Die Höhle des gelben Hundes (2005)
Die Höhle des gelben Hundes (2005)
Oder: Bunter Hund auf grüner Steppe
Nansal ist die älteste Tochter mongolischer Bauerneltern. Zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder - dem jüngsten in der Familie - lebt sie in der Steppe und hilft bei der Verrichtung der täglich anfallenden Arbeiten. Deren gibt es zahlreiche. Denn eine Schafherde und mehrere Yaks verlangen Einiges an Aufmerksamkeit. So geht Nansal ihrer Mutter beim Hüten der jüngeren Geschwister und beim Käsen, sowie ihrem Vater bei der Beaufsichtigung der Schafe zur Hand.
Abwechslung in den wenig ereignisreichen Alltag bringt ein Hund, welchen Nansal eines Tages in einer Höhle findet. Sie tauft ihn Zochor (den Bunten), weil er ein geflecktes Fell hat. Dem Vater ist der Wunsch seiner Tochter, den Hund behalten zu dürfen, gar nicht genehm. Er befürchtet die unweit lauernden Wölfe könnten durch ihn zur Herde finden und noch mehr Schafe reissen. Nachdem Zochor wegläuft und sich Nansal auf der Suche nach ihm verläuft, kann auch ihre Mutter nicht mehr viele gute Worte für den Liebling ihrer Tochter aufbringen. Es wird beschlossen den Hund beim kommenden Umzug zurückzulassen (Die Familie gehört zu den immer weniger zahlreichen Nomaden in diesem Gebiet). Nanal ist erschüttert.
Kinofilm-Rating
Du hast genug von ewig gleichen und simplen Hollywood-Actionfilmen? Marlboro-Werbungen wecken in dir das Fernweh (wegen der unberührten Natur, nicht wegen den Cowboys). Wer sich gerne mal 90 Minuten eine ruhige, anmutige Geschichte gönnen möchte, vor einer Kulisse, welche jedes Steppenwolf-Herz höher schlagen lässt, dem sei Die Höhle des Gelben Hundes empfohlen. Man möchte sagen, die ideale Kombination von Dokumentar- und Spielfilm.
Regisseurin Byambasuren Davaa wagte es gleich zwei grosse Schwierigkeiten in Angriff zu nehmen: Das Drehen mit Kindern und mit Tieren. Dies scheint ihr jedoch nicht mehr Mühe zu bereiten, als der kleinen Nansal das Reiten. Die drei Kinder sorgen für viele amüsante Szenen und es kommt sogar zu spannenden Momenten. Keine Minute zweifelt man an der Authenzität der "Darsteller" (denn ein bisschen geschauspielert wird schon). Auch der seltene Kontakt mit der mongolischen Sprache ist ein Erlebnis. Das Wichtigste mag aber wohl die Vermittlung einer uns zumindest fernen (wenn nicht fremden) Lebensphilosphie sein (siehe Trailer).
Der Film zeigt aber nicht nur ein uns wenig (bis gar nicht) bekanntes Leben, sondern kritisiert auch ganz am Rande dessen Kontakt zur westlichen Kultur, beziehungsweise Letztere selbst. Dennoch wird der Genuss an der Teilhabe einer friedvollen und hoffentlich nicht zu bald (oder gar nicht) aussterbenen Lebensart beinahe ungetrübt. Wer jetzt noch nicht vollends überzeugt ist, soll doch bei der offiziellen Webseite (siehe unten) vorbeischauen. Dort kriegt man einen visuellen und musikalischen Eindruck. Wer allerdings schon Die Geschichte vom weinenden Kamel genossen hat (von derselben Regisseurin), braucht wahrscheinlich nicht zu einem Kinobesuch überredet zu werden.
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