The Hitchhiker's Guide to the Galaxy (2005)

Per Anhalter durch die Galaxis

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy (2005) Per Anhalter durch die Galaxis

Oder: Don't leave Earth without it!

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy

Wie, schon wieder Independence Day?

Es ist sicherlich ein Montag. Es muss ein Montag sein. Anders kann es sich Arthur Dent (Martin Freeman) nicht erklären, dass ausgerechnet am heutigen Morgen sein Haus einer Umfahrungsstrasse weichen soll. Die Bagger stehen bereits vor der Tür. Arthurs Protest währt allerdings nicht lange: Ford Prefect (Mos Def), sein bester Freund, versichert ihm, dass dies sehr bald kein Problem mehr sein werde. Und überhaupt gäbe es in wenigen Minuten überhaupt keine irdischen Probleme mehr - die Erde werde zerstört. Er, Ford, käme von einem anderen Planeten. Ahjaaa...

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy

"... / thy micturations are to me / ..."

Drei grosse Pints und eine handvoll Erdnüsschen später kündigt sich das Ende tatsächlich an - in Form einer Konstruktionsflotte der Vogons. Die Erde muss einer intergalaktischen Hyperspace-Strasse weichen... Ford hält den Finger raus, und wird prompt - mit Arthur im Schlepptau - von einem vogonischen Raumschiff mitgenommen.

Ford ist Schreiber für den "Hitchhiker's Guide to the Galaxy", dem erfolgreichsten Reiseführer für intergalaktische Tramper. Er ist nicht nur darum so erfolgreich, weil er minimal billiger ist als andere Reiseführer, sondern vor allem auch, weil auf seiner Rückseite in grossen Buchstaben "DON'T PANIC!" steht. Zu jedem nur erdenklichen Stichwort weiss der Guide rat. Der Eintrag "Erde" liest sich so: "mostly harmless"

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy

That doesn't do anything to me...

Und dies hat der Guide zum Rest des Filmes zu sagen: Ford und Arthur werden entdeckt, müssen sich Vogonische Gedichte anhören - Vogoner sind die drittschlechtesten Dichter im Universum -, werden an die frische "Luft" gesetzt, um Sekunden später im Raumschiff Heart of Gold des Präsidenten der Galaxie, Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell) aufgenommen zu werden. Und dort stösst Arthur zu seinem grossen überraschen auf eine Bekannte... Zusammen mit dem depressiven Roboter Marvin (Stimme: Alan Rickman) macht sich das kleine Grüppchen auf, um das Geheimnis der wichtigsten Frage zur wichtigsten Antwort (42!) zu entdecken.


Kinofilm-Rating

Don't Panic! - auf diese Worte bin ich erstmals im Zusammenhang mit dem Teaser-Trailer zum Film gestossen. Was eine Allerweltsformel für alle möglichen Probleme darstellt, hat mich dazu bewogen, das Kultbuch von Douglas Adams in kürzester Zeit zu verschlingen. Mit jeder Buchseite wurde die Vorfreude grösser - als dann der beste aller Trailers (Trailer #2) ins Netz gestellt wurde, war's um mich geschehen. Das Buch strotzt von ironischem, skurrilem, britischen Humor - wenn nur die Hälfte davon im Film umgesetzt werden kann...

... und Regieneuling Garth Jennings konnte. Zusammen mit Adams, der bereits seit mehr als 20 Jahren an einem Drehbuch zu seinem Film gearbeitet hatte, wurde einer der skurrilsten Filme produziert. Für die Filmgeschichte hat sich Adams neue Szenen, Geschichten und Figuren ausgedacht. So folgt zwar vor allem zu Beginn der Film streng der Buchgeschichte, um dann ein neues, überraschendes Ende zu nehmen. Trotz der guten Umsetzung ist der Film aber nicht für das Massenpublikum gemacht. Zu viele Details aus dem Buch werden gar nicht oder sehr kurz erwähnt. Erst mit dem Hintergrundswissen wird die Geschichte richtig unterhaltsam und zu einem perfekten Erlebnis - vom Delphin-Intro bis zum letzten Gag im Abspann.

Die Rollen sind perfekt besetzt. Martin Freeman verkörpert die Figur Dents genauso, wie ich ihn mir vorgestellt hab - wie auch Sam Rockwell als Präsident der Galaxis (notabene mit zwei Köpfen!) und Mos Def als Ford Perfect. Sehr überzeugend auch John Malkovich in in seiner Rolle als Nies-Messias. Doch der eigentliche Star des Filmes ist Marvin, der "Paranoid Android". Seine pointierten Sprüche stehlen dem Rest des Casts die Show. Apropos Show: Es ist angenehm zu sehen, dass Studios noch immer auf altbewährte Puppentechnik setzen. Mit Liebe zum Detail wurde wo immer möglich mit Puppen gearbeitet und computergenerierte Effekte nur spärlich eingesetzt.

Es wäre toll, wenn ebenso die vier anderen Bücher der "grössten Trilogie" so passend verfilmt würden. Andererseits ist Meister Adams 2001 bei einem Unfall ums Leben gekommen und kann nicht mehr mitwirken.

Wie also geht es weiter? Dazu kenne ich nur eine passende Antwort: 42!

4.2 Sterne
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08.06.2005 / th