Feed (2005)
Feed (2005)
Oder: Kran schon bestellt?
Im Internet tummeln sich schräge Kreaturen und Perverslinge. Das weiss man nicht erst seit gestern und aus diesem Grund werden auch speziell ausgebildete Menschen von den jeweiligen Polizeiorganisationen eingesetzt, um Verbrecher in den weiten Welten des Web ausfindig zu machen. Philip (Patrick Thompson) ist einer dieser Schnüffler und hat soeben einen Fall geklärt, in dem ein Mann sich aufessen lassen wollte. Der Bürohengst wurde mit dem menschlichen Abgrund konfrontiert, sah extrem ekliges und sitzt nun im Büro und versucht, diese Erlebnisse irgendwie zu verarbeiten.
Der nächste Fall bringt den Australier in die Welt der dicken Frauen. Das heisst, dick sind diese Frauen ja nicht mehr, sondern einfach nur fett. Unbeweglich liegen sie auf irgendwelchen Betten, werden von ihrem "Freund" gemästet und freuen sich, wenn sie 300 Kilogramm wiegen. Diese Szenerie wird natürlich gefilmt, ins Web übertragen und für Anhänger dieses Fetischs kostet das ganze auch noch eine Menge Geld. Unser Schnüffler begibt sich in die Welt der Fetterotik und wird mit einem Mann konfrontiert, der Frauen zu Tode füttert und darauf noch Wetten abschliesst.
Dieser Mann ist ein "Feeder", jemand der seine Opfer wortwörtlich zu Tode füttert. Seine Opfer sind "Gainers", voluminöse Frauen, die sich geliebt glauben und drum praktisch alles mitmachen, was ihnen aufgetragen wird. Und das ist meistens essen, essen und nochmals essen. Wo es nötig ist, darfs auch mal Fett pur mit dem Schlauch eingeführt sein.
DVD-Rating
*Wäh*, war der erste Gedanke, als der Trailer über den Bildschirm lief. Denn Feed ist so gar nicht Genretypisch und bringt mit wirklich ekligen Szenen den Zuschauer in die Bredouille. Wegschauen und sich drüber aufregen? Oder erstaunlicherweise fasziniert hingucken und den Kopf schütteln. Ist so was überhaupt möglich? Gibt es "Feeder", die ihre Frauen so mästen und sich dann den erotischen Kick holen? Wenn man die ersten Sekunden von Feed guckt, muss man das annehmen, denn der Film basiert auf wahren Hintergründen. Sagen sie wenigstens.
Die Geschichte geht gut voran, die Schnitte sind schnell und wirken drum manchmal ein wenig hektisch und unübersichtlich, was aber dem Film einen guten Stil verleiht. Mehr als einmal wird man an Seven erinnert und das würde ich jetzt mal als gutes Zeichen werten. Erstaunlicherweise schafft es Feed sogar, dann interessant zu bleiben, wenn der psychopatische Täter mit Muttikomplex bekannt wird und man als Zuschauer weiss, mit wem man es zu tun hat. Nein, die Geschichte zieht weiter schön an und läuft auf einen Showdown hinaus, der sich durchaus sehen lassen kann, auch wenn die Anblicke nicht gerade zum anschliessenden Nachtessen einladen. Auch der Clou am Filmende fand ich persönlich extrem gruslig und darum umso gelungener.
Die Schauspieler, allesamt aus Australien, dürften dem einen oder anderen in irgendeiner Form bekannt vorkommen. Die meisten haben sich durch Nebenrollen in Filmen einen einigermassen bekannten Namen gemacht. Da aber der eigentliche Star des Filmes fehlt, wird glücklicherweise mehr Wert auf Story und deren Ablauf gelegt, was dem Film extrem gut tut. Ausserdem hat man mit dem Gespann Alex O'Loughlin und Patrick Thompson einen Glücksgriff getätigt. Beide sind problembeladene Häufchen, von denen man zwischendurch nicht mehr klar sieht, wer denn nun auf welcher Seite steht. Das Gute und das Kranke vermischen sich und das zeigt Feed in mehreren Szenen höchst eindrucksvoll und visuell gelungen.
Fazit: Feed ist ein dreckiger, übler und unappetitlicher Film, der dem Zuschauer teilweise recht auf den Bauch schlägt und das soeben eingeworfene Popcorn fast im Hals stecken lässt. Dazu kommt eine schonungslos offene Geschichte mit starken Darstellern und einem Fetisch, von dem man kaum glauben kann, dass er wirklich existiert. Ein ganz starkes Stück Film, das zeigt, dass nicht nur Amerikaner ekliges Zeugs machen können.
Die DVD hat ein paar kurze Extras zu bieten, wie ein Interview mit dem Regisseur, ein paar lustige Szenen aus dem Background und eine Reportage über die Herstellung des Fatsuits und dessen Anpassung an die Schauspielerin, die zwischendurch immer mal wieder dumme Sprüche ablässt und somit die Crew zum lachen bringt. Eine schöne Slideshow und ein paar Trailers runden die Sache ab.
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4.6 Sterne (14 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 17.11.2003
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (Surround 2.0), Englisch (Dolby 5.1), Englisch (Surround 2.0)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Behind the Scenes, Fun behind the Scenes, Interview mit Regisseur, Originaltrailer, Slideshow


