The Longest Yard (2005)
Spiel ohne Regeln
The Longest Yard (2005) Spiel ohne Regeln
Oder: Gibts das auch in XXL?
Wer als Footballspieler seine eigenen Spiele verschiebt, um Kohle zu machen, hat seine Karriere in den Sand gesetzt. Paul Crewe (Adam Sandler) ist so einer, der zwar noch immer auf Bewährung im realen Leben steht, aber mit seiner Freundin (Courtney Cox) inzwischen auf Kriegsfuss. Drum schnappt er sich auch, angetrunken wie er ist, ihren heissen Sportflitzer, ein Sixpack Bier und hat Spass auf der Strasse. Natürlich wird er von der Polizei verfolgt, verhaftet und in einen Knast geschickt, der sich im Niemandsland der USA befindet.
Nachdem Crewe die Härte der brutalen Wächter gespürt und dem Leiter der Anstalt (James Cromwell) begegnet, macht er sich unter den Knackis einige Freunde. Allen voran den "Caretaker" (Chris Rock), der so ziemlich alles besorgen kann, was das Herz begehrt. Als ehemaliger Footballer soll Crewe der Wächtermannschaft als Berater zu Seite stehen und schlägt erstmal ein Aufbauspiel vor. Das bringt die Herrschaften Gefängnisleiter auf die Idee, dass Crewe eine Mannschaft aus Knackis zusammentrommeln soll, um genau eine solche Aufbaumannschaft zu organisieren, die dann gegen die Wächter antritt. Nichts einfacheres als das? Denkste. Doch mit der Hilfe des ehemaligen Coaches Nate Scarborough (Burt Reynolds) solls klappen.
Die Knackis entpuppen sich überraschenderweise als Raufbolde und Tunichtgute, die vielfach von Football keine Ahnung haben. Ein paar schwere Brocken melden sich, doch Crewe will mehr. Er will die aggressiven Typen. Die richtigen Kerle. Die harten Jungs. Und siehe da, ein Riese (Dalip Singh), ein paar Kraftbolzen (Bill Goldberg, Bob Sapp) und der schnelle Wirbelwind Megget (Nelly) schreiben sich ein und der zusammengewürfelte Haufen Testosteron nimmt langsam Form an.
Am Tag der Entscheidung schaut die Nation zu, wie sich verurteilte Sträflinge mit ihren Wärtern auf dem Footballfeld messen. Als die Knackis sogar in Führung gehen, wird Paul Crewe von höherer Stelle ans Herz gelegt, doch dieses Match zu verlieren, wenn er seine verbleibende Knastzeit "friedlich" absitzen will. Wird er auf diesen Deal eingehen?
DVD-Rating
1974 brachte Burt Reynolds einen Film ins Kino, der von einer Gruppe Häftlinge handelte, die gegen die bösen bösen Knastwärter in einem Footballspiel bestehen sollten. 2005 kommt der praktisch gleiche Film nochmals in die amerikanischen Kinos und hat eine Liste an (ehemaligen) Footballern, Wrestlern und bekannten Schauspielern zu bieten, die andere Projekte neidisch werden lassen kann. Ausserdem bürgt Adam Sandler, dessen Company auch den Film mitproduziert hat, für gute Unterhaltung und mit über 160 Millionen Dollar Einspiel an den Kassen ging die Rechnung vollkommen auf.
Natürlich interessiert ein Film über Football in Amerika die Massen, während bei uns fast kein Hahn danach kräht. Und trotzdem ist The Longest Yard ein richtig unterhaltsamer Film geworden. Das hat einerseits Hauptdarsteller Adam Sandler mit gelungenen Sprüchen zu verantworten, andererseits ist die Action stets mit fetziger Musik unterlegt und die Muskelprotze zeigen teilweise sogar schauspielerisches Talent. Das ist lustig, aber natürlich kein Highlight der Filmgeschichte.
Adam Sandler rettet sich in seiner Performance mit den angesprochenen guten Sprüchen, denn den Quarterback nimmt man ihm nicht wirklich ab. Aber in einem typischen Männerfilm wie diesem kommts mehr auf die physische Präsenz an. Und hier hat The Longest Yard einiges an Bekanntheiten zu bieten. Natürlich sind da Footballer im Bild und auch die Garde der Wrestler ist richtig imponierend. Kevin Nash (der schon im Punisher als blonder Russe aufgeräumt hat), Bill Goldberg (aus Santas Slay), "Stone Cold" Steve Austin oder auch der gigantische und erst grad im Wrestling-TV debütierte Dalip Singh lassen das Herz der Fans höher schlagen. Für die Rapfans ist Nelly am Start und für Freunde des guten alten Actionfilms wird der Name von Brian Bosworth (remember Stone Cold?) noch was sagen.
Fazit: The Longest Yard ist Testosteron pur. Die Männer sind mehrheitlich über 120 Kilogramm schwer, haben imposante Oberkörper und grunzen sich durch den Film. Das stört aber zwischen Bier und Chips nicht die Bohne. Fürs Auge ist dazu noch Courtney Cox vorhanden, doch die blendet sich schnell wieder aus. Wer am Schluss gewinnt, wer wen schlägt und wer seine gerechte Strafe bekommt, ist sekundär. Hier gehts ums Training, um Schweiss, dumme Sprüche und deftiges Geprügle. Da helfen auch die erbärmlichen Versuche, eine Story in den Film zu bringen, nicht viel. Denn auf so was kann man(n) hier echt verzichten.
Die DVD hat einige wenige, aber dafür recht unterhaltsame Features zu bieten. Lustig ist das Gag-Reel, Geschmacksache die Deleted Scenes. Die Features sind aber sehenswert. Wer denkt, dass man für einen Sportfilm keine Special-Effects braucht, wird hier eines Besseren belehrt. Künstliche Tischtennisbälle oder dazugefügte Zuschauer sind nur die Spitzen der Eisberge. Auch die Trainings der Crew (geleitet von echten Footballern) machen einen harten und schweisstreibenden Eindruck. Die Belohnung dafür ist ein guter Film und ein Catering, das sich gewaschen hat. Im letzten Feature ist nämlich das Essen am Set das Hauptthema. Und wenn Muskelpakete und grosse Jungs Hunger haben, dann darfs auf dem Grill keinen freien Platz mehr haben. Wer isst am meisten? Findets heraus in diesem Feature. Den Schlusspunkt setzt Nelly mit einem *yoyo* Musikvideo.
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4.1 Sterne (29 Bewertungen) | 6 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 21.03.2006
- Bildformat: 2.35:1 (16:9 Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
- Extras: Gag Reel, Entfallene und erweiterte Szenen, Visuelle Effekte, Making-of, Training, Das Catering, Musikvideo



