Land of the Dead (2005)
Land of the Dead (2005)
Oder: Invasion der Grunzer
Die lebenden Toten beherrschen das Land. Nur noch vereinzelte Menschen sind den hungrigen Zombies bislang entkommen. Sie verschanzen sich in abgeriegelten Stadtquartieren, bewacht von Söldnern und Soldaten. Für Nahrungsmittelnachschub sorgen Abenteurer, welche die Supermärkte der zombieverseuchten Gebiete nach Essbarem durchkämmen.
Die Gruppe um Riley (Simon Baker) und seinen ständigen Begleiter Charlie (Robert Joy) versorgen nun schon seit mehreren Jahren mit dem umgebauten, zombiesicheren Lastwagen "Dead Reckoning" das Quartier des korrupten Geschäftmannes Kaufman (Dennis Hopper). Dieser residiert mit den übrig gebliebenen Reichen und Wohlhabenden in einem ehemaligen Kaufhaus "New Field". Kaufman kontrolliert die neu entstandene Zweiklassengesellschaft. Die Unterschicht wird mit Prostitution und Spielen in Schach gehalten.
Riley interessiert dies alles nicht mehr. Heute ist sein letzter Tag als Söldner im Dienste Kaufmans. Er hat sich genug Geld zusammengespart, um sich ein Auto zu kaufen und sich in die zombiefreie Einöde des Nordens zu verziehen. Seine Nachfolge wird Cholo (John Leguizamo) antreten. Dieser will sich mit seinem Lohn einen Platz bei den Reichen erkaufen. Rileys letzte Mission endet allerdings nicht glücklich - ein Zombie tötet durch Cholos Verschulden ein Teammitglied.
Und überhaupt: die Zombies scheinen irgendwie ein wenig anders als sonst... weniger schwerfällig... organisierter... lernfähig! Die langsam auf New Field zuwandernde Armee von Untoten, angeführt vom besonders intelligenten Zombie Big Daddy (Eugene Clark), giert nur nach einem: Menschenfleisch!
DVD-Rating
Das Genre des Zombiefilms lag lange Zeit versteckt irgendwo in den hinteren und dunklen Regalen der Videotheken. Mit Dawn of the Dead änderte sich das 2004 und somit durfte auch der Altmeister des Genres, George A. Romero wieder ans Werk. Lange hats gedauert, aber mit Land of the Dead beweist der Senior, dass ers durchaus noch drauf hat und sich seine Filme sogar fürs Massenpublikum eignen.
Die Geschichte von Land of the Dead ist relativ kurz erzählt und hat eigentlich einen ganz anderen Spannungspunkt zu bieten, als die Konflikte in der Menschenwelt. Die sind nämlich recht unspektakulär. Da helfen auch aufgemotzte Laster und imposante Kanonen nichts. Die wichtigsten Figuren dieses Filmes sind ganz klar die Untoten. Und da vor allem der Fakt, dass diese durchaus in der Lage sind, sich weiter zu entwickeln. Zwar langsam, aber immerhin tun sies. Und wenn man bedenkt, in was für einer Lage die Menschheit wäre, wenn die Zombies den Entwicklungssprung in Richtung Intelligenz des Menschen machen, dann heisst wohl "Gute Nacht"...
Ausser den Zombies mit Upgrade, den Konflikten der Menschen und den Anspielungen des Filmes auf aktuelle amerikanische Präsidenten und deren Politik, steht natürlich das "fressen und gefressen werden" im Vordergrund. Ob mit Spannung, mit Ekel oder mit Humor, man wartet auf die nächste Attacke, welche die gewünschte Emotion bringt. Und in Land of the Dead gibts ein paar schöne Aktionen, die vor allem die blutgeilen Zuschauer befriedigen dürften. Leute mit Magenproblemen sollten sich zweimal überlegen, ob sie den Film gucken wollen.
Als Schauspieler überragt natürlich der Name Dennis Hopper. Seine Rolle ist allerdings recht klischeehaft angelegt und sollte, wie der Schauspieler selber sagt, an US-Minister Donald Rumsfeld erinnern. Die menschliche Crew macht ihre Sache anständig und bleibt im Bereich ihrer Möglichkeiten. Wie gesagt, Lebendige sind hier nicht das Hauptaugenmerk.
Fazit: Land of the Dead ist blutig, teilweise recht witzig und kommt solide daher. Mir persönlich hat Dawn of the Dead eine Spur besser gefallen, weil damals die Bedrohung irgendwie realer schien. In diesem, aktuelleren, Film konnte ich mehr lachen als mich gruseln. Aber vielleicht überspiele ich meine Angst mit lautem Gelächter? Naja, wär schon möglich...
Die Bonusfeatures sind zahlreich auf der DVD von Land of the Dead. Natürlich darf das übliche Making-of und das selbsterklärende Herrichten der Masken nicht fehlen. Zu diesen unspektakulären Features kommt ein richtig lustiger Bericht über das "Hinter den Kulissen", in dem John Leguizamo den Fremdenführer spielt. Ein paar zusätzliche Szenen sind unter dem Überbegriff "Remaining Bits" zu finden. Der Audiokommentar darf nicht fehlen und in "Scenes of Carnage" kommen die Fans von blutigem Geschlachte auf ihre Kosten. Dort werden nämlich in aller Kürze ein paar leckere (Fr-)Ess-Szenen aus dem Film präsentiert. Wer im Film genau hinschaut, wird sie erkennen. Die beiden Jungs aus Shaun of the Dead, die dem Set einen Besuch abgestattet haben und sich klitzekleine Rollen ergattern konnten. Dieses Erlebnis bedarf natürlich eines Berichts und der ist hier anwählbar. Szenen zwischen Green-Screen und finalem Film werden in einem weiteren, interessanten Feature behandelt. Zum Abschluss gibts noch einen Scream-Test, dessen Sinn ich allerdings nicht wirklich verstehe. Die Trailer zu King Kong und Skeleton Key beschliessen das interessante und vollgestopfte Programm zum Film.
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3.9 Sterne (81 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 10.01.2006
- Bildformat: 1:2.35
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Audiokommentar, Making-of, A Day with the Living Dead, Bringing the Dead to Life, The Remaining Bits, When Shaun met George, Scenes of Carnage, Zombie-Effects, Storyboard, Scream-Test, Trailers




