Jo Siffert - Live fast, die young (2005)
Jo Siffert - Live fast, die young (2005)
Oder: Rennfahrerfieber auf Schweizer Art
Für ältere Leser und Rennzirkus-Fans ist er DER Rennfahrer schlechthin - Jo Siffert. Noch heute gilt er als einer der zehn besten Rennfahrer aller Zeiten - obwohl er lediglich zwei Grand-Prix-Siege errungen hat. Vom Tellerwäscher zum nonchalanten Formel 1-Superstar: Der vermeintlich amerikanische Traum passierte in den 60ern hier in der Schweiz.
Joseph 'Jo' 'Seppi' Siffert hat schon mit 14 Jahren gewusst: Er wird Rennfahrer, koste es was es wolle. Gekostet hat es ihn einiges - letztendlich auch sein Leben. Als Karosseriespengler macht er sich mit den technischen Aspekten des Autos bekannt und kauft aus dem ersten Ersparten einen Brabham - mit damals 2'400.- das Billigste aller Rennautos. Zusammen mit einem kleinen Trupp von Mechanikern - allesamt Freunde, zog er von Rennen zu Rennen. Er war gut, sehr gut sogar. Seine Risikobereitschaft sucht seinesgleichen, und er scheint während des Rennens mit dem Auto eins zu werden...
Der Lebemann ist auf Erfolgskurs - sowohl Richtung Podest als auch Richtung der Herzen aller Schweizer. Doch vor seinem richtig grossen Erfolg stirbt Siffert auf der Rennstrecke. Über 50'000 Menschen säumen bei seiner Beerdigung die Strassen Fribourgs und erweisen dem volksnahen Helden die letzte Ehre.
DVD-Rating
TV-Sportler wie meiner Einer, von mittlerem Alter, mögen sich an den schnauzbärtigen Regazzoni erinnern. Doch dass einst zwei Schweizer einen Formel 1 Lauf anführten, das wusste ich nicht. Es war Jo Siffert, der damals seine Hohezeit im Rennsport hatte, ein Name, den ich noch vor einiger Zeit gar nicht mit dem Titel eines Schweizer Sportasses in Verbindung brachte.
Men Lareidas Dokumentarfilm bringt uns durch Originalaufnahmen (auf 8mm Film gedreht), alten TV- und Wochenschaubildern und Interviews mit einstigen Weggefährten (und -innen) einen Mann näher, der durch tadellosen Einsatz und Hingabe glänzte. Mit seinem Willen erreichte er seinen Traum, Rennfahrer zu sein. Und dabei blieb er eigentlich ganz Mensch - so lange er nicht hinter dem Steuer sass.
Jo Siffert ist eine faszinierend gemachte, liebevolle Sportlerhommage. Auch zeigt der Film, quasi als Nebensache, wie Geld und Macht den Motorsport eroberten. Fluch und Segen zugleich; das alleine wäre ein Dokfilm wert. Die damaligen Stars wie Jackie Stewart oder Jim Clark waren Sportler zum Anfassen, scheinbar sympathische Kerle und nicht millionenschwere Schumifiguren, denen man nur noch aus weiter Entferung zujubeln darf. Siffert gehörte zu ihnen und war einer der Beliebtesten unter ihnen. Gelungen zeigt der Film das Rennfahrerleben des Schweizers und wie man mit viel Engagement und ohne aufzugeben, Träume erfüllen kann. Auch wenn das Leben allzu kurz, aber umso intensiver war.
Die DVD: Die zweite Disc präsentiert zusätzliches 8mm Archivmaterial und Aufnahmen vom Grand Prix von Bern (ja, auch dort konnte man mal schnell fahren). Ausserdem sind Outtakes der aktuellen Gesprächspartner zu sehen. Auf Texttafeln kann man die Rankings von Sifferts Rennen begutachten. Ein schöner Bonus wären Einschätzungen von aktuellen Formel 1-Piloten zur Sportkarriere des Schweizers, soweit einschätzbar, gewesen. Die fehlen leider ebenso wie persönliche Ansichten der Filmemacher. Aber dafür gibt's ja auch noch das OutNow.CHInterview.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 11.05.2006
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Französisch, Englisch
- Extras: Disc 2: Interview Outtakes; 8mm Archiv-Material; Videoclip; Grand Prix Bern; Jo Sifferts Resultate.



