Mein Name ist Eugen (2005)

Mein Name ist Eugen (2005)

Oder: Lausbuben und Schweizer Liedli!

Mein Name ist Eugen

Die schrillen Vier auf Achse

In der Schweiz im Jahr 1964, in Bärn, lebten die frechsten Lausbuben der Nation. Eugen (Manuel Häberli), der Erzähler dieses grössten Abenteuers und heimlicher Anführer der Gruppe, wohnte bei seinen Eltern in einem Haus. Das war nicht irgendein Haus, sondern das Haus indem schon der König der Lausbuben, Fritzli Bühler (Beat Schlatter) zuhause war. Ein Stockwerk über Eugens Wohnung lebte sein bester Freund. Der Franz (Janic Halioua), dem man aber nach dem Zwischenfall mit dem Deutschlehrer nur noch "Wrigley" sagte. Er kennt keine Angst. Ausser vor dem Küssen eines Mädchens, aber das wird eh nie passieren. Ebenfalls in dieser Gruppe der cooleren Fantastic Four sind der etwas langsame und schon zweimal sitzen gebliebene Edi (Alex Niederhäuser) und das "Meiteli" der Gruppe, der Bäschteli (Dominic Hänni). Der kommt aus einem guten Haus und wird von seiner Mutter verhätschelt.

Als Eugen und Wrigley mal wieder den Bogen überspannt haben und von ihren Vätern (Patrick Frey und Mike Müller) anstatt ins Pfadilager woanders hingeschickt werden, wird es Zeit für den Ausriss. Zumal sie die legendäre Schatzkarte von Fritzli Bühler gefunden haben und sie diese ihm nun wieder aushändigen wollen. Ihre Reise führt sie ins Tessin, wo sie mit den anderen Jungs, die ins Pfadilager durften, zusammentreffen. Dort werden auch Edi und der Bäschteli rekrutiert.

Mein Name ist Eugen

Wänd er mal luege?

Zu Viert geht nun die Reise quer durch die Schweiz. Das Ziel: Zürich.

Und während die Eltern der Bengel eine gross angelegte Fahndung in die Wege leiten und selber dem Jungs nachfahren, erleben diese das Abenteuer des Sommers. Von Heuschrecken, die gegessen werden müssen, über Kugellager, das ein Huhn aufpickt oder wild gewordenen Stieren, bis hin zu romantischen Begegnungen mit Mädchen oder dem schlussendlichen Kontakt mit dem König der Lausebengels. Denn der Schatz im Titticacca-See, dessen Ort auf der Schatzkarte verzeichnet ist, muss ja schliesslich auch noch gefunden werden...


DVD-Rating

Mein Name ist Eugen bricht alle Rekorde: erfolgreichster Schweizer Film (nach Die Schweizermacher) und soeben noch den Achtung, Fertig, Charlie überholt - besten Dank dafür!

Der Film um die Lausbuben Eugen, Franz, Edi und Bäschteli auf der Suche nach dem König der Lausbuben ist ein munter-fröhlicher Rückblick in die 50er Jahre Schweiz, gespickt mit wunderbaren Streichen, viel *gopferdammigopferdeli*, treffenden Charakteren (Gummi, der Pfadiführer, ist das absolute Highlight in der von abstrusen Köpfen gespickten Geschichte) und Liebe zur Vorlage. Ein bekanntes Kinderbuch erfolgreich umzusetzen, ist mitunter schwieriger als man denkt, wie die grausame Globisierung vor einiger Zeit beweiste. Michael Steiner hatte aber das richtige Händchen um 50er Lausbubencharme mit moderner Technik zu verknüpfen. So schneidet er die Abenteuer der vier Träumer temporeich und lässt wenig Zeit zum Durchatmen und Landschaften, Städte, Autos geniessen. Mit dem Einsatz von Computertechnik gelingen ihm ausserdem Shots von durch die Schweiz fahrenden Krokodilen (ja, die Lok) und wütenden Stieren. Das sieht nicht immer alles super überzeugend aus, stört aber nicht wirklich.

Bei einem allerorts geliebten Film sucht man (mehr oder weniger natürlich) auch mal nach der ein oder anderen Schwachstelle. Ich hätte gerne noch ein bisschen mehr der Streiche und Geschehnisse auf dem Weg nach Züri gesehen, in der Limmatstadt selber hat der Film seine schwächeren Momente und verliert am meisten an Tempo. Och, und ganz ehrlich, ich hätte gerne noch ein paar mehr der alten Schullieder gehört, die wir damals auf dem Weg ins Skilager aus voller Brust intoniert haben (heute packt man ja den MP3 Player in die Tasche und hört individuell). Früher...! Ja, und dann hätten die vier Goofen eben alle doch breites Bärndütsch sprechen sollen.

Köstlich, neben all dem who's who der Schweizer Film-und TV-Szene, ist das am Schluss zu sehende Swissair-Flugi, das fast nahtlos zu Steiners aktuellem Kinoerfolg Grounding überleitet. Mein Name ist Eugen ist eine gelungene Schweizer Komödie, bei der ich mehr Schmunzeln musste als in all den CH-Klamottenkisten seit Die Schweizermacher zusammen. Wirklich mehr als empfohlen, für alt und jung!

Extras: Impuls bringt die DVD in zwei Versionen auf den Markt. Die Single Disc DVD enthält neben dem Film Audiokommentare mit Regisseur und Schauspielern sowie dem Kinotrailer. Die Special Edition enthält einiges mehr an Bonusmaterial wie zB. einen Film über das SBB-Krokodil, ein Making Of, den Soundtrack und weitere Beiträge verteilt auf drei Discs. Bildlich ist die DVD sehr gelungen und bringt im 2.35:1 Format Kinofeeling in die Stube. Der Ton vermochte mich nicht immer zu überzeugen, wobei sich das auf die Dialogspur beschränkt, bei der ich hie und da doch sehr genau hinhören musste um alles zu verstehen.

4.5 Sterne 4.0 Sterne
4.5 Sterne (132 Bewertungen) | 1 Kommentar

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02.03.2006 / muri (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 24.02.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Dialekt (DD 5.1 & DD 2.0)
  • Untertitel: -
  • Extras: Audiokommentare (Regisseur und Schauspieler), Kinotrailer.