Land of the Dead (2005)
Land of the Dead (2005)
Oder: Untoten dieser Welt, vereinigt euch!
Die lebenden Toten beherrschen das Land. Nur noch vereinzelte Menschen sind den hungrigen Zombies bislang entkommen. Sie verschanzen sich in abgeriegelten Stadtquartieren, bewacht von Söldnern und Soldaten. Für Nahrungsmittelnachschub sorgen Abenteurer, welche die Supermärkte der zombieverseuchten Gebiete nach Essbarem durchkämmen.
Die Gruppe um Riley (Simon Baker) und seinen ständigen Begleiter Charlie (Robert Joy) versorgen nun schon seit mehreren Jahren mit dem umgebauten, zombiesicheren Lastwagen "Dead Reckoning" das Quartier des korrupten Geschäftmannes Kaufman (Dennis Hopper). Dieser residiert mit den übrig gebliebenen Reichen und Wohlhabenden in einem ehemaligen Kaufhaus "New Field". Kaufman kontrolliert die neu entstandene Zweiklassengesellschaft. Die Unterschicht wird mit Prostitution und Spielen in Schach gehalten.
Riley interessiert dies alles nicht mehr. Heute ist sein letzter Tag als Söldner im Dienste Kaufmans. Er hat sich genug Geld zusammengespart, um sich ein Auto zu kaufen und sich in die zombiefreie Einöde des Nordens zu verziehen. Seine Nachfolge wird Cholo (John Leguizamo) antreten. Dieser will sich mit seinem Lohn einen Platz bei den Reichen erkaufen. Rileys letzte Mission endet allerdings nicht glücklich - ein Zombie tötet durch Cholos Verschulden ein Teammitglied.
Und überhaupt: die Zombies scheinen irgendwie ein wenig anders als sonst... weniger schwerfällig... organisierter... lernfähig! Die langsam auf New Field zuwandernde Armee von Untoten, angeführt vom besonders intelligenten Zombie Big Daddy (Eugene Clark), giert nur nach einem: Menschenfleisch!
Kinofilm-Rating
Mit 64 Jahren zeigt es George A. Romero uns allen zum vierten Mal. Der Drehbuchautor und Regisseur gilt mit seinem Erstlingswerk Night of the Living Dead als "Erfinder" des Zombie-Genres. Auf den Klassiker folgten 1978 der (kürzlich neuverfilmte) Dawn of the Dead und 1985 Day of the Dead. Alle Filme haben heute -verdient- Kultstatus. Mit Land of the Dead haucht er den Toten nun zwanzig Jahre nach seinem letzten Zombiefilm erneut Leben ein.
Und die Untoten sind besser denn je. Besser, weil die Atmosphäre stimmig ist. Bereits in den ersten Filmminuten wird klar, die Geschichte knüpft dort an, wo die anderen aufgehört haben: Die Zombies sind schon überall, die Endzeitstimmung ist verflogen, jetzt steht Überleben auf dem Plan. Romero macht geschickt und glaubhaft den knapp überlebenden Menschen das Leben noch schwerer: Seine Zombies beginnen langsam aber stetig, Anfänge von Intelligenz zu zeigen. Wie kleine Kinder lernen sie aus Instinkt- und Triebhandlungen heraus auf ein Ziel hin- und gar zusammenzuarbeiten. Was das Ziel wohl sein könnte, brauch ich hier kaum zu erwähnen...
Bekanntlich gibts nur eine Methode, Zombies dorthin zu schicken, wo sie hingehören - man muss das Gehirn zerstören. Man stelle sich dafür die grausligsten Varianten vor - Romero schaffts, diese zu übertrumpfen. Hirnmasse wird gleich kiloweise verspritzt. Doch auch die Menschen kriegen ihr Fett weg. Vom simplen Biss bis hin zum Auseinanderreissen und Eingeweide-Fressorgie bietet Land of the Dead so einiges blutiges, das unter normalen Umständen schwer geniessbar ist. Entsprechend erhielt der Film in den USA ein R-Rating - hierzulande kommt er ungeschnitten und ab 16 Jahre in die Kinos.
Dennoch verkommt der Film nie zu einem reinen Gorefest. Die Stimmung dazu ist zu perfekt, die Story spannend und mitreissend, Action gibts den ganzen Film hindurch. Mehr als einmal schafft es Romero so, auch abgebrühten Kinobesucher Schreckensmomente einzuflössen. Die einzelnen Charaktere passen hervorragend zu den Schauspielern. Kein Wunder, konnte doch Romero nach seinen Erfolgen in der Vergangenheit nun alle Schauspieler nach seinen Wünschen engagieren. Allen merkt man den Spass an ihrer Rolle an - sei es Hauptakteure oder simple Zombies.
Im Vorwort zur Pressedokumentation meint Romero: "Der wahre Horror in meinen Filmen ist, dass die Ordnung nie wieder hergestellt werden wird." Unter diesen Aspekt schneidet er wie bereits in seinen früheren Filmen gesellschaftskritische Themen an: Jeder will sein Leben möglichst geordnet leben und versucht deshalb Terrorismus und soziale Probleme ausserhalb der eigenen, kleinen Welt zu ignorieren. Doch durch Ignorieren lassen sich die Probleme nicht lösen... Doch keine Angst: Land of the Dead will uns nicht in erster Linie belehren, sondern Spass bereiten. Und davon kriegt man eine ganze Menge!
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