Flightplan (2005)
Flightplan - Ohne jede Spur
Flightplan (2005) Flightplan - Ohne jede Spur
Oder: Leg dich nicht mit dem Muttertier an!
Der Mann von Flugzeugkonstrukteurin Kyle Pratt (Jodie Foster) verstarb vor kurzem. Vom Dach geschubst oder gesprungen ist die grosse Frage. Man weiss es nicht so genau. Jedenfalls muss sein Leichnam nach Amerika rückgeführt werden. Zusammen mit ihrer Tochter Julia (Marlene Lawston) begleitet Kyle den Sarg auf einem Linienflug in einer E-474 der Aalto-Air. Julia ist sieben Jahre alt und leicht traumatisiert von den Ereignissen. Sie macht sich Sorgen, ob es im neuen Zuhause auch Toast zum Frühstück geben würde. Mama Kyle beruhigt liebevoll und da das Flugzeug nicht vollbesetzt ist, können Kyle und Julia zwei Sitzreihen für sich alleine schnappen, um sich hinzulegen.
Als Kyle mitten über dem Atlantik wieder aufwacht, ist ihre Tochter nicht mehr da. Nur Julias Teddy, ohne den sie nirgends hingeht, hält einsam die Stellung auf ihrem Sitz. Niemand hat das Mädchen weggehen sehen und die Besatzung seltsamerweise keinen Passagier auf dem Platz, auf dem sie vor kurzem noch selig geschlafen hat. Oder etwa doch nicht?
Kinofilm-Rating
Die interessante Prämisse des Films Flightplan ist, ob Flugzeuge heutzutage so gross sein können, das man darin sein Kind verlieren kann? Ja, ist sich Jodie Foster in einer Rolle, die für einen Mann geschrieben wurde, sicher. Nein, meint die gesamte Besatzung vom Kapitän bis zur jüngsten Flight Attendant. Im Zwiespalt zwischen beider Meinungen sitzt das Publikum: Wie könnte so was passieren? Passierte es überhaupt?
Die hervorragende Schauspielerin Jodie Foster trägt den Film. Sie spielt die resolute Kyle als eine schlaue und intelligente Frau, tough und trotzdem verletzlich. Nur weil die Figur bei der Konstruktion des Fliegers mitgeholfen hat, funktioniert der Film. Es erlaubt ihr einerseits, renitent wie das Schweizer Männchen aus der Ricola-Werbung zu sein, wenn es darum geht die Crew auf ihre Seite zu bringen. Andererseits kann sie wie John Rambo mit der Elektronik im Bauch des Flugzeugs hantieren. Es ist eine Reprise von Fosters Mutterrolle in Panic Room, aber wenn Foster das angegriffenen Muttertier spielt, kann es uns nur recht sein. Unterstützt wird sie von weiteren exzellenten Darstellern. Allen voran Sean Bean als umsichtig-professioneller Flugkapitän.
Zweiter Pluspunkt des Films ist das Flugzeug. Bis zum Ende des Film hat man alle Bereich darin gesehen: Von der Kombüse mit den genervten Saftschubserinnen bis zum Frachtraum. Raus geht die Kamera nach dem Start nicht mehr. Ein Stahlrohr mit ein paar Hundert Sitzplätzen wird zum klaustrophobischen Raum. Gleichzeitig freut man sich auf die Airbus A-380, um da selber mal drin rumwandeln zu können.
Es bleiben aber Fragen zum Realismus. Im Bauch des Fliegers ist es nicht so kalt, wie es sein sollte, und die Notlandung im Film würde in der Wirklichkeit von einigen Passagieren sicher aufgeregter diskutiert werden. Während des Films stellt man sich solche Fragen aber nicht. Man ist zu sehr damit beschäftigt, herausfinden, ob das Kind nun wirklich weg ist, und wenn ja, wie die Bösen (Wer immer sie auch sind) das nur gemacht haben. Nach dem laschen Red Eye hält die Spannung wieder Einzug in der Flugzeugkabine. Flightplan beendet die Schonzeit nach dem 11. September gründlich.
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