The Game of Their Lives (2005)

The Game of Their Lives (2005)

Oder: Schon genug vom Fussball?

The Game of Their Lives

"Für 'ne Uhr, 'n Auto..."

Weltmeisterschaft 1954 in Brasilien: Die USA wollen eine Mannschaft stellen und sind auf der Suche nach den besten Spielern im Lande. Sie finden diese an der Ostküste und in St. Louis, notabene italienische Auswanderer. Konflikte mit den anderen Gruppierungen sind vorprogrammiert. Im Testspiel gegen eine englische Auswahl gehen die Amis erwartungsgemäss unter.

The Game of Their Lives

Beni-National anno dazumal!

Nichtsdestotrotz macht man sich voller Stolz auf den Weg nach Brasilien, wo das erste Gruppenspiel wiederum gegen die Mutternation des Fussballs stattfindet. Die Engländer haben für die, die ihren Sport Soccer nennen, wenig Respekt übrig. Umso angestachelter sind die amerikanischen Boys, die mit neuen Leibchen und viel Nationalstolz nach Belo Horizonte fahren, um ihr erstes und wohl legendärstes WM-Spiel auszutragen.


DVD-Rating

Fussball satt gab es während den letzten Wochen anlässlich der WM in Deutschland. Wer nicht genug bekommen kann, kann auch noch einen Rückblick ins Jahr 1950 wagen und mit einer der grössten Fussball-, äh, Soccer-Nationen mitfiebern: den USA... *hust*.

David Anspaugh ist ein alter Haudegen des Sportfilms, die es allgemein bei uns kaum zu Ansehen gebracht haben. Am bekanntesten ist sicher die tolle Basketballgeschichte Hoosiers (aka. Best Shot), die es auch zu ein paar Oscarnominationen brachte und einen beeindruckenden Cast zeigte (Gene Hackman, Dennis Hopper). Hoosiers ist sicher einer der besten Sportfilme überhaupt, auch weil er dramaturgisch interessant, eben hervorragend gespielt und nicht von plärrendem Nationalstolz umgeben ist.

Viel grobschlächtiger und oberflächlicher geht es im Fussballfilm The Game of their lives zu und her. Vor allem lässt der Film jeglichen Charaktertiefgang vermissen und zeichnet lediglich klischeehafte Figuren auf den Platz, die eigentlich völlig uninteressant bleiben und deshalb auch nicht zum mitfiebern anregen. Was die US-Mannschaft im Gruppenspiel gegen England schliesslich für ein Resultat herausholt, ist dem Zuseher eigentlich ebenso egal wie der Umstand, dass der zusammengewürfelte Haufen zu einem Team zusammenfindet (wie auch immer sie das schaffen, bleibt sowieso schleierhaft). Hinzu kommt, dass es eben bleibt wie es ist: Fussball ist eine der Sportarten, die sich nur sehr schlecht verfilmen lassen. Das interessante und mitreissende des Spiels, die Taktik und kleinen, feinen Momente, bleiben aussen vor. Kein Wunder, dass der Film in der Schweiz kein Kino von innen zu sehen bekam, was sicher auch daran liegt, dass einem die US-Boys fussballerisch doch ziemlich egal sind.

Wer auf Sportfilme mit Tiefgang steht wir mit Filmen wie Chariots of Fire, Rocky, Ali oder Hoosiers weitaus besser bedient. Und zum Fussballfan wird man mit dem überpatriotischen The Game of their lives ohnehin nicht. Kleine Nebengeschichte für Filmmusikfans: Jerry Goldsmith sollte diesen Film musikalisch untermalen, starb jedoch noch während der Produktion. Er wurde durch William Ross ersetzt, dessen Musik stellenweise sogar an Ausschnitte aus Rudy, einem anderen Anspaugh-Werk, diesmal zum Thema American Football, erinnert.

Extras: Die DVD ist sehr mässig ausgestattet. Ausser einem Making Of gibt es wenig informatives, dabei wäre gerade die dokumentarische Aufarbeitung der 1950er WM (mit dem Finale Uruguay gegen Brasilien) ein toller Anlass als Extra gewesen. Bildqualitativ ist die DVD ebenfalls nur durchschnittlich (schlierig, nicht überaus scharf und recht pixelig). Untertitel sucht man übrigens vergebens.

2.0 Sterne 4.0 Sterne
2.0 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

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08.07.2006 / pb


DVD-Infos

DVD erschienen am 08.06.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: --
  • Extras: Making Of, Trailer, Darstellerinfos auf Texttafeln.