Quad Rugby

4.9 Sterne
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5.55.5
08.08.2005 / th