Harry Potter & The Goblet of Fire (2005)

Harry Potter und der Feuerkelch

Harry Potter & The Goblet of Fire (2005) Harry Potter und der Feuerkelch

Oder: Teenager in Not!

Harry Potter & The Goblet of Fire

Kung-Fu Potter?

Das vierte Schuljahr der Howarts-Schule für Hexerei und Zauberei steht vor der Tür. Doch bevor wieder mit Pflanzen, Zaubersprüchen und heulenden Geistern vorlieb genommen werden kann, machen sich Harry Potter (Daniel Radcliffe), Hermine (Emma Watson) und natürlich Ronald Weasley (Rupert Grint) mitsamt dessen Familie auf, zu den Quidditch-Weltmeisterschaften. Panik bricht aus, als das dunkle Mal, das Erkennungszeichen von Lord Voldemort, am Himmel erscheint und Todesser Zerstörung, Leid und Chaos über die Zuschauer bringen. Zwar schaffen es unsere Freunde den üblen Kapuzenträgern zu entkommen, aber wiederum ist es Harry persönlich, der eine ganz spezielle Begegnung hat.

Auf Hogwarts steht dieses Jahr jedoch ein ganz anderes und extrem wichtiges Ereignis an. Das Trimagische Turnier, in dem sich drei Schüler von drei verschiedenen Schulen in drei extrem gefährlichen Aufgaben messen sollen. Der Gewinner dieses Turnier bekommt Ruhm und einen Platz in den Geschichtsbüchern. Hogwarts, als Ausrichter des Turniers, ist natürlich vertreten. Ebenso wie die wunderschönen Mädchen der Beauxbaton-Akademie und die harten und kämpferischen Jungs der Durmstrang-Schule. Die Teilnehmer, wenn sie denn älter als 17 Jahre sind, können ihre Anmeldung in den Feuerkelch werfen und die Ziehung der Namen wird zeigen, wer die Chance erhält, eine Legende zu werden.

Harry Potter & The Goblet of Fire

Wer will zuerst vernascht werden?

Ausgewählt wird Viktor Krum (Stanislav Ianevski), der Quidditch-Star von Durmstrang. Ebenso ausgespuckt wird das Pergament mit dem Namen von Fleur Delacour (Clemence Poesy) und Hogwarts ist mit dem allseits beliebten Cedric Diggory (Robert Pattinson) vertreten. Doch was ist das? Der Kelch hat noch nicht zu Ende gespuckt und nominiert erstaunlicherweise den jungen Harry Potter für das Turnier. Dass der sich niemals selber angemeldet haben soll und eigentlich gar nicht teilnehmen dürfte, verursacht Missmut in der Schülerschaft. Harry wird mit Anfeindungen und Neid konfrontiert, die sogar die Freundschaft zu Ron auf eine harte Probe stellen. Denn weder Headmaster Albus Dumbledore (Michael Gambon), noch "Mad-Eye" Moody (Brendan Gleeson), geschweige denn Wildhüter Hagrid (Robbie Coltrane) wissen, wer oder was es mit dieser Teilnahme Potters auf sich hat.

Harry Potter & The Goblet of Fire

Aans, zwoa, gsuffa!

Das Turnier beginnt, die Gefahren scheinen unüberbrückbar und trotzdem scheint sich Harry vor einem Ereignis noch mehr zu fürchten, als vor den drei Aufgaben. Der Winterball steht nämlich an und unsere kleine Brillenschlange kann weder tanzen, noch traut er sich ein Mädchen anzusprechen. Vor allem nicht Chang (Katie Leung).

Und während sich die Zauberer und Hexen vollständig auf das Trimagische Turnier konzentrieren, kommt jemand im Schatten dieses Ereignisses zu Kräften. Und dieser jemand hat noch etwas ganz spezielles geplant....


Kinofilm-Rating

Regisseur Chris Columbus inszenierte die ersten beiden Verfilmungen der Romane von J.K. Rowling als Kinderstories mit viel Magie und glänzenden Augen im Kinosaal. Alfonso Cuaron versuchte mit Harry Potter and the Prisoner of Azkaban den Sprung in die Erwachsenenwelt, was ihm nicht so richtig gelingen wollte. Für Harry Potter and the Goblet of Fire wurde nun Mike Newell engagiert. Seine Aufgabe war wohl die Schwierigste von allen. Nicht nur, dass der Roman ellenlang war und deshalb wohl viele Buchszenen im Film keine Erwähnung finden würden, nein, er hatte auch die Aufgabe, die immer dunkler und düsterer werdenden Geschichten von Hogwarts für ein Massenpublikum zurecht zu schneiden, ohne dass man eine zu hohe Altersbeschränkung erhalten würde. Denn wenn dieser vierte Film erst ab 12 Jahren erlaubt ist, dann hat das seinen Grund. Harry Potter and the Goblet of Fire ist das Ende von Gute-Laune-Zaubereien und fröhlichem Sprücheaufsagen. Dieser Film ist dunkel, hart, tragisch, spannend, actionreich und ist so ziemlich das Coolste, was ich dieses Jahr im Kino gesehen habe.

Über 150 Minuten wird gekämpft, gelitten, gelacht, geweint und wenn am Ende die Masken fallen und die verschiedenen Schleier gelüftet werden, wird man mit Szenen konfrontiert, die definitiv nichts für Kinder sind.

Was anfänglich den Eindruck macht, als hätte man einen typischen US-Sportfilm in die Zauberwelt versetzt, wird erstaunlich schnell zu Recht gewiesen. Das Quidditch-Finale ist nur von kurzer Dauer, die Turnieraufgaben beschränken sich darauf, wie Harry diese zu lösen versucht und immer wieder wird mit Samthandschuhen eine Spannung aufgebaut, aus der es einfach kein entkommen gibt. Dazu kommen die vielen, herrlichen Charaktere, von denen einige leider nur kurze Auftritte haben (Sirius Black, die Malfoys und leider auch Severus Snape), diese dafür entweder sehr lustig sind oder sonst im Gedächtnis sitzen bleiben. Neue Figuren werden eingeführt, von denen der aus Troy oder Kingdom of Heaven bekannte Brendon Gleeson als "Mad Eye" Moody einen hervorragenden Eindruck hinterlässt. Anfänglich mit grosser Skepsis betrachtet, schafft er es als selbst ernannter Sheriff immer genau dann aufzutauchen, wenn alles verloren scheint. Ganz gruslig kommt Ralph Fiennes als Lord Voldemort daher. Zwar ohne sichtbare Nase agierend, ist sein Auftritt einer derjenigen, die das Publikum an der Leinwand kleben lassen. Der Kerl ist böse, durch und durch.

Die jungen Hauptdarsteller kommen visuell definitiv in die Teenagerjahre. Da hat Harry Potter Pausbacken, Ron Weasley eine rote Grunge-Mähne und Hermine sieht im Ballkleid zum anbeissen aus. Sie alle verkörpern ihre Charaktere solide und gut, wobei mir die gelungenen One-Liner vom Rotschopf im herrlichen British-English besonders gefallen haben.

Fazit: Harry Potter and the Goblet of Fire schafft den Sprung vom Kinderfilm zum fantasiereichen und spannenden Teenager-Thriller mit links und darf ohne weiteres den Titel als bester der bisher verfilmten Romane rund um Harry Potter eigen nennen. Effekte bis zum abwinken, eine Story die dramatischer kaum sein könnte und viel Witz und Humor. Das zeichnet diesen Film aus und ich persönlich freu mich tierisch auf die nächsten Abenteuer in Hogwarts.

4.7 Sterne
4.7 Sterne (226 Bewertungen) | 110 Kommentare

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07.11.2005 / muri