Hoodwinked! The True Story of Red Riding Hood (2005)
Die Rotkäppchen-Verschwörung
Hoodwinked! The True Story of Red Riding Hood (2005) Die Rotkäppchen-Verschwörung
Oder: The Käpp is back!
Red (Stimme von Anne Hathaway - The Devil wears Prada) ist ein kleines, scheinbar unschuldiges Mädchen, das mit ihrer roten Kapuze und ihrem Fahrrad der Grossmutter (Stimme von Glenn Close - The Stepford Wives) einen Besuch abstatten will. Doch anstelle von Granny liegt da in deren Haus ein böser Wolf (Stimme von Patrick Warburton - The Emperors New Groove) und versucht sie reinzulegen.
Doch unser kleines Mädel ist nicht auf den Kopf gefallen und hält mit allerhand Martial-Arts den Eindringling unter Kontrolle, als plötzlich ein scheinbar wildgewordener Holzhacker (Stimme von Jim Belushi - The Wild) durchs Fenster bricht und wie wild mit seiner Axt rumfuchtelt. Kurze Zeit später kommt auch Granny, gefesselt und genkebelt, aus dem Schrank gehüpft und die Polente steht auch schon vor der Tür.
Eigentlich wollte ja Chief Grizzly (Stimme von Xzibit - Gridiron Gang) den Fall schon abschliessen, da stolziert Detektiv Nicky Flippers (Stimme von David Ogden Stiers) in die Szene. Er will da gar keine voreiligen Schlüsse ziehen, sondern lässt jeden Verdächtigen erst einmal seine eigene Version der Geschichte erzählen.
Und siehe da, nichts scheint wie es soll und es kommen skandalöse Geheimnisse ans Tageslicht. Doch der Fall selber scheint immer komplizierter zu werden.
Kinofilm-Rating
Wenn sich ein 3D-Animationsfilm das Rotkäppchen zur Brust nimmt und sich aufmacht, die altbekannte Märchenwelt der Grimms mit Frechheit, Schmiss und derben Scherzen aufzurütteln, dann liegt die Referenz auf der Hand: die Märchenstunde von Pro 7, Verzeihung, kleiner Scherz, Shrek. Der Vergleich ist insofern nicht ganz fair, als dass die beiden Filme mit sehr unterschiedlichen Budgets hergestellt wurden (das Budget von Hoodwinked lag bei geschätzten 15 Millionen Dollar, beim ersten Shrek waren es bereits 60 Millionen). Es zeigt sich dabei mehr oder weniger, was man in einem solchen Fall vermutet: Hoodwinked war nicht nur billiger, sondern sieht tatsächlich auch sehr viel billiger aus - wobei man sich hier von Anfang an für eine trashige Ästhetik entschloss, mit der diese leicht veraltete Technik ganz gut fährt. Dafür profitiert Hoodwinked aber von einer künstlerischen Freiheit, welche die grüne Kartoffel bereits in ihrer zweiten Auflage nicht mehr hatte.
Gerade dieser Schuss geht allerdings in beide Richtungen los - die Gags sind in vielen Fällen zwar frischer und anarchischer, aber das gesamte Pulver ist dann leider auch vorschnell verschossen, und bis zur ulkigen Auflösung der Geschichte kommt es in der zweiten Hälfte zur wiederholten Wiederholung von Wiederholungen. Dies ist natürlich bis zu einem gewissen Grad auch auf die Konstruktion des Plots zurückzuführen, denn hier wird ja im Prinzip immer wieder dieselbe Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
Fazit: Hoodwinked ist kein Meisterwerk, aber schnell, locker und vor allem unkonventionell genug, um sein junges und jüngeres Zielpublikum zu gewinnen. Die Stimmenriege (darunter Anne Hathaway, Glenn Close, Jim Belushi und Anthony Anderson) macht ihre Sache recht, und es fällt positiv auf, dass hier die Charaktere durchgehend wichtiger sind als ihre Darsteller (also nicht so übergewichtet wie etwa die Präsenz von Will Smith in Shark Tale).
Der Grund, warum Hoodwinked bis zu diesem Datum noch keine Schweizer Leinwände erblickt hat, ist übrigens einfach: es handelt sich um das erste 3D-Animationsprojekt unter dem Siegel von The Weinstein Company. Und da der Markt mit den bestehenden und angekündigten Produkten aus den grossen Häusern bereits die Sättigungsgrenze erreicht hat, ist dieser Film für einen Rundgang in den Schweizer Kinos kein wahnsinnig interessantes Unterfangen. Schade eigentlich, dass solche Originalität unter den Tisch fällt, während sich mässig gelungene Konkurrenzprodukte wie Madagascar und The Wild bis zur Ununterscheidbarkeit gleichen.
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4.2 Sterne (62 Bewertungen) | 13 Kommentare



