Fantastic Four (2005)

Fantastic Four (2005)

Oder: Incredible(s)!

Fantastic Four

"Keine Angst Schatz, wir überleben den Film!"

Warum hat sich auf der Erde intelligentes Leben entwickelt? Dr. Reed Richards (Ioan Gruffudd) will die Antwort in kosmischen Stürmen entdeckt haben. In wenigen Wochen passiert ein solcher kosmischer Sturm die Erde - ausgerechnet nun, als die Regierung ihm sein Budget gestrichen hat. Der historische Flug in den Sturm hätte die Geheimnisse des menschlichen genetischen Codes entschlüsseln sollen. Um dennoch die Experimente durchführen zu können, schliesst Reed sich widerwillig mit seinem College-Rivalen Victor Von Doom (Julian McMahon) zusammen. Der Milliardär betreibt eine eigene Forschungsstation in der Erdatmosphäre...

Fantastic Four

"I'm on fire, Baby!"

So bereiten sie sich am Tag des Ereignisses zu fünft auf die Experimente vor. Neben Reed und Victor sind der Astronaut Ben Grimm (Michael Chiklis), Sue Storm (Jessica Alba) - Von Dooms Wissenschaftlerin für Genetik und Reeds Ex-Freundin - und ihr draufgängerischen Bruder und Pilot Johnny Storm (Chris Evans) an Board. Alles läuft wie geplant - bis Reeds eine Fehlkalkulation in der Sturmgeschwindigkeit entdeckt: Es dauert nicht 9 Stunden bis zum Eintreffen, sondern nur noch wenige Augenblicke. So werden sie der kosmischen Strahlung ungeschützt ausgesetzt - und ihre DNA für immer verändert...

Fantastic Four

Mit der passenden Sonnencreme wär das kaum passiert!

Reed kann seinen Körper fortan nach belieben strecken und dehnen. Sue kann sich durch dehnen des Lichtes unsichtbar machen und Kraftfelder erzeugen. Jonny war schon immer ein heisser - nun kann er sich in Flammen umhüllen und so gar fliegen. Ben wurde am stärksten der Strahlung ausgesetzt - seine gesamten Organe wurden zu Stein. Mit seinem Körpergewicht hat auch seine Kraft extrem zugenommen. So richtig Freude an den Veränderungen kommt aber nur bei Johnny auf - er tauft das Grüppchen "Fantastic Four". Reed als Anführer zu Mr. Fantastic, Sue zur Invisible Woman, Johnny nennt sich selber The Human Torch und Ben ist fortan erhm... einfach nur The Thing.

Fantastic Four

Je grösser die Knarre, ...

Doch auch Victor Von Doom verändert sich. Sein Körper wird metallern und kann grosse Mengen an elektrischer Energie absorbieren und emmitieren. Mit diesen neuen Kräften will er den durch die gescheiterte Mission drohenden Konkurs seiner Firma abwenden. Als Dr. Doom verbreitet er fortan Angst und Schrecken - und wird zum ersten Gegner unserer neuen fantastischen Helden.


Kinofilm-Rating

Der Film hat eine interessante Vorgeschichte. Nicht nur sind die hierzulande kaum bekannten Fantastic Four Comics die erfolgreichsten der Marvel-Comics. Schon seit Jahren wird versucht, ein interessantes Drehbuch für die filmische Umsetzung zu finden. Um die früh erworbenen Filmrechte behalten zu können, hat die produzierende Firma Constantin Film 1994 die Geschichte sogar als Trash-Movie verfilmt. Diese Low Budget Version wurde nie veröffentlicht, weder im Kino noch auf VHS/DVD. Es kursiert aber ein unautorisiertes und dementsprechend gefragtes, kultiges Bootleg mit schlechten Schauspielern und grauenhaften Special-Effects.

Inzwischen sind einige Jahre vergangen, die CGI-Technik fortgeschrittener - und die Welt scheinbar bereit für "four times the fun". Der Spass bleibt leider aber grösstenteils auf der Strecke. Die Charaktere sind plump und stereotypisch. Die Handlung ist simpel gestrickt und hilft daher kaum, sich mit den Figuren anzufreunden. Die Special-Effects sind zwar mehrheitlich OK, weisen aber vereinzelt deutliche Schwächen (Dr. Fantastic) auf - von fantastisch keine Spur.

Spannung kommt nie richtig auf. Der Böse ist gar nicht richtig böse, kaum einer hätte tatsächlich Angst vor ihm. Kein Wunder, ist sein einziges Ziel während des ganzen Filmes, die vier Guten zu eliminieren. Und da man als gemeinen Kinobesucher kaum Gefühle für die vier Helden entwickeln kann, wäre man auch nicht sonderlich betrübt würde das Böse für einmal gewinnen... Dazu kommt's natürlich nicht, der Showdown bleibt entsprechend unspektakulär.

Okay, man kann argumentieren, dass sich die Macher eben an die Comics halten musste. Mag sein. Aber allein aus einem 40-seitigen ersten Heftli macht man eben nun mal kein Kinofilm, da passiert schlichtweg zu wenig. Um wenigstens ein bisschen "Dramatik" vorzuspielen, werden durch plötzliche und entsprechend unlogische Handlungswendungen künstliche Spannungsmomente erzeugt: "Fehlkalkulation der Sturmgeschwindigkeit"... natüüüürlich. Das einzige wirkliche Highlight bleibt so die Feuerwehrauto-Szene auf der Brücke. Schade. Ansatzweise sind zwei der Helden sogar richtig cool. The Human Torch und The Thing (übrigens kein CGI!) vermögen das Schlimmste zu verhindern. Bei diesen Beiden kann man immerhin ihre Beweggründe und Freude erkennen, was beim Rest leider kaum möglich ist.

Schade, denn die Helden hätten tatsächlich interessantes Potenzial. Sie sind greifbare, echte Supermenschen, kein Batman oder Spider-Man, die sich tagsüber hinter einer zweiten Existenz verstecken müssen. Dieser Charme, der die Comics in den USA so erfolgreich machte, geht leider beim Film verloren. Heutige Kinozuschauer, die die Comics nicht kennen, werden gar das Gefühl haben, die Figuren seien aus diversen anderen Filmen (Hulk, The Incredibles, Hollow Man, ...) zusammengeklaut - dem ist aber nicht so. Vielleicht hätte man tatsächlich einfach die 1994er Version damals veröffentlichen sollen?

3.3 Sterne
3.3 Sterne (137 Bewertungen) | 49 Kommentare

2.0 Sterne2 von 0.0-6.0
11.07.2005 / th