Elizabethtown (2005)
Elizabethtown (2005)
Oder: Legolas bleib bei deinen Leisten
Wenn Drew (Orlando Bloom) schon scheitert, dann richtig. Sein vermeintlich revolutionäres Schuhmodell, in dessen Entwicklung er acht Jahre investiert hat, ist ein Riesenflopp und wird die Firma 972 Millionen Dollar kosten. Schon auf der Reise per Heli ins Firmenzentrum, kündet sich daher an, was unvermeidlich ist. Beim Aussteigen warnt ihn der Pilot vor den bedrohlich surrenden Rotorblättern: "Pass auf deinen Kopf auf!". Und der Kopf, der rollt tatsächlich, denn so ist das Business nun einmal. Entweder du bist erfolgreich oder das Spiel ist aus.
Drew, der ausschliesslich für seine Arbeit gelebt hat, versucht sich auf unkonventionelle Art umzubringen, wird aber von einem Anruf seiner Schwester unterbrochen. Ihr Vater sei gestorben, erzählt sie ihm. Nun hat er endgültig andere Probleme, als seinen Suizid zu planen, denn er soll sich um das Begräbnis seines Vaters im fernen Kentucky kümmern. Auf dem Weg ins ländliche Elizabethtown, wo seine ganze Verwandtschaft wohnt, lernt er die hübsche und überaus gesprächige Stewardess Claire (Kirsten Dunst) kennen, an der aber nicht sonderlich interessiert ist. Das soll sich im Laufe der Geschichte jedoch ändern, ihre Nummer hat er ja zum Glück.
Kinofilm-Rating
Elizabethtown ist Hollywood-Gefühlskino vom Feinsten. Dass es aber nicht allzu plump daher kommt, dafür sorgt in erster Linie der feine Humor, der hie und da zum Vorschein kommt. Wenn sich Buck und Drew im Morgenmantel auf dem Hotelflur begegnen und sogleich über Leben und Tod philosophieren, ist das einfach urkomisch. Der Höhepunkt in dieser Hinsicht ist aber Susan Sarandon als gestresste Witwe. Plötzlich mutiert diese nämlich zum Stand-up-Comedian, und das erst recht noch an der Beerdigung ihres Mannes.
Den zweiten grossen Pluspunkt fährt Regisseur Cameron Crowe - wie schon bei Almost Famous - mit der wunderschön passenden Musik, die wohl ausreichen würde, um drei Soundtracks zu füllen, ein. Sogar die Schauplatzwechsel zwischen Stadt und Land macht diese mit und ist somit essentiell für die Atmosphäre des Films.
Leider hat der Film auch seine Schwächen. Wenn Drew in Rage aufs Lenkrad seines Autos poltert und immerwährend "Did I miss 60B" schreit, ist das bloss noch peinlich. Nicht besser ist sein Selbstmordversuch, schlecht gespielt und lächerlich in der Ausführung.
Bei allem Liebeskitsch ist Elizabethtown ein sehenswerter Film. Kirsten Dunst fällt es leicht, das naive Plappermaul zu mimen und Bloom wirkt nach verhaltenem Beginn zumindest besser als auch schon. Es lohnt sich also, einen Blick reinzuwerfen, nur schon, um in Sachen Schuhmode auf dem neusten Stand zu sein.
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4.0 Sterne (71 Bewertungen) | 16 Kommentare



