Herbie: Fully Loaded (2005)

Herbie: Fully Loaded (2005)

Oder: crush that bug!

Herbie: Fully Loaded

Teenager-Wasserspiele

Es ist schon einige Zeit her, als ein kleiner VW-Käfer verschiedenste Autorennen auf der ganzen Welt für sich entscheiden konnte und so die Sportwelt in Entzückung versetzte. Der kleine Käfer "Herbie" war ein ganz Grosser. Jedermann kannte ihn, jeder liebte ihn und kaum einen gab es, der ihn nicht kannte. Aber je höher man steigt, desto schneller fällt man runter. Diese Erfahrung musste auch Herbie machen. Die Siege blieben aus, die Zuschauer vergassen ihn und nun findet er sich bei "Crazy Dave" wieder. Einem Schrottplatz. Da soll er bald mal plattgedrückt werden und die Legende des schnellen Käfers soll beendet werden.

Maggie Peyton (Lindsay Lohan) hat gerade ihren Schulabschluss bestanden und ist auf dem Weg nach New York, um dort bei einem Sportsender ein Praktikum zu machen. Maggie kommt aus einer ganz sportlichen Familie. Schon der Grossvater war eine NASCAR-Legende und auch Papa Ray (Michael Keaton) hat das Autofahren enorm im Griff. Sein Sohn, und Maggies Bruder, Ray Jr. (Breckin Meyer) ist nun an der Reihe, die Fahrertradition der Familie fort zu setzen. Dass er aber jeden Wagen in die Mauer fährt und darum die Sponsoren je länger je mehr abspringen, mag anfänglich noch egal sein. Inzwischen aber hat die Familie Geldmangel und niemanden, der den Rennwagen fährt.

Herbie: Fully Loaded

Herbie and the Furious

Bei der Abschlussfeier von Maggie gibts natürlich auch Geschenke. Doch statt der erwarteten Geldmenge oder einem flotten Flitzer, darf sich Maggie auf dem Schrottplatz für 75 Dollar was aussuchen. Sie entscheidet sich für einen sportlichen Wagen, der aber dann von einem Käfer verdrängt wird. Das Schrottmobil, das laut dem Brief im Handschuhfach auf den Namen "Herbie" hört, muss also zuerst mal aufgepäppelt werden. Und dafür ist Kevin (Justin Long) da.

Herbie: Fully Loaded

Flop-Family

Natürlich gibts die ersten Testfahrten mit dem eigensinnigen und aufgedrehten Herbie. Davon endet eine damit, dass man den NASCAR Champion Trip Murphy (Matt Dillon) in einem Strassenrennen besiegt. Dass dieser eine solche Schmach nicht auf sich sitzen lassen kann, ist nicht ganz unerwartet. Er fordert eine Revanche und streut Misstrauen zwischen Maggie und Herbie. Er muss das Geheimnis dieses kleinen Rennkäfers rausfinden. Koste es was es wolle.

Zudem steht noch das grosse NASCAR-Rennen an, in dem natürlich der Champ Trip der Kronfavorit ist und das Peyton-Team keinen Fahrer hat. Oder haben sie doch jemanden? Jemanden, dessen Auto kein aufgemotzter Flitzer ist, sondern ein kleiner, magischer Käfer? Wird der Traum von Maggie in Erfüllung gehen und sie das erste Mal ein NASCAR-Rennen fahren? Doch bis es soweit ist, hat Herbie noch einiges auf Lager.


Kinofilm-Rating

Es war 1968, als ein VW-Käfer die Herzen der Kinowelt eroberte und in The Love Bug zum ersten Mal über die Leinwände sauste. Von da an mauserte sich der Kleine zum Lieblingsauto von Nationen. Die Käferproduktion erlebte profitable Zeiten und die Fortsetzungen des Filmes waren zahlreich. Ob im Kino oder im TV. Jedermann kennt Herbie, der übrigens im Eurodisney Paris auch heute noch seinen Auftritt in der Auto-Stuntshow hat. Nun hat man also diesen Klassiker wieder ausgegraben, ihn aufgepeppt (gepimpt, sozusagen) und bringt ihn mit neuen Gesichtern wieder ins Kino?

Skeptisch ist gar kein Ausdruck, als ich den Trailer zum ersten Mal gesehen habe. Dieses Mal hat man den Käfer versucht, menschlich zu machen. So kommts einem vor, wenn die Augen/Scheinwerfer sich bewegen, die Augenbrauen/Sonnenblenden sich der Gefühlslage anpassen und die Lippen/Stosstange sich nach oben oder unten wenden. Fehlt nur noch, dass der Käfer spricht. Das tut er glücklicherweise nicht und auch die angesprochenen "menschlichen" Züge des Autos kommen positiverweise nur recht selten zum Zug. Und wenn sie kommen, ist es halb so schlimm wie befürchtet. Dass er immer noch Stunts fahren kann, beweist der Senior weiterhin und stiehlt somit nicht nur den coolen Flitzern auf der Strasse die Show, sondern spielt auch noch grad alle menschlichen Partner gnadenlos an die Wand.

Lindsay Lohan ist niedlich. Herzig. Geil. Was auch immer. Und wenn sie im Minirock dahertäppelt, dann erfreut mich das ungemein. Was sie allerdings noch lernen sollte, wäre zu schauspielern. Sie mag die Rolle des netten Mädchens in Petto haben, das hat sie in Filmen wie Freaky Friday oder Mean Girls bewiesen. Aber mehr geht (noch) nicht. Da kann sie noch so abmagern und drum auf allen Titelblättern von "Bravo" und Konsorten sein. Sie sollte wirklich mehr Aufwand an ihrer Filmkarriere betreiben und vor allem lernen, dass es nicht reicht, einfach "berühmt" zu sein.

Dem gutaussehenden Minirock hat man ein paar Jungmimen an die Seite gestellt, die mit Flops nur so um sich schlagen. Breckin Meyer aus Garfield (von dem 2006 eine Fortsetzung kommen wird) oder dem unsäglichen Road Trip und Justin Long, dessen Visage zum reinhauen einlädt. Diese beiden passen zum Cast. Unauffällig, harmlos und lassen sich ohne weiteres von einem Auto an die Wand spielen. Ebenso harmlos, aber immerhin ein bisschen besser weil lustiger, präsentiert sich die Alt-Garde in Form vom Original-Batman Michael Keaton und dem ehemaligen Teenieschwarm Matt Dillon. Beide sind okay. Vor allem Dillons Rolle macht Spass.

Fazit: Herbie: Fully Loaded macht Laune und ist neben The Pacifier für mich bislang dieses Jahr die grösste Überraschung. Da stimmten die Erwartungen und das schlussendlich Erhaltene extrem nicht. Zwar hat man es wiederum nicht lassen können, dem coolen Käfer einige Flubber-Effekte einzustreuen, aber die halten sich glücklicherweise im Rahmen. Ebenso vermag natürlich die bekannte Story nicht viel hergeben und somit konzentriert man sich halt auf das Auto. Und da gibt es wahrlich nicht viel auszusetzen. Der Käfer ist lustig, spassig und hat einiges mehr zu bieten, als man erwarten könnte. Und er hat mal K.I.T.T. gedated. Aber der ist doch ein Männlein, oder? *studier*....

2.9 Sterne
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07.07.2005 / muri