Mr. and Mrs. Smith (2005)
Mr. and Mrs. Smith (2005)

John Powells Karriere in Hollywood ist zur Zeit nicht zu bremsen. So hat er vor ca. 8 Jahren erste Aufmerksamkeit bekommen, als er an der Seite von Hans Zimmer und Nick-Glennie Smith (u.a.) beteiligt war an der Komposition zu Malicks The Thin Red Line (1998). Als immer selbstständiger werdender Media-Ventures-Sprössling gelang ihm der definitive Sprung in die Filmmusikwelt an der Seite von Harry Gregson-Williams mit der Komposition zum Animationsspektakel Chicken Run (2000). Seit The Bourne Identity (2002) ist sein Output gewaltig: The Italian Job (2003), Paycheck (2004) und The Bourne Supremacy (2004), um nur ein paar zu nennen, folgten. 2005 hat er neben einem stylischen Klangkonstrukt für Be Cool, dem Animationsstreifen Robots aus dem Hause Dreamworks seinen komödiantischen Stempel aufgedrückt und zu guter letzt beteiligte er sich musikalisch am Rosenkrieg zwischen Brad Pitt und Angelina Jolie in Mr. And Mrs. Smith. Thriller- und Action-Scores zu schreiben ist für Powell nach seiner Bourne-Erfahrung nichts Neues mehr. Im Falle von Mr. And Mrs. Smith kommt jedoch eine nicht unerhebliche komödiantisch-stirische Seite hinzu. Auch diesen (Rosen-)Krieg gewinnt er für sich!
Mr. And Mrs Smith ist amüsante, spannende, stylische und sexy Unterhaltung für einen kurzweiligen Abend, ohne dabei das Publikum anspruchstechnisch allzu sehr zu fordern! Mit John Powells Musik verhält es sich genau gleich. Das Album beginnt mit dem kleinen süffigen Auftakt "Bogota" und setzt gleich von Anfang an die vorherrschende spanisch (fremdländische) Note, die sich durch den ganzen Score hindurch zieht. Diesen spanischen Touch kreiert Powell mit gewohnten Mitteln: Gitarrenspiel, mal langsam, verträumt ("The Bedroom"), mal hinterlistig gezupft ("John and Jane's Identity") und mal stürmisch melodiös ("Hood Jump") und den immer wieder effektiven Klatsch- und Stepprhythmen. Anreichern tut er das Ganze mit typischer Powell'scher schneller, wirbelnder Komposition für Streicher (besonders schön in "Hood Jump" und "John Drops In") und Synth-Programmierung. Der romantischen Seite des Films verleit er ruhige Kompositionen für Sologitarre ("The Bedroom", "Mutual Thoughts" und "Kiss and Make up"). Der Action im Film gibt er verschiedene Stimmen: spezielle Rhythmen ("Kiss and Make up", zweiter Teil), Bond-ähnlicher stylischer Beat, technolastiger Sound ("Minivan Chase"), welcher an The Bourne Identity erinnert, oder sogar eine ziemlich dick aufgetragene, an Alan Silvestris Tomb Raider-Lara Croft: The Cradle of Life erinnernde, fanfareähnliche fremdländische Kompostition ("The Next Adventure" und "Assignments"). Ein defintives Highlight des Albums ist "Tango de los Asesinos", bei dem man kaum still stehen kann!
Fazit: Eins lässt er jedoch etwas vermissen. Dem Score fehlte es an konsequent verwendeten Themen, wie wir sie in Paycheck oder auch den Bourne-Scores erhielten. Trotzdem serviert uns John Powell mit Mr. And Mrs. Smith einen unterhaltsamen, leichtverdaulichen und sexy Agenten-Action-Score, der während seiner gesamten Laufzeit von gut 44 Minuten den Zuhörer zu unterhalten vermag. Auf weitere Werke dieses Komponisten darf man gespannt sein und für 2006 stehen bereits Ice Age 2, X-Men: The Last Stand und United 93 in den Startlöchern!
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