Goal! (2005)
Goal! (2005)
Oder: Der FIFA-Film
Mit acht Jahren wandert Santiago Munez (Kuno Becker) mit seiner Familie illegal von Mexiko in die USA ein. Inzwischen erwachsen, arbeitet er mit seinem Vater in Los Angeles als Gärtner in den Anwesen der Reichen. Nebenher spielt er Fussball in einer Amateurmannschaft. Eines Tages wird er dabei von einem Talentscout (Stephen Dillane) aus England beobachtet. Der lässt seine Kontakte spiele und besorgt Santiago ein Probetraining bei Newcastle United.
In England angekommen entwickeln sich die Dinge aber nicht geplant. Sein Probetraining findet bei strömendem Regen statt. Nicht gerade das Wetter, das Santiago gewöhnt ist. Dementsprechend schlecht ist seine Leistung. Aber der Talentscout, inzwischen eine Art Vaterersatz für Santiago, verschafft ihm noch eine Chance. Santiago hat einen Monat Zeit um in der B-Mannschaft sein Können zu beweisen.
Nach drei harten Trainingswochen bekommt er seine Chance auf dem Spielfeld. Doch sein Auftritt ist ähnlich erfolgreich wie der bei seinem ersten Training. Zum Glück findet er in Gavin Harris (Alessandro Nivola), dem neuen Starspieler von Newcastle, einen prominenten Fürsprecher. Doch mit der Freundschaft zu Harris kommen neue Probleme.
DVD-Rating
Ich gebe es zu, ich hatte fest vor den Film zu verreissen. Ich meine ein Fussballfilm, unterstützt von der Fifa, das kann doch nur schief gehen. Der arme illegale Einwanderer wird Fussballstar bei Newcastle United. Vorher überwindet er natürlich noch unzählige Probleme und findet nebenher die Liebe seines Lebens. Da war ja wirklich wieder ein Kreativer am Werk. Vorhersehbarer kann ein Film kaum sein. Und trotzdem, er hat mir gefallen. Ich weiss nicht noch nicht mal warum. Jede in den USA populäre Sportart hat bestimmt zehn Film mit dem gleichen Konzept. Jetzt also auch Soccer. Oops, Football natürlich. Das dieser Witz im Film vorkommt dürfte niemanden überraschen.
Die Schauspieler sind nicht schlecht. Vor allem Zinedine Zidane überzeugt als er selber. Aber Spass beiseite, die Hauptrollen sind akzeptabel besetzt. Es wird wohl niemand einen Oskar für seine Rolle bekommen. Aber es fällt auch keiner negativ auf. Nur die Momente, in denen Hauptdarsteller Kuno Becker das Sensibelchen raushängen lässt, sind etwas nervig.
Aber jetzt zu den wichtigen Szenen, den Fussballszenen. Fussball ist halt eine Sportart, der man leicht ansieht wenn alles vorher abgesprochen ist. Nicht wie zum Beispiel beim Baseball oder American Football. Goal bietet zwei Arten von Fussballszenen: Die mit Kuno Becker und die ohne ihn. Das ist nicht abwertend gemeint. Wenn Becker am Ball ist merkt man schon, dass er kein Profi ist. Die Szenen sind allerdings gut choreographiert und man muss sich nur manchmal an den Kopf fassen. Es sind meiner Meinung nach die besten gestellten Fussballszenen, die es bisher im Kino zu sehen gab. Sie nicht allerdings nicht zu vergleichen mit den Szenen ohne Becker. Das liegt aber nicht an dessen Unfähigkeit, sondern daran, dass diese Szenen alle aus echten Spielen der Premiere League stammen. Ich glaube das ist der Grund warum ich den Film mag. Durch die Zusammenarbeit mit der Fifa war es möglich die echten Vereinsnamen und Spieler zu verwenden. Das wurde dann auch konsequent durchgezogen. Natürlich mit Ausnahme der Spieler, die wichtig für die Handlung sind. Diese wurden mit Schauspielern besetzt. Aber sonst sehen wir die echten Newcastle United Spieler und Stars wie Zidane, Beckham und Raul in kleinen Gastrollen. Durch diesen kleinen aber feinen Unterschied ist es der Film wer angeschaut zu werden.
Die Extras sind auch ganz ok. 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster hat es sich anscheinend zur Lebensaufgabe gemacht, jeden Film über Fussball mit einem Audiokommentar zu versehen. Aber lieber jemand mit einem gewissen Fussballverstand als jemand aus der Crew, der immer nur sagt wie toll alle doch waren und was für ein grossartiger Film es doch geworden ist. Davon kann man sich nämlich im Making of überzeugen lassen. Dieses besteht wie immer aus Interviewfetzen mit dem Protagonisten und dem Regisseur und ein paar Filmszenen. Eine Besonderheit gibt es aber. Das Making of wurde für MTV erstellt und man merkt sofort, dass es fürs Fernsehen gedacht war. Jedenfalls hat man nicht diesen Drang sofort umzuschalten. Die restlichen Extras kann man sich getrost schenken. Die Interviews sind nur lieblos zusammengeschnittenen Fetzen, die bereits im Making of verwendet wurden. Die B-Roll ist am Anfang ganz nett, wird aber durch den fehlenden Kommentar schnell langweilig. Und warum man den eigenen Trailer auf die DVD packt, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Man hat schliesslich den ganzen Film da, wozu braucht man da noch den Trailer.
Fazit: Ich bin Fussball-Fan und mag den Film trotzdem. Man sollte allerdings keine allzu grossen Ansprüche haben. Und wenn ich die Wahl hätte würde ich jedes Mal das Stadion oder das Live-Spiel vorziehen. Es geht nämlich nichts über echten Fussball. Auch wenn die Fifa das vielleicht inzwischen vergessen hat.
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3.9 Sterne (52 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 04.05.2006
- Bildformat: 2.35:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Trailer, Audiokommentare von Philipp Köster (11 Freunde), Making Of, Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur, B-Roll



