Green River Killer (2005)

Green River Killer (2005)

Oder: Das Morden ist des Garys Lust

Green River Killer

Ist das nicht niedlich? Hab' ich gestern getötet.

Zwischen 1982 und 1998 terrorisierte der Serienkiller Gary Leon Ridgway (George Kiseleff) das Gebiet rund um Seattle. Der Green River Killer, wie er auch genannt wurde, hatte nur eine Art von Opfer, und über die rund zwanzig Jahre ermordete er etwa fünfzig Prostituierte. Die Opfer holte er meistens in verrauchten Bars ab und entsorgte sie danach kaltblütig im Green River-Fluss, was dem Killer auch den Namen gab. Der Film erzählt die Geschichte dieses Mörders und wie ihm die Polizei langsam auf die Spur kommt.


DVD-Rating

Portraits von Serienkillern gibt es einige. Fiktive und geniale wie Schweigen der Lämmer, intensive und brutale wie Texas Chainsaw Massacre, dokumentarische wie Ted Bundy oder schlichtweg schlechte wie Green River Killer. Der deutsche Regisseur Ulli Lommel, der lange mit Rainer Fassbinder und später auch mit Andy Warhol zusammengearbeitet hat, hatte vor vielen Jahren mit The Boogeyman den grössten Hit seine Karriere und tummelt sich seither in Hollywood. Wenn man seine Filme betrachtet, hat er jedoch nicht viel von seinen Mentoren gelernt, denn diese lassen sehr zu wünschen übrig. Sei es The Tomb, oder jetzt Green River Killer, die Filme sind so schlecht, dass sogar die mehrheitlich zerrissenen Filme von Uwe Boll gut wirken.

Green River Killer basiert auf Fakten, Gary Ridgway hat es tatsächlich gegeben. Erst im Jahre 2003 konnte er dank einer DNA Analyse endlich verurteilt und eingesperrt werden. Ihm wurden 48 Morde von Prostituierten angelastet, und nicht wenige Male hat er seinen Sohn als Mittel zum Zweck missbraucht, um seine Opfer in den Wagen zu locken. An sich wäre das gutes Material für einen Serienkiller Film, und wer Ted Bundy gesehen hat, der kann sich etwa vorstellen, was man daraus hätte machen können. Lommel hatte dagegen andere Ziele. Anstatt viele blutige Szenen oder wenigstens etwas Spannung zu bieten, geht er ins Künstlerische und kombiniert echte Verhöraufnahmen des Killers mit einer dokumentarisch angehauchten Handlungsstudie.

Was sehr kreativ und spektakulär klingt, entpuppt sich, wie schon The Tomb, als Nullnummer. Grottenschlechte Kameraführung paart sich mit unterirdischem Schauspiel, unbrauchbarem Schnitt und unmotiviert eingefügten Interviews mit dem wirklichen Killer, der verzweifelt versucht, alle seine Opfer auseinander zu halten. Die Morde sind eine lustlose Aneinanderreihung von Sexszenen, bei denen nicht einmal gezeigt wird, wie die Opfer umgebracht werden und es nicht ansatzweise zu einer Spannung kommt. So erhält man zwar einen Einblick in die Denkweise eines Killers, der völlig emotionslos erzählt, wie er die Prostituierten umgebracht hat, doch das übertüncht lange nicht die schlechte Qualität des Restes.

Fazit: Green River Killer ist einer der vielen Filme, für die jede aufgewendete Minute verschwendete Zeit ist. Auch wenn die Tatsachen, auf denen der Film basiert, guter Nährstoff liefern würde, der Film ist ein absolut schlecht produziertes, spannungsloses und völlig langweiliges Machwerk geworden, bei dem weder die Schauspieler noch der unpassende Soundtrack überzeugen. Einzig der Einblick in die kranke Gedankenwelt des Serienkillers ist ein Stern wert, den Rest kann man vergessen.

Bei der DVD kann man lediglich sagen, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Schaut euch die Screenshots an, dann wisst ihr, dass das gebotene Bild nicht nur völlig unscharf aussieht, sondern auch jämmerliche Qualität hat. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf ein paar völlig uninteressante Trailer und der Ton ist, wie auch der Film, eine Zumutung.

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1.0 Stern (2 Bewertungen) | 1 Kommentar

1.0 Stern1 von 0.0-6.0
08.09.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 15.08.2008

  • Bildformat: Widescreen
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 2.0 (Stereo), Englisch: Dolby Digital 2.0 (Stereo)
  • Untertitel: -
  • Extras: Trailershow