Edison (2005)

Edison (2005)

Oder: Cry me a River

Edison

the one-eyed Tanzfüdli

In der amerikanischen Grossstadt Edison ist die Rate der Verbrechen erfreulich niedrig. Hauptsächlich dafür verantwortlich ist eine Spezialeinheit der Polizei. "First Assault, Response and Tactical", kurz F.R.A.T. genannt, ist eine Gruppe von Cops, die den Dealern, Mördern und Verbrechern das Handwerk legt und dabei deren Beuten grad selber beschlagnahmt und diese für politische Aktionen und für eine vermeintlich sichere Stadt einsetzt.

Die Cops Lazeroy (Dylan McDermott) und Raphael Deed (LL Cool J) erschiessen bei einer Drogenrazzia einen Dealer und vertuschen die Aktion so, dass ein Unschuldiger hinter Gitter kommt. Diese Alternative stellt sich für den vermeintlichen Mörder als akzeptabel heraus, wofür er auch bei der Gerichtsverhandlung dem vorbeilaufenden und eben die Aussage zu Protokoll gebrachten Deed ein leises "Thank you" flüstert. Im Zuschauerraum sitzt aber jemand, der das gehört hat und sich jetzt anfängt, Gedanken über das wieso und warum zu machen. Der aufstrebende Journalist Joshua Pollack (Justin Timberlake).

Edison

ma'kuckn

Dieser junge Hotshot fängt an zu recherchieren und will im Blatt seines Mentors Ashford (Morgan Freeman) den Bericht veröffentlichen. Dieser rät ihm aber, erstmal richtige Beweise zu finden und so fängt Pollack an, im Dreck zu wühlen. Je mehr er rausfindet, desto unruhiger wird die Jungs von F.R.A.T. Sie beschliessen, dem Jungspund eine Lektion zu erteilen.

Über all dem wacht der Star-Ermittler Wallace (Kevin Spacey), der schon lange darauf wartet, diese Fraktion der Polizei vor Gericht zu zerren und somit unschädlich zu machen. In Person des jungen Pollack und seinen Ermittlungen, sieht er diese Chance endgültig gekommen. Doch Pollack ist seines Lebens nicht mehr sicher, denn inzwischen ist ihm ein ganzes Team Polizisten auf den Fersen. Und die sind wild entschlossen, diesen Schnüffler zu eliminieren.


DVD-Rating

Ein Regisseur, den ich nicht kenne. Eine Story, die vielversprechend klingt und ein Cast, der sich durchaus sehen lassen kann. Und Justin Timberlake? Die Hüpfdohle von *NSYNC und Dauerfreund von Cameron Diaz in einem Film, der sich nicht um pubertierende Mädchen und deren erste Liebe dreht? Ja Hallo, sollte dem Jungen wirklich ein guter Einstieg ins Filmbusiness gelingen? Oder würde ich mich kaputtlachen, sobald er den Mund aufmacht?

Edison reiht sich in die interessante Reihe von gut gemachten Cop-Movies, wie Dark Blue oder Narc. Nicht ganz so düster und deprimierend, aber spannend im Grundsatz und mit sehr guten Darstellern. Und da rechne ich den Mädchenschwarm Timberlake dazu. Die Tatsache, dass er nicht alleine diesen Film tragen muss und sich mit Oscar Preisträgern (Kevin Spacey, Morgan Freeman) Verstärkung geholt hat, verleiht dem Film ein schönes Stück Glaubwürdigkeit. Die eigentliche Überraschung waren aber LL Cool J, der nach Mindhunters wieder eine tolle Rolle spielt und sein versiffter und leicht durchgedrehter Partner Dylan McDermott, den man eventuell noch als romantisches Gesicht aus Steel Magnolias oder als gut rasierter Anwalt aus The Practice kennt. Tolle Sache.

Die Geschichte ist anfänglich ein wenig konfus. Wie läuft das hier ab, worum gehts überhaupt und sind die Bösen (F.R.A.T.) nicht eigentlich auch ein bisschen die Guten? Wenn dann aber die Wühlerei des Journis losgeht, die Action anfängt Gas zu geben und die Spannung anzieht, dann kann man sich beruhigt zurück lehnen und einen wirklich guten und packenden Film schauen, der zwar teilweise ein wenig mit der Logik zu kämpfen hat, aber sonst echt zu gefallen weiss.

Fazit: Edison ist einer dieser Filme, die man ohne weiteres auch im Kino hätte bringen können. Denn er ist spannend, packend und actionreich. Ausserdem gut gespielt und auch Justin Timberlake fällt da nicht gross ab, auch wenn er bei seiner Flamme wohl noch etwas Nachhilfe holen könnte. Die einzelnen Goofs fallen nicht gross ins Gewicht und wenn die Oscar-Männer auf dem Bildschirm erscheinen und zeigen, was sie drauf haben, dann haben auch die etwas Intellektuelleren ihre Freude.

Als Extras auf der DVD gibt es leider nur ein kurzes Making-of, in dem die Darsteller ihre Rollen und die Geschichte erklären. Dazu gibts diverser Trailer, unter anderem auch vom Überknaller Submerged.

3.2 Sterne 1.5 Sterne
3.2 Sterne (13 Bewertungen) | 11 Kommentare

4.54.5
08.01.2006 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 14.12.2005

  • Bildformat: 1:2.35
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Making of, Trailer, Trailershow