O Fatalista (2005)
O Fatalista (2005)
Oder: Love hurts
Ein Fahrer namens Tiago und sein Chef sind mit dem Auto auf Portugals Strassen unterwegs, ihr Ziel bleibt unbekannt. Wer von diesem Duo aber, der Hierarchie zum Trotz, wirklich das sagen hat, wird schnell klar. Es spricht und bestimmt nämlich vor allem Tiago, und das kommt nicht von ungefähr. Als Kind hat man ihm eine Art Maulkorb verpasst, damit er nicht zuviel spricht, und nun hat er halt noch einiges nachzuholen. Wobei auch ihm von Zeit zu Zeit die Stimme versagt, doch darüber wundert er sich nicht, schliesslich sei, glaubt er, alles was die Menschen so tun und lassen "dort oben" festgeschrieben.
Um sich die Zeit zu vertreiben, erzählen sich der Fatalist und sein Patron von ihren vergangenen Liebesabenteuern. Genau diese Geschichten sind in der Folge das Zentrum der Handlung und die paar skurrilen Begebenheiten, die sie sonst noch erleben, sind an sich bloss Unterbrechungen. Als sie auf eine Wirtin treffen, die ebenfalls eine spannende Geschichte auf Lager hat, wird die Nacht plötzlich zur Lehrstunde über Liebe, Betrug und Intrige.
Kinofilm-Rating
O Fatalista ist in mehrerer Hinsicht unkonventionell. Zum einen ist da dieser Erzähler, der immer mal wieder den Zuschauer direkt anspricht, ihn Dinge fragt und ihn gar um Erlaubnis bittet, schlüpfrige Wörter benutzen zu dürfen. Auch der Schluss stellt sich als ungewohnt, wenn auch nicht besonders gelungen heraus. Und vor allem der ganz eigene Sound des Portugiesischen sorgt dafür, dass dieser Film einen etwas anderen Flow hat, als das, was man sonst so im Kino vorgesetzt bekommt.
Einige Dialoge und Szenen haben manchmal einen skurrilen Touch, so etwa der Autounfall zu Beginn des Films: Tiago hilft zwar der Frau aus dem Auto, leider ist ihr Rock dabei aber etwas gar weit hochgerutscht. Tiago findet nun, dass der Irgendjemand da oben, diesen Autounfall "geschrieben" hat, damit er die schönen Beine und den prallen Arsch der Frau bewundern und betatschen kann. Beleidigt jagen die Unbekannte und ihr Mann Tiago und seinen Boss zum Teufel, die das aber ganz amüsant finden.
Zwischendurch gerät der Film aber etwas langweilig und befremdend. Vor allem die langen Gespräche und Einstellungen verleihen dem Film eine Langsamkeit, die teilweise nur noch nervt. Die Lovestories allerdings sind ganz unterhaltsam und sind im Prinzip das Herzstück des Films, der folgerichtig zu einem ungewöhnlich grossen Teil aus Rückblenden besteht.
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