In Her Shoes (2005)
In den Schuhen meiner Schwester
In Her Shoes (2005) In den Schuhen meiner Schwester
Oder: We're a pair! Like Sonny and Cher!
Als Maggie (Cameron Diaz) von der bösen Stiefmutter ausquartiert wird, bleibt ihr mal wieder nur die Wohnung ihrer Schwester Rose (Toni Collette) als Zufluchtsort. Die ehrgeizige, aber in Sachen Männern wenig erfolgreiche Anwältin Rose versucht zwar, die unterbelichtete Blondine mit massivem Sexdrive bald wieder los zu werden, doch die schnellstens eingeleitete Stellensuche erweist sich wegen Maggies Dislexie als nicht sehr ergiebig. Als Maggie sich neben Geld und Schuhen auch noch den kürzlich eroberten Liebhaber der Schwester "ausleiht", ist endgültig genug Heu unten und Rose setzt gleich beide vor die Tür. Diesmal endgültig.
In ihrer Verzweiflung macht sich Maggie auf den Weg nach Miami zu Ella (Shirley MacLaine), die Grossmutter der beiden ungleichen Schwestern, von deren Existenz sie nur durch Zufall erfährt. Ella lebt ziemlich vermögend in einem Altersheim und ist von Maggie schnell als ihr nächstes Opfer, das es auszusaugen gilt, erkoren. Doch Ella ist nicht auf den Kopf gefallen und bietet Hilfe zur Selbsthilfe an. Derweil weiss Rose nicht wo Maggie steckt, und macht sich keine grossen Gedanken, da sie mittlerweile verlobt ist. Erst als sie per Post ein Flugticket nach Florida zugeschickt bekommt, wird ihr bewusst, dass sie schon lange nicht mehr mit ihrer Schwester gesprochen hat...
Kinofilm-Rating
In her Shoes ist ein Film über Schuhe, Hunde, Seniorenheime und die Liebe zwischen zwei Schwestern. Als Mann ist man bei diesen Themen schnell mal neben den Schuhen.
L.A. Confidential-Regisseur Curtis Hanson ist jedoch schlau und serviert dem starken Geschlecht Cameron Diaz öfters in Minis und als Höhepunkt im Bikini. Wie wir alle spätesten seit Charlie's Angels: Full Throttle wissen, ein gutes Zeichen für einen Film. In geiler Vorfreude schaut sich deshalb knapp fünfzig Prozent der Menschheit den Trailer zu In her Shoes im Internet an. Vielleicht sogar mehrmals, bis man ihn auswendig kann. Somit erfährt man auch so einiges über die Story, von der man zuerst gar nichts wissen sollte. Das wird dann aber zum Problem, wenn man sich den ganzen Film anschaut. Denn wenn nach gut einer Stunde Laufzeit noch nichts von Shirley McLane und der Seniorenresidenz in Florida zu sehen ist, weiss der trailerkundige Mann, dass es noch länger dauern könnte mit dem Happy End und bereut insgeheim, dass er die Liebste mal wieder ins Kino begleitet hat.
Zwar ist In her Shoes kein ganz so dämlicher Chick Flick wie zum Beispiel Bridget Jones' Diary. Die drei Damen in den Hauptrollen spielen blendend und ungefähr in der Mitte des Films hat es zwei wunderbare Szenen. Toni Collettes Freund verfolgt leidenschaftlich Basketballspiele und weckt dank dieser Passion für Etwas Collettes Liebe, auch wenn der Sport noch so fern von ihren Interessen liegt. Toni Collettes verliebtes Gucken in der Szene ist unbezahlbar. Gleichzeitig findet Shirley McLane den Zugang zur ihrer lange verschollenen Enkelin Diaz, indem sie sich Sex and the City anguckt. Ihre Kolleginnen haben ihr erklärt, der Weg zum Herz der jungen Generation führe über den Schund im Bezahlfernsehen. Die SATC-Folge in der Charlotte zu Analsex gezwungen werden soll, tut dann ihr übriges. Das sind wunderbare Episödchen, die der Trailer zum Glück noch nicht gespoilert hat. Aber warum muss so ein Film heutzutage ganze zwei Stunden dauern?
Neben der umständlichen Erzählung ist es auch wenig glaubhaft, wenn die ehrgeizige Superanwältin auf einmal voller Elan beim Hunde Sitten ihre Erfüllung findet und das blonde Partygirl in der Betagtenpflege brilliert. Und Cameron Diaz' wirklich wunderlangen Beine sind auch keine Trost, wenn sie eine Blondine spielt, die ziemlich genau denselben Entwicklungsprozess durchmachen muss, wie der Geissenpeter bei Johanna Spyri.
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3.7 Sterne (49 Bewertungen) | 10 Kommentare



