Memoirs of a Geisha (2005)
Die Geisha
Memoirs of a Geisha (2005) Die Geisha

Für seine Arbeit an Rob Marshalls Memoirs of a Geisha hat John Williams eine Art kleines "Klassentreffen" veranstaltet. Für seine Komposition konnte er als Solisten den weltberühmten Cellisten Yo-Yo Ma, mit welchem er schon für Seven Years in Tibet zusammenarbeitete, und den Violinisten Itzhak Perlman, mit welchem er Schindler's List eingespielt hat, gewinnen. Das Ergebnis ist beeindruckend!
Wie fast alle Werke von John Williams so kommt auch Memoirs of a Geisha, welches dutzende Preise und Auszeichnungen (Oscar-Nomination, Golden Globe, Grammy, etc.) erhielt, thematisch reichhaltig daher. Der Score setzt sich aus vier verschiedenen musikalischen Hauptideen zusammen: (1) gleich im ersten Stück stellt uns Williams das Hauptthema, "Sayuri's Theme", in einer Orchestersuite vor. Das Thema wird sehr gefühlsbetont vom Cellisten Ma vorgetragen und zieht sich wie ein roter Faden konsequent durch den ganzen Score hindurch (wobei seine Variationen im "Sayuri's Theme and End Credits" besonders erwähnenswert sind). Das zweite, etwas weniger stark präsente Thema hören wir zum ersten Mal in "The Chairman's Waltz" und ein weiteres mal in "The Garden Meeting" (jedoch nur zu Beginn als Solo von Perlman, anschliessend orchestral), vorgetragen von Itzhak Perlman. Wies der Titel besagt, ist es waltzerähnlich arrangiert und kommt, wenn auch traurig interpretiert, doch mit recht starkem Ohrwurmcharakter daher. Das (3) "Hanamachi"-Thema ist geprägt von disharmonischen Momenten und hat oft mystischen, fast geisterhaften (bedrohlichen) Charakter. Dieser Effekt erzielt Williams mit ausgefallener Perkussion (sehr traditionell) und vielen Holzbläsern (mehrheitlich Flöten). Die 4. musikalische Idee zeigt sich vor allem in den Stücken "Going to School" und "Brush on Silk" und setzt stark auf volklorischen Musikcharakter (dem entsprechend sind die Stücke auch etwas schwer zugänglich). Eine weniger effektive Idee finde ich die Integration des traditionellen japanischen Trauerliedes "Ogi No Mato" in "The Fire Scene and The Comig of War". Zielt irgendwie am gewünschten Effekt vorbei.
Fazit: Highlights des Albums sind die Stücke, in denen Yo-Yo Ma und Itzhak Perlman zusammen zur Hochform auflaufen und den Themen die volle emotionale Wucht verleihen ("Confluence" und "Sayuri's Theme and End Credits"). Mit Memoirs of a Geisha hat John Williams zweifelsohne ein beeindruckendes Werk abgeliefert, das den Hörer zu fesseln vermag, jedoch weniger fordert wie seine Werke War of the Worlds oder auch Minority Report.
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