MirrorMask (2005)

MirrorMask (2005)

Oder: Die schöne Helena im Wunderland

Helena (Stephanie Leonidas) ist die Tochter eines armen Zirkusdirektors und eher gelangweilt bei ihren Auftritten als Jongleuse. In ihrer Freizeit zeichnet sie gerne fantastische Welten. Sie rebelliert gegen Vater und Mutter und würde gerne die "Real World" erleben. Als ein Schwächeanfall ihrer Mutter die Aktivitäten des Zirkus' zum Stoppen bringt. wird sie schneller damit konfrontiert, als ihr lieb ist.

MirrorMask

I believe I can fly

Als die Mutter operiert werden muss, findet sich Helena plötzlich in einer fantastischen Welt, die ihren Zeichnungen sehr ähnelt, wieder. The Dark Lands ist bewohnt von gefährlichen Sphinxen, steinernen Riesen und bücherfressenden Gargoyles. Eine Doppelgängerin von Helena spielt eine entscheidende Rolle im Kampf der Königin des Lichts, die krank darnieder liegt, gegen die bösen Königin des Schattens. Der maskierte Luftibus Valentin wird Helenas Begleiter durch die unbekannte Welt, aus der sie erst wieder herauskommt, wenn sie die mit ausserordentlichen Kräften ausgestattete MirrorMask gefunden hat.


Kinofilm-Rating

MirrorMask steht sehr quer in der Wettbewerbslandschaft des 58. internationalen Filmfestivals von Locarno. Es ist der einzige Film mit CGI, der einzige Film "für die ganze Familie" und mit Neil Gaiman steht ein kreativer Kopf hinter dem Drehbuch, der mit den Graphic Novels Sandman eine der renommiertesten Comicserien der Welt konzipiert hat. Die Coverart jeder der über 70 Einzelausgaben von Sandman wurde von Gaimans Kollegen Dave McKean gestaltet und der ist nun Regisseur von MirrorMask.

Das von McKean kreierte Dark Lands ist ein sehr schön gestaltetes Universum, das wenig an glattgeleckte PC-Welten eines George Lucas erinnert. Mit seinen erdigen Tönen sieht die Fabelwelt wie von Hand gemacht aus. Man ist erinnert an die Masken der Schweizer "Mummenschanz" oder die Skulpturen von Henry Miller. Darklands verkörpert die emotionalen und psychologischen Turbulenzen der Heldin im Teenageralter perfekt. Immer wieder staunt man auch über fantasievolle Ideen, wie die Bücher, die wenn sie wütend gemacht werden, nicht mehr auf den Boden geworfen werden können und schmollend in die Bibliothek zurückschweben. So dienen sie Helena und Valentin als Transportmittel.

Die Story ist eine weitere Adaption von Alice in Wonderland, The Wizard of Oz oder kürzlich auch dem japanischen Spirited Away. Dank der aussergewöhnlich gut agierende Hauptdarstellerin Stephanie Leonidas wirkt die ganze Fantasiewelt aber sehr glaubhaft. Ihr Alter war nicht herauszufinden, aber die junge Engländerin könnte schon bald als die "nächste Keira Knightley" ausgerufen werden. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Jerry Bruckheimer sie anruft und fragt, ob sie Lust hat, die Freundin des Helden in seinem neuesten Actionknaller zu spielen. Von Leonidas Talent kann man sich bald auch in den Schweizer Kinos überzeugen. Sie spielt im exzellenten Yes die Tochter von Joan Allen.

MirrorMask wurde von der The Jim Henson Company produziert und hat mit Sony ein grosses Filmstudio im Rücken. Der Film wird also sicher auf DVD rauskommen. Das ist grossartig, weil es bisher der einzige Film im Wettbewerb von Locarno ist, bei dem sich der Kauf lohnen könnte.

4.8 Sterne
4.8 Sterne (23 Bewertungen) | 8 Kommentare

66
13.08.2005 / rm