Domino (2005)

Domino (2005)

Oder: Emanzipation für Fortgeschrittene

Domino

American Woman

Domino Harvey (Keira Knightley) ist anders. Obwohl die Tochter eines Filmschauspielers und eines Models ein Leben in Saus und Braus führen könnte, zieht sie es vor, überall anzuecken. Statt wie andere Mädchen in ihrem Jahrgang auf Prüfungen zu lernen, trainiert sie lieber mit Messern, Pistolen und anderen Waffen. Als sie zufällig über ein Zeitungsinserat des Kautionsbürgen Claremont Williams (Delroy Lindo) stolpert, erkennt sie, wohin sie ihr Leben steuern möchte.

Domino

Jesus? Bist du's?

An der Veranstaltung von Williams trifft sie auf Ed Moseby (Mickey Rourke) und seinen Kumpel Choco (Edgar Ramirez). Die beiden verdienen ihren Lebensunterhalt als Bounty Hunter (dt. Kopfgeldjäger). Nach einem sehr überzeugenden "Bewerbungsgespräch", bei der ein Messer durch eine Autoscheibe fliegt, nimmt Ed sie unter seine Fittiche. Sehr schnell begreift Domino, wie sie ihre Weiblichkeit am besten nutzen kann. Sie steigt sehr schnell auf und hat bald einen hohen Bekanntheitsgrad. Dies bemerkt auch der TV-Produzent Mark Heiss (Christopher Walken). Er will mit den drei Bounty Huntern eine Reality-Show auf die Beine stellen.

Doch der Himmel verdunkelt sich über dem sonnigen Leben der drei. Als Claremont Williams ein gefährliches Spiel mit der Mafia und einem Casinochef zu treiben beginnt, reisst er seine Bounty Hunter ebenfalls in das Spiel aus Verrat, Misstrauen und Korruption, aus welchem es kein Entkommen zu geben scheint.


DVD-Rating

Keira Knightley ist uns allen bestens bekannt als Elizabeth Swann in den Pirates-Filmen. Dass das Mädchen jedoch bald genug von ihrem Image als Märchenprinzessin hatte, war abzusehen. Nach ihrem ersten Auftritt als Amazone in King Arthur wollte sie mehr. Auf der Suche nach einer noch tougheren Rolle traf sie auf das Drehbuch von Domino. Der Film erzählt die teils wahre Geschichte einer Frau, die gegen alles und jeden rebelliert hatte und ihr Geld als knüppelharte Kopfgeldjägerin verdiente. Dumm nur, dass man der hübschen und zierlichen Knightley die harte Kämpferin nicht ganz abnimmt.

Für das Drehbuch zeigte sich niemand Geringeres als Richard Kelly verantwortlich. Dieser machte sich 2001 einen Namen mit dem Kultfilm Donnie Darko. Dort hatte man eine überaus komplizierte Geschichte, über die man jedoch sehr gern diskutierte, da sie nicht komplett aufgelöst wurde. Auch hier hat es Kelly mit Verwirrung versucht. Er stopft seine Story voll mit zu vielen Figuren, viel zu vielen Handlungssträngen und einer Nebenhandlung mit Medienkritik.Durch dieses "zu viel" entsteht Verwirrung. Zusätzlich gibt es noch die Bildspielereien von Herrn Tony Scott zu bestaunen, die eher verwirrend wirken als etwas anderes - Man on Fire lässt grüssen.

Bei der Darstellerriege lässt sich neben Knightley noch ein perfekt gecasteter Mickey Rourke finden. Ihm nimmt man diesen harten Kerl voll ab, und es ist eine Freude, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Die anderen Figuren, wie der von Edgar Ramirez gespielte Chocos, sind nur 08/15-Figuren mit ihren 08/15-Problemen.

Domino ist zu vollgepackt. Der Actionfanatiker wird definitiv der komplizierten Story nicht folgen können und dem anspruchsvollen Kinogeniesser ist das ganze zu brutal. Wer der verzwickten Story folgen kann, erlebt zwar Wendungen am Laufmeter, aber irgendwann veliert man das Interesse an dem bunten Treiben. Dieses Werk ist weder Fisch noch Fleisch. So bleiben eher einzelne Szenen in Erinnerung als das Gesamtwerk.

Zur DVD: Obwohl das Bild in einigen Szenen arg verfremdet wurde, ist es auf der DVD die ganze Zeit scharf. Ebenfalls ein dickes Lob darf sich der Ton einholen. Wenn die Bounty Hunter loslegen, dann wackelt das Wohnzimmer. Spätestens beim Showdown in Vegas werden die Nachbarn aus dem Bettchen fallen. Die deutsche DTS-Fassung ist am stärksten, doch auch O-Ton-Fans werden nicht enttäuscht sein. Als Extras werden Interviews, Blicke hinter die Kulissen, Darstellerinfos und eine Doku über das Leben der echten Domino Harvey geboten. Letzteres ist sehr informativ, und es kommen viele Leute zu Wort, die der im Juni 2005 verstorbenen Frau ihre Ehre erweisen.

3.7 Sterne 4.6 Sterne
3.7 Sterne (46 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
07.09.2009 / crs


DVD-Infos

DVD erschienen am 22.06.2006

  • Bildformat: 1:2.35 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Deutsch (DTS)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Domino Harveys Leben; Blick hinter die Kulissen; Interviews; Darstellerinfos; Der besondere Filmtipp