Hellraiser: Deader (2005)

Hellraiser: Deader (2005)

Oder: Only Nightmares last forever

Hellraiser: Deader

Höchstwahrscheinlich die Tatwaffe.

Die Reporterin Amy Klein (Kari Wuhrer - Eight Legged Freaks) gehört zur harten Sorte der Reporter, die alles auf sich nehmen, bis sie eine gute Story haben und teilweise sogar ihr Leben dafür riskieren. Nachdem sie gerade von einer Reportage aus dem Londoner Drogenmilieu zurückgekommen ist, wird ihr von ihrem Chef ein Videotape vorgeführt auf dem genau zu sehen ist, wie sich eine junge Frau erschiesst und dann vom Anführer eines mysteriösen Kultes auf wundersame Weise wieder zum Leben erweckt wird. Obwohl sie geschockt ist, beschliesst sie nach Bukarest zu fahren, wo das Tape auch herkommt und sie der mysteriösen Sekte auf die Spur zu kommen soll.

Hellraiser: Deader

"Rubicks Würfel war geiler!"

Amy taucht in den düsteren Untergrund ab und macht sich auf die Suche nach irgendwelchen Hinweisen über die so genannten Deaders. Bald findet sie heraus, dass der Anführer dieser Sekte, mit Hilfe einer uralten Puzzlebox, die Macht an sich reissen will. Als jedoch der Meister des Würfels, der genauso mächtige wie gnadenlose Pinhead, davon Wind bekommt, beschliesst er dem Treiben ein Ende zu setzen. Amy schlägt jedoch alle Warnungen in den Wind und öffnet die Puzzlebox. Damit entfesselt sie nicht nur ihre persönliche Hölle, sondern auch ihren Alptraum, der sie seit der frühen Kindheit verfolgt. Innert kürzester Zeit verwandelt sich ihr Leben in einen bluttriefenden Horror aus dem es kein Entkommen gibt.

So taumelt Amy durch die Strassen von Bukarest, nur auf der Suche der Wahrheit, doch das einzige was sie findet sind Leichen, Blut und eine Mysteriöse Puzzlebox. Was verbirgt sich hinter der mysteriösen Videobotschaft, was hat es sich mit der Puzzlebox auf sich und warum wird sie plötzlich von einem mysteriösen Mann verfolgt? Fragen über Fragen, wird Amy das Rätsel um die Sekte noch rechtzeitig lösen, bevor Pinhead seine Pläne umsetzt?


DVD-Rating

Bevor ich mit der Kritik des Filmes anfange, hier die kurze und tragische Entstehungsgeschichte der siebten Hellraiser-Episode: Der Film basiert auf einem Skript namens Deader, welches Neal Marshall Stevens (13 Ghosts) vor einigen Jahren an Dimension Films verkauft hat. Da seither niemand das Skript verfilmen wollte, beschloss man, es in eine Hellraiser-Fortsetzung umzuschreiben. Dies wurde dann dem Hellseeker-Gespann Tim Day (Drehbuch) und Rick Bota (Regie) auferlegt. Allerdings verlief dies alles andere als rund, denn wie aus dem Making-of zu entnehmen ist, blieb wegen des engen Zeitplans nur wenig Zeit, das Skript umzuschreiben. Dies führte sogar soweit, dass man während den ganzen 25 genehmigten Drehtagen das bestehende Material ständig umgeschrieben hat, so dass die Story in die Hellraiser-Mythologie passt. Dieses Write-on-the-Run ist auch deutlich zu merken, denn die Verknüpfungen zur Mythologie sind enorm gesucht und unausgereift und bieten auch nicht wirklich etwas Neues.

Mit Hellraiser: Deader sind wir endgültig in der Post-Inferno-Rick-Bota-Direkt-to-DVD-Ära angekommen. Zum zweiten Mal kocht er die ursprünglich gute Story von Hellraiser: Inferno auf und lässt diesmal statt eines Polizisten eine Reporterin in einer Welt herumirren, die immer mehr mit der Fiktion verschmilzt. Diese lässt vor allem gegen Ende jede zusammenhängende Story vermissen. Pinhead tritt hier, wie es sich gehört, nur kurz in Erscheinung und zeigt in den wenigen Minuten Screentime eindeutig, wer der Meister der Ketten ist. Nur waren seine Dialoge seit Hellraiser 4 nicht mehr so dämlich und lassen jeden Inhalt vermissen. Was in den anderen Teilen noch cool gewirkt hat, wirkt hier ausgelutscht, besonnders wenn er noch beginnt, sich selber zu zitieren. Die Zenobiten haben zwar auch ihre Auftritte, sind aber diesmal wirklich nur noch zur Dekoration der Szene gedacht.

Die Hauptfigur Amy, die durchaus gut von Kari Wuhrer gespielt wird, rettet wohl den Film vom endgültigen Absturz, denn die Handlung tritt jede Logik mit Füssen und kommt mehr als konfus daher. Traumsequenzen werden lustlos aneinander gereiht, und nicht wenige Male fragt man sich, was das jetzt sollte. Obwohl die Sets düster und dreckig sind und der Soundtrack streckenweise sehr passend ist, vermag Deader überhaupt nicht zu begeistern und zwischen alldem mässig orchestrierten Theater können nur noch die regelmässigen Auftritte von Pinhead oder einige nette Gore-Effekte knapp bei der Stange halten.

Fazit: Rick Bota hat sicher sehr viel aus den 25 Drehtagen herausgeholt. Letztendlich liefert er aber nicht mehr als einen schlechten Aufguss von Hellraiser: Inferno ab, der während seiner gesamten Laufzeit wegen seiner konfusen und kaum existenten Story, laschen Schockmomenten und schlecht nachvollziehbaren Handlungsverlaufs kaum zu fesseln vermag und den Zuschauer eher Ratlos zurück lässt. Bleibt die Frage was aus der anfänglich so hoch stehenden Hellraiser-Serie geworden ist und ob es ein solches Sequel überhaupt noch gebraucht hat.

Die DVD hat hingegen eine erstaunlich hohe Qualität und überzeugt mit einem scharfen Bild, gutem und klaren Ton. Die ausführlichen Special Features bieten Audiokommentare von Pinhead, dem Regisseur und Crewmembern, einige entfallene Szenen, ein Special Effekt-Featurette und Outtakes. Was aber unverständlich ist, warum sie keine Untertitel auf die DVD gepackt haben, anscheinend hat für dieses Feature das Geld nicht mehr gereicht.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.02

 

18.03.2006 / db

Community:

Bewertung: 2.6 (8 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

1 Kommentar