Deuce Bigalow: European Gigolo (2005)

Deuce Bigalow: European Gigolo (2005)

Oder: Müll wird auch bekifft nicht besser

Deuce Bigalow: European Gigolo

Lümmel im Gesicht?

Das Business mit der käuflichen Liebe scheint nun doch nicht das Richtige für Deuce Bigalow (Rob Schneider) zu sein. Er will sich zur Ruhe setzen. Nachdem seine Frau bei einem Haiangriff umgekommen ist, trägt er zur Erinnerung immer ihr künstliches Bein mit sich rum und versucht so, über den Verlust weg zu kommen. Als ihn eines Tages sein alter Kumpel T.J. (Eddie Griffin) aus Amsterdam kontaktiert, wird unsere Man-Whore aus der Lethargie gerissen und macht sich auf den Weg nach Europa.

Dort geht ein Killer um. Ein Mörder aller männlichen Prostituierten. Als auch der Star der Szene, Heinz Hummer (Til Schweiger), der Mann mit dem Riesenwürstchen, ermordet und TJ des Mordes verdächtigt wird, muss Deuce seine alten Eigenschaften wieder reaktivieren und in der Gesellschaft der Gigolos nach dem Mörder suchen.

Deuce Bigalow: European Gigolo

*schlürf*

Bis zur finalen Auflösung trifft unser amerikanischer Freund auf so manche Laune der Natur. Wie zum Beispiel einer Riesenfrau, einer Dame mit Glied im Gesicht (was da beim niesen passiert, kann sich jeder selber ausmalen), einer Frau mit Raucherloch im Hals und Frau Segelohr. Doch nebst all diesen Freaks und den dazugehörigen Witzen über diese Randgruppen, trifft Deuce auch Eva (Hanna Verboom), die zwar an zahlreichen Zwangsneurosen leidet, aber doch noch die Normalste ist, mit denen sich Deuce umgeben kann.


DVD-Rating

Rob Schneider hat einen guten Kumpel namens Adam Sandler. Der verhilft dem Untalent regelmässig bei der Finanzierung blöder Kinofilme und die beiden treten ebenso oft in den Filmen des Kollegen auf. Der grosse Unterschied zwischen den beiden ist eigentlich nur der Fakt, dass Adam Sandler sogar ein bisschen mehr kann als dumm rumkaspern und seine Filme (darum) an den Kinokassen viel erfolgreicher sind. 1999 versuchte man sich also an Deuce Bigalow und obwohl die Kritiker kaum ein gutes Haar am Film gelassen haben, machte man dennoch einigen Profit damit. Drum kommt jetzt Deuce Bigalow 2, der uns ins schöne und sündenfreie Amsterdam führt.

Die meisten der extrem tief angelegten Witze kennt man bereits aus dem ersten Teil. Da ist ein Gigolo, der eigentlich allen bekannten Schönheitsnormen widerspricht, und der trifft auf hoffnungslose und meist mit irgendeinem Handicap ausgestatteten Frauen, denen er im Bett zwar kaum Paroli bieten kann, die er aber durch Zuneigung und Verständnis auf die richtige Bahn bringt. Das ist genau zweimal lustig, dann wirds mühsam. Vor allem, wenn, wie leider in Deuce Bigalow 2, darunter ein Glied im Gesicht, ein Raucherloch am Hals und sonstige Ekligkeiten zu sehen sind.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Keine Frage, Rob Schneider kann durchaus lustig sein. Das hat er in seiner frühen TV-Karriere bewiesen. Was hier aber geboten wird, ist A) unter aller Sau und B) einfach nicht lustig. Nicht lustig. Nicht lustig. Nicht einmal grinsemässig lustig. Pipi-Kacka-Witzchen am Laufband, eine Handlung die so vorhersehbar ist, wie die Tatsache, dass der "Coffeeshop" in Holland nicht dem üblichen Kaffeeladen entspricht und Schauspieler, die diesen Begriff eigentlich nicht verdienen.

Die Hauptfigur ist also Müll. Die Nebencharaktere sind leider noch mülliger, allen voran Til Schweiger, über dessen Mittun man sich durchaus wundern darf. Scharf auf Kohle? Lust auf Amsterdam? Man weiss es nicht. Einzig (und wirklich einzig) Eddie Griffin bringt einigermassen eine ansprechende Leistung, wobei auch er mit seinem Geschnatter schon nach wenigen Minuten die Schmerzgrenze erreicht hat.

Fazit: Deuce Bigalow 2 ist schlimm. Ganz arg. Der Film bewegt sich auf dem Niveau des tragischen White Chicks. Zu lachen gibts gar nichts, sofern man sich nicht vorher durch den Biervorrat getrunken oder die Hanfplantage abgeraucht hat. Aber auch dann bezweifle ich, dass der Film einen grossen Unterhaltungswert hat. *Brrrr*, solche Filme sollten weggeschlossen werden.

Das ausführliche Making-of mit schönen Bildern aus Amsterdam ist so lang geworden, dass man es in zwei Teile aufgespalten hat. Zu sehen gibts viel Spass am Drehort, dumme Sprüche der Schauspieler und Kommentare zum Film. Schön, dass die Jungs es wenigstens lustig hatten, am Drehort. Einem Casting für die Rolle als Putzfrau, die mit ihren Möpsen die Scheibe reinigt, kann man auch beiwohnen. Auch das coole Pimp-Schiff wird näher unter die Lupe genommen. So MTV-Style. Wenn man selber eine Man-Whore werden möchte, sollte man die Geheimsprache der Jungs kapieren. Ein Feature zu diesem Thema ist für alle potenziellen Kandidaten vorgesehen. Oder wisst ihr, was ein "portugiesisches Frühstück" ist? Ebenso gibt es kurze Spots für die armen Jungs, die mit ihrem Körper Geld machen. Ein Special über den Film, der auf dem US-Sender "Comedy Central" gelaufen ist und den Amerikanern die Sündenstadt Amsterdam näher bringen soll, darf natürlich nicht fehlen. Ebensowenig wie zwei zusätzliche Szenen und eine Trailershow. Quantitativ also durchaus akzeptabel, die Ausstattung dieser DVD. Leider ist deren Inhalt nur selten einigermassen interessant.

1.7 Sterne 2.0 Sterne
1.7 Sterne (28 Bewertungen) | 1 Kommentar

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28.03.2006 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 14.03.2006

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Italienisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch
  • Extras: Making-of, Casting, TJs Float Crib, If you want to be a Man-Whore, Comedy Central Special, Man-Ho 101, Deleted Scenes, Trailershow