Fun with Dick and Jane (2005)

Dick und Jane - Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen

Fun with Dick and Jane (2005) Dick und Jane - Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen

Oder: alternative Erwerbsmethoden

Fun with Dick and Jane

Dick Harper is...

Dick (Jim Carrey) und Jane Harper (Téa Leoni) haben alles, was sie sich nur wünschen können: tolles Haus, toller Garten, tolles Auto, einen aufgeweckten Sohn, eine fürsorgliche Haushälterin und einen fröhlich kläffenden Wauwau. Die ohnehin schon fast perfekte Idylle wird noch getoppt, als Dick endlich seine langersehnte berufliche Beförderung erhält und Jane darauf ihren nervenaufreibenden Job beim Reisebüro aufgeben kann. Im Hause Harper herrscht eitel Freude!

Fun with Dick and Jane

... The Running Man, and...

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als die Harpers denken: Seine Beförderung kann Dick nämlich nur einen kurzen Tag lang geniessen. Dann geht sein Arbeitgeber "Globodyne" hopps und mit dem bauernschlauen Firmenchef Jack McCallister (Alec Baldwin) verschwinden auch jegliche noch vorhandenen Firmengelder. So stehen Dick & Jane von einem Tag auf den anderen mit nichts ausser ihren auf Pump erstandenen Besitztümern da. Einen neuen Job zu finden, ist für beide unumgänglich.

Fun with Dick and Jane

... No More Mr. Nice-Guy!

Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Als die Harpers trotz intensiver Bemühungen keine Arbeit finden und nach und nach ihrer Besitztümer (und damit ihres sozialen Ansehens) enteignet werden, ist der Bogen für Dick & Jane überspannt. Die zwei haben die Nase gestrichen voll von den Misserfolgen und Demütigungen der letzten Monate und beschliessen, von nun an ganz andere Seiten aufzuziehen im Kampf um das dringend benötigte Geld...


Kinofilm-Rating

Wer Fun with Dick and Jane ernst nimmt, ist selber schuld. Der Streifen macht nämlich bereits im Trailer klar, dass er einfach nur Spass machen will und sich dabei ganz sicher nicht auf Dinge wie beispielsweise eine logische und lückenlos abgeschlossene Story konzentrieren wird. Als Zuschauer kann man es sich deshalb gleich von Anfang schenken, zu hinterfragen, wo die zwei extrem tolpatschigen Hauptfiguren in so kurzer Zeit ihre beachtlichen kriminellen Fähigkeiten her haben, oder wohin die Anklage gegen Dick plötzlich entschwunden ist. Solche Ungereimtheiten stören zwar ein bisschen, sind insgesamt für den Film aber ziemlich unwichtig - bei Dick & Jane geht es um den Spass und sonst nix.

Dabei versteht es sich: Spass ist Geschmacksache und universell kaum beurteilbar. Der Klamauk-Streifen von Regisseur Dean Parisot (Galaxy Quest) macht deshalb praktischerweise bereits im Trailer klar: Wer tiefsinnigen oder feinen Humor sucht, ist bei Dick & Jane an der falschen Adresse. Der Film bietet vielmehr turbulenten Slapstick und haarsträubende Missverständnisse, zwei unheimlich schusselige aber sympathische Hauptfiguren und witzige, wenn auch manchmal etwas gesuchte Situationskomik. Findet man sich mit dieser oberflächlichen Art von Spass ab und übersieht man einige schwächere Sequenzen (Stichwort Gesangseinlage von Jim Carrey im Fahrstuhl... autsch!), so sind die Aussichten auf kurzweilige Unterhaltung gut. Szenenweise sogar sehr gut.

Erfreulich ist dabei, dass der zeitweise hyperaktive Jim Carrey (Eternal Sunshine of the Spotless Mind) mit Téa Leoni (Deep Impact) eine Filmpartnerin an seiner Seite hat, die ihm bei seinem nervösen Herumgeturne problemlos das Wasser reichen kann. Das Bad Girl, in Spanglish manchmal gerdezu nervtötend hysterisch, passt als Jane wunderbar zu ihrem chaotischen Tarzan Dick und verhindert erfolgreich eine Einmann-Show Carreys. Alec Baldwin (The Cooler) - recht dominant in seiner Nebenrolle - erinnert als Jack McCallister zudem an einen Mafia-Boss; für seine Rolle als abgefeimter Grand Entrepreneur vielleicht gar nicht mal so unpassend...

Fun with Dick and Jane ist weder die originellste noch die tiefsinnigste aller Komödien und leidet zudem unter einigen erzählerischen Flauten und Inkonsequenzen. Wer Jim Carreys Grimassengesicht per se nicht ausstehen kann, soll den Film zudem gleich von seiner Kinoliste streichen. Von diesen Einschränkungen abgesehen, bietet das Remake des Ted Kotcheff-Films von 1977 aber durchaus lustige Unterhaltung, die zudem erfreulicherweise ohne Pipi-Kaka Witze und ähnlichen Fäkalhumor auskommt.

3.6 Sterne
3.6 Sterne (88 Bewertungen) | 31 Kommentare

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27.12.2005 / rs