House of Wax (2005)
House of Wax (2005)
Oder: Kein Film übers Auto waschen
Auf dem Weg zum Footballgame ihrer Träume, machen sich 5 Kollegen (2 Mädels, 3 Jungs) auf die Reise in ihren Karren in Richtung Boca Raton. Carly (Elisha Cuthbert), ihr Bruder, dessen Kumpel, ihre beste Freundin Paige (Paris Hilton) und deren Lover verbringen die Nacht im Zelt am Waldrand. Nach einer Begegnung mit einem Autofahrer sind die Teenies ein bisschen nervös, aber das bevorstehende Footballspiel lässt alle ihre Ängste wieder beruhigen.
Als dann am nächsten Morgen der Keilriemen an einem Auto kaputt ist und bestialischer Gestank vom Wald her weht, muss dem einen Problem die Stirn geboten und dem anderen auf den Grund gegangen werden. Das man so was nicht unbedingt machen soll, scheinen die jungen Leute nicht zu wissen. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass Carly und ihr Freund mit einem komischen Einheimischen in ein Städtchen namens Ambrose fahren, während die anderen zurückbleiben und auf ihre Freunde warten.
Im kleinen und niedlichen Städchen ist denn auch gar niemand zuhause. Zwar hats eine Tankstelle für den Keilriemen und eine Kirche, wo scheinbar ein Gottesdienst gehalten wird, aber das ist alles nichts gegen das Wachsfigurenkabinett, dass einladend ein bisschen erhöht steht. Gelangweilt von der Warterei auf Bo (Brian Van Holt), der scheinbar einzigen Person, die in diesem Ort wohnt, machen Carly und ihr Freund erstmal eine Entdeckungsreise durch das Kabinett. Spannend ists und die Figuren sind so lebensecht. Man könnte meinen, dass da... Ach nein, bestimmt nicht.... Oder?
Spätestens als sich die Schleier lüften, die Personen zu erkennen geben und die Gruppe Jugendlicher in aussichtsloser Lage ist, scheinen sie zu verstehen, in was für einer Lage sie sich befinden. Doch zum davonrennen ists jetzt definitiv zu spät....
DVD-Rating
Tja, wenn Hollywood nichts mehr in den Sinn kommt, dann produziert man entweder Sequels, Prequels oder Remakes. House of Wax ist natürlich eine neue Fassung des Originals von 1953, in dem der unvergessene Vincent Price seine Opfer einwachsen durfte. Nun kramte man diesen Klassiker des Horrorgenres wieder aus, besetzte ihn zuerst (!) mit dem It-Girl Paris Hilton und scharte dann eine Gruppe junger Filmstars um sie, mit der Hoffnung, an den Kassen auch gross einzuschlagen. Im Amerika spielte dieser Grusel-Thriller die Kosten zwar knapp wieder ein, aber beispielsweise kam der Film in der Schweiz gar nie in den Kinos.
Wenn man über House of Wax spricht, dann redet man von Klischees und jungen Menschen, die sich genau so verhalten, wie man es in einem Horrorfilm nicht machen soll, wir es aber immer wieder gerne sehen. Man rennt fröhlich in den Keller, wenn der Killer hinterher jagt oder lässt den vermeintlich toten Bösewicht einfach liegen um danach erstaunt fest zu stellen, dass der gar nicht wirklich das Zeitliche gesegnet hat. Ebenso verliert man Handys, man lässt Videokameras abhanden kommen und wenn man erstmal in Unterwäsche da steht, darf man getrost drauf wetten, dass sofort was grusliges und völlig unerwartetes geschieht.
Hey, aber so schlecht ist der Film gar nicht. Dass da keine Schauspielgötter am Werk sind, weiss man spätestens, wenn nach ca. 45 Minuten die Metzelei, Rennerei und Schreierei los geht. Vorher versucht man zwar, die Jungs und Mädels ein bisschen zu erforschen, aber solche Sachen will in einem Horrorfilm nun wirklich keiner sehen, oder? Der Film entpuppt sich als wirklich gruslige Angelegenheit und wer schon einmal in einem Wachsmuseum war, wird sich sicher auch schon vorgestellt haben, dass die angeschaute Figur auf einmal mit den Augen blinzelt. Eine Horrorvorstellung, nicht? Und genau mit dieser Stimmung arbeitet der Film gut und unterhält deswegen durchaus passabel.
Natürlich wurde im Vorfeld nur von Paris Hilton gesprochen. Das sei "ihr" Film und sie würde ja so perfekt in die Rolle passen, die sie spielt. Nun, abfallen tut sie, gegenüber ihren Kollegen, in keinster Weise. Und wenn sie nach 73 Minuten (filmisch) von uns geht, dann hat sie ihre Schuldigkeit getan. Und das ist gut so. Wer aber herauszuheben ist, wäre Brian Van Holt in einer Doppelrolle als Bösewicht(er), von denen einer schon wirklich zum fürchten aussieht. Die aus 24 bekannte Elisha Cuthbert hat ein paar schöne Folter- und Splatterszenen, bleibt aber ebenfalls auf bescheidenem Niveau.
Fazit: Ja, ich hab mich amüsiert. Ja, ich hab mich gegruselt und Ja, ich fand den Twist am Ende gut. House of Wax ist ein Spassgrusler, der ein wenig Zeit braucht, bis er loslegt, dann aber mit vollem Geschütz auffährt. Kein Meilenstein des Kinos und auch nicht wirklich ein Super-Duper-Film, aber zum gruseln zu Zweit vor dem TV gibt es wahrlich schlechtere Filme als diesen.
Die DVD ist schön vollgepackt mit Features, rund um das House of Wax. Ein kommentierter B-Roll und einige Szenen mit Sprüchen der Darsteller startet die Tour durch die Extra-Features. Wie die Special-Effects mit diesen Wachsfiguren gehandhabt wurde und warum man eine ganze Stadt aufbauen wollte, erklären die weiteren zwei Kurzberichte. Ein kurzes Gag-Reel (dauert ca. 3 Minuten) soll die lustige Stimmung am Set beschreiben, ist aber kaum zum schmunzeln. Eine alternative Startsequenz, die gfürchig daherkommt, wäre ebenfalls abzurufen. Produzent Joel Silver erzählt uns kurz und verdammt witzig, was die Produktionsfirma schon alles für Filme gemacht hat. Nicht erschrecken, am Ende... Den Schlusspunkt setzt der amerikanische Trailer, der wirklich gut Lust auf den Film macht.
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3.6 Sterne (49 Bewertungen) | 10 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 23.09.2005
- Bildformat: 1,85:1 (16:9 Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 2.0), Spanisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Dänisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
- Extras: Kommentar der Schauspieler zur B-Roll und den verpatzten Szenen, Eingewachst, Das Haus aus Wachs, Verpatzte Szenen, Alternativer Anfang, Hinter den Kulissen, US-Trailer



