King Kong (2005)
King Kong (2005)

Nach ihrer äusserst erfolgreichen Zusammenarbeit an der Lord of the Rings-Trilogy, hat es zwischen Howard Shore und Peter Jackson bezüglich dem Riesenaffenprojekt "künstlerische Differenzen" gegeben. Im Oktober 2005 kam dann die, für unmöglich gehaltene, Neuigkeit an die Öffentlichkeit: Howard Shore verliess das King Kong-Projekt und übergab den Taktstock an James Newton Howard, welcher mit Batman Begins zusammen mit Hans Zimmer gerade eine mehr oder weniger glimpfliche Bruchlandung hinter sich hatte. Die Situation erinnerte stark an das Troy-Debakel (Gabriel Yared gegen James Horner) von 2004. Auch hier hatte James Newton Howard innert nicht mal einem Monat den Auftrag gefasst, einen vollorchestralen, fast drei Stunden langen Bombast-Score abzuliefern. Unter diesen Umständen betrachtet, ist aus King Kong eine sehr beeindruckende Arbeit geworden!
James Newton Howard hat sich einen Monat lang voll ins Zeug gelegt und dabei wahrscheinlich so ziemlich alles aus sich rausgepowert, was einem zum King Kong-Thema musikalisch einfallen könnte. Das Album wartet mit zahlreichen thematischen Einfällen auf, welche eine starke soundtechnische Vielfalt aufweisen: Eröffnen tut das Album mit dem King Kong-Thema, welches er im Verlauf des Albums immer wieder mal bedrohend, mystisch ("King Kong") und dann wieder fanfarisch, glorios mit starkem Effekt ("Captured" und "The Empire State Building") ertönen lässt. In "A Fateful Meeting" führt er das "Ann Darrow"-Thema ein, welches einen leicht traurigen aber trotz allem verträumten, etwas naiven Charakter hat. Jazzig geht es weiter in "Defeat is Always Momentary", wo er dem Charakter von Carl Denham ein nervöses und verzogenes Thema widmet. Die Ureinwohner und King Kongs Heimat "Skull Island" repräsentiert er mit Orchester und Chor in "It's Deserted". Ein Highlight und weiteres Thema (und gleichzeitig eine Notwendigkeit für die strapazierten Ohren) ist das sehr schöne und ruhige Liebesthema für die Beziehung zwischen King Kong und Ann Darrow, welches Howard in "Beautiful" und "Cetral Park" zum Besten gibt. Ein auf Klavier und feinen Holzbläsern gespieltes Stück, das starken Ohrwurmcharakter hat.
Zu guter letzt untermalt James Newton Howard den Showdown und die Todesszene von King Kong in der "Beauty Killed The Beast"-Suite mit Wiederholungen des King Kong-Themas und des "Beautiful"-Theams. Dazu kommt der, durch aggressiv gespieltes militärisches Schlagwerk, addierte militärische Charakter für die Flugzeuge, welche King Kong vom Empire State Buildig schiessen. Zu guter letzt begleitet Howard King Kong auf seinem Todessturz hinab in die Tiefen der New Yorker Strassenschluchten mit einer dramatischen Knabensopranstimme.
Fazit: Der Ideenreichtum, mit welchem James Newton Howard während seinem Workaholic-Einsatz gesegnet zu sein schien, ist beachtlich. Einen so Facettenreichen Score innert so kurzer Zeit zusammen zu stellen ist meiner Ansicht nach nichts anderes als eine Meisterleistung. So verzeiht man ihm auch gerne die etwas chaotische und dafür allzu laute Actionmusik ("Head towards The Animals"). Für Fans des Films und Filmmusik-Enthusiasten kommt hiermit eine eindeutige Empfehlung meinerseits! Eine der beeindruckendsten Leistungen dieses Komponisten!
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