Mary (2005)
Mary (2005)
Oder: You know what it's like to be nailed to the cross?
Regisseur Tony Childress (Matthew Modine) spielt Jesus in seinem eigenen Film "This is my Blood". Als der Film abgedreht ist, haut ihm seine Hauptdarstellerin Marie (Juliette Binoche) ab. Sie hat die Maria Magdalena verkörpert und will nun nach Jerusalem, um die spirituellen Erfahrungen, die sie im Film gemacht hat, zu vertiefen.
Ein Jahr später steht "This is my Blood" kurz vor der Weltpremiere in New York City. Eine erste Pressevorführung findet statt, der auch Talkshow-Moderator Ted Younger (Forest Whitaker) beiwohnt. Er versucht Childress für seine tägliche Fernsehsendung zu gewinnen, in der sich Experten jeden Abend zu Jesus und anderen religiösen Themen äussern. Der kontroverse diskutierte Film und sein Regisseur würden der Einschaltquote gut tun. Als Marie während der Live-Sendung aus Israel ins Studio telefoniert, eskaliert die Situation.
Kinofilm-Rating
Abel Ferrara hatte seine Blütezeit mit dem Beginn der 90er Jahre. Mit The King of New York, Bad Lieutenant, Body Snatchers und The Funeral lieferte er alle paar Jahre Filme, die zwar immer kontrovers diskutiert, aber von der Kritik doch wohlwollend aufgenommen wurden. Danach ging's bergab und mit The Blackout aus dem Jahre 1997, worin sogar Claudia Schiffer mitspielen durfte, wurde dann der Tiefpunkt erreicht. Mit seinem neuesten Film Mary konnte er nun den Grand Prix der Jury von Venedig einheimsen. Viel Geld einspielen wird wohl auch dieser Film nicht.
Dafür fehlt es dem Film an einem konzisen Plot. Es ist in zweierlei Hinsicht ein Religionsfilm, in dem wahrhafte Experten wie Jean-Yves Leloup, Elaine Pagels und Amos Luzzatto sich selber spielen und von Forest Whitaker zu ihren Thesen befragt werden. Es gibt aber auch Film-in-Film-Szenen aus einem fiktiven Sandalenfilm über Jesu Auferstehung und Maria Magdalena. Mathew Modine darf sich als bersekender Regisseur dieser Szenen als eine Mischung aus Mel Gibson und Abel Ferrara gebärden. Daran werden Filminsider genauso Freude haben wie an Gretchen Mol als Name der von Marion Cotillard verkörperten Figur. Wenn man nicht zu denen gehört und sich noch nie die Frage gestellt hat, ob nun Maria Magdalena eine Hure oder doch eine Fischerin und gleichberechtigte Gefährtin von Jesus war, wird sich in Mary vor allem wundern, was die Nachrichten-Bilder aus dem Nahostkonflikt mit der restlichen Handlung zu tun haben.
![]()
3.6 Sterne (4 Bewertungen) | 0 Kommentare


