Just Like Heaven (2005)

Solange es dich gibt

Just Like Heaven (2005) Solange es dich gibt

Oder: Who put Sponge Bob in the Lasagne?

Just Like Heaven

Reese ohne Runzeln

Elizabeth (Reese Witherspoon) ist die Superärztin. Sie überlebt 28-Stunden-Schichten mit nur wenigen Powernaps, erkennt Gebrechen auf Röntgenbildern aus hundert Metern Entfernung und sie weiss die Namen aller Krankheiten auch auf Lateinisch. Ihr Aussehen und ein Herz so gross wie ein OP machen sie beliebt bei alt und jung auf allen Stationen. Dem Chefmedizinmann entgeht dies nicht und so ist die Beförderung auch bald unter Dach und Fach. Bei all der Fürsorge für ihre Patienten bleibt ihr eigenes Liebesleben aber auf der Strecke. Obwohl sowohl die leibliche als auch alle Krankenschwestern immer wieder Verkupplungsversuche starten, war der Mr. Right noch nicht dabei.

Just Like Heaven

Reese mit Runzeln

David (Mark Ruffalo) ist auch auf der Suche. Aber nicht nach einer Freundin, sondern nach der perfekten Couch zum Siffen. Die Wohnung drum herum ist weniger wichtig. Hauptsache er kann den Schmerz über den Verlust seiner Freundin bequem sitzend auskurieren. Fündig wird er in einem schmucken, bereits möblierten Appartment. Doch so ganz allein, wie er sich das gewünscht hätte, ist er darin nicht. Eine blonde Mitbewohnerin nervt sporadisch wegen der Ringe, die Davids Kaffeetasse auf dem Couchtisch hinterlässt. Nur woher die Frau kommt, weiss David nicht. Sie verschwindet auf genau so mysteriöse Weise wie sie auftaucht. Alle Arten von Geisteraustreibungen (katholisch, asiatisch und à la Ghostbusters) helfen nicht. Elizabeth, als die sich die Dame vorstellt, bleibt, und nur David kann sie sehen.

Überzeugt, es mit einer Toten zu tun zu haben, versucht David der Erscheinung zu helfen. Er findet heraus, dass er die Wohnung einer Assistenzärztin bezogen hat, die einen Autounfall hatte...


Kinofilm-Rating

Reese Witherspoon ist auf direktem Weg, zum weiblichen Tom Cruise zu werden. Seit ihrem Durchbruch in Election aber auch in Pleasantville spielt sie die immer gleiche Rolle: den eigentlich süssen Fratz, der aber allen Männern in ihrem Umfeld gehörig auf die Nerven geht. Wie Cruise hat sie sich mit dieser einen Rolle aber zum Erfolgsgaranten an den Kinokassen gemausert. Legally Blonde erforderte einen Nachfolger und für Sweet Home Alabama trug sie die Marketingkampagne schon ganz alleine. Der Wunsch nach einer Veränderung scheint bei ihr nicht allzu gross zu sein.

Auch Marc Ruffalo manövriert sich in letzter Zeit ein bisschen in die Rolle des sitzpinkelnden Knuffelbuben. Die kuschelweichen Wollpullis, die er in diesem Film tragen muss, verstärken den Effekt noch im Vergleich zu 13 going on 30. Der Typ ist aber zu cool, um in solchen Rollen verharren zu müssen.

Nicht zuletzt wegen der Stereotypie der beiden Hauptdarsteller ist Just like Heaven über weite Strecken eine 0815-RomCom aus Hollywood. Nur Menschen aus dem 17. Jahrhundert merken nicht von Beginn an, wer mit wem glücklich werden wird. Überdurchschnittlich wird der Film dank dem Biss von Regisseur Mark Waters. Der schaffte schon das Kunststück Freaky Friday und vor allem Mean Girls auch für Personen ausserhalb der Fangruppen um Lindsay Lohan interessant zu machen. Ein köstliches Tohuwabohu im Krankenhaus setzt die Latte gleich zu Beginn recht hoch. Dina Waters als Elizabeths Schwester Abby und quirlige Mutter zeigt sich sehr spielfreudig. Ein Gastauftritt von Napoleon Dynamite John Heder als Fachmann für Geisterfragen erfreut nicht nur seine Fans.

In gewissen Momenten spielt der Film auch ungewohnt frech mit Hysterie um die Komapatientin Terry Schiavo. Der Werbekampagne macht ein Geheimnis daraus, warum Witherspoons Figur als Geist erscheint. Das macht es schwierig, über diesen interessanten Aspekt des Films zu reden. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, aber Just Like Heaven ist ebenso wenig nur eine romantische Komödie, wie Million Dollar Baby nur ein Boxerfilm war. Bis am Schluss ganz genrekonform ein Kuss des Märchenprinzen, Prinzessin Witherspoon aus ihrer Notlage befreien kann, darf zwischendurch das Abstellen von lebensrettenden Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes als "Kinderspiel" dargestellt werden. Ziemlich mutig für einen Film mit dem Hip Chick Reese Witherspoon auf der Suche nach dem Mr. Right.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (62 Bewertungen) | 15 Kommentare

3.53.5
03.11.2005 / rm