Kiss Kiss Bang Bang (2005)
Kiss Kiss Bang Bang (2005)
Oder: Harry und Perry in Harmony
Harry Lockhart (Robert Downey Jr.) ist Kleinganove. Und zwar ein eher mieser. So erstaunt es nicht, dass er kurz vor Weihnachten beim Klauen von Spielsachen ertappt wird. Auf der Flucht platzt er in das Vorsprechen für eine Detektivrolle rein, macht in der Not gleich mit und der Zufall will es, dass er mit seinem Auftreten genau den Vorstellungen der Verantwortlichen entspricht. Die Produktionsfirma engagiert den Gauner kurzerhand und stellt ihn zur Vorbereitung auf den Film an die Seite des erfahrenen Privat-Schnüfflers Perry Van Shrike (Val Kilmer). Letzterer ist darob wenig erfreut. Die zwei geraten bald aneinander und streiten sich unentwegt. Die Umstände jedoch - ein Fall, der sich als nicht ganz so simpel herausstellt, wie es anfangs schien und in den sie sich ungewollt immer mehr verstricken - zwingen die beiden zusammenzuarbeiten. Und es zeigt sich, dass die zwei grundverschiedenen Typen das gar nicht so schlecht können.
Mitten drin in den sich drunter und drüber entwickelnden Ereignissen steht Harmony (Michelle Monaghan), welche ihrem Namen wenig Ehre macht. Ob sie wirklich das unschuldige Opfer ist, welches sie zu sein vorgibt, wissen Harry und Perry nicht mit Bestimmtheit. Ihre Präsenz hinterlässt jedoch zweifelsohne ihre Spuren, auch wenn ihre wahren Motive vorerst ein Geheimnis bleiben.
Kinofilm-Rating
Selten genug kommt man aus dem Kino, wo man gerade einen Film gesehen hat, den man sich gerne gleich noch einmal einverleiben möchte. Noch seltener möchte man dies tun, weil einen der eben gesehene Film in einem Zustand der angenehmen Verwirrung hinterlässt. Ich persönlich hätte nach der Nachtvorstellung im Palais von Cannes auf jeden Fall nicht behaupten können, diesen Film voll und ganz kapiert zu haben. Und ziemlich sicher lag es nicht nur daran, dass der Streifen ohne deutsche oder englische Untertitel ausgestrahlt wurde. Das sich dieser Film aber nicht nur durch eine ausgeklügelte Story (Shane Black: The Last Boyscout, Lethal Weapon 1-4), sondern auch durch viel Charme und rabenschwarzen Humor auszeichnet, habe ich aber mitgekriegt. Die Tatsache, dass Harry und Perry nun auch in den landeseigenen Kinos zu sehen sein werden, erfreut mich daher ungemein. Eine zweite Visionierung ist für mich ein Muss.
Zum schwarzen Humor: Wenn in Kiss, Kiss, Bang, Bang die Leichen fliegen, hat das eine ganz andere Wirkung als in Bad Boys II. Die beiden Hauptdarsteller gehen nicht nur mit Worten witzig um, sondern auch mit unmöglichen Situationen, wie zum Beispiel der angedeuteten. Weder Robert Downey Jr. noch Val Kilmer haben in letzter Zeit mit ihrer Beteiliguung an erfolgreichen Blockbustern von sich reden gemacht. Nicht dass das für gute Schauspieler zwingend wäre, aber es sagt zumindest etwas über deren mittelfristige Erfolgsquote aus. Wer die Arbeit von einem oder gleich beiden dieser Akteure zu schätzen weiss, wird sich an der Tatsache erfreuen, dass sie sich in diesem Film gegenseitig aus der (potentiellen) Vergessenheit manövrieren. Sie laufen gar zu Bestform an. Ok, jetzt übertreibe ich vielleicht ein wenig. Der Umstand, dass alle drei Hauptdarsteller, sowie Regisseur (ebenfalls Shane Black ) und der bekannte Produzent Joel Silver (The Matrix 1-3) ebenfalls mit mir die Weltpremiere genossen, mag mein Urteilsvermögen etwas beeinträchtigen. Auf jeden Fall macht es Spass den beiden beim Schauspiel zuzuschauen. Und Shane Black kann von mir aus in Zukunft weiterhin seine Skripts gleich selbst verfilmen. Das macht er nämlich toll. Ohne Weiteres darf man sich auf mehr als einen weiteren Detektive-Buddy-Action-Movie freuen.
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4.9 Sterne (109 Bewertungen) | 24 Kommentare



