Constantine (2005)
Constantine (2005)
Oder: Auf Teufel komm raus!
Exorzieren ist Knochenarbeit - die Dämonen wollen ihre Besessenen nie freiwillig verlassen. Doch dies stört John Constantine (Keanu Reeves) nicht im geringsten, er kennt kein Pardon. Er sei der Beste, sagt man. Seine Gabe ist ihm angeboren, er kann Engel und Dämonen erkennen - und von beiden hats zur Genüge unter uns, für die meisten anderen nicht erkennbar. Diese Gabe hat Constantine in jungen Jahren zum Selbstmord getrieben. Gegen seinen Willen wiederbelebt, muss er sich jetzt erneut unter den Lebenden behaupten. Er kennt beide Seiten, Himmel und Hölle, und bei beiden ist er in Ungnade gefallen: Selbstmord ist eine Sünde und wird mit schmoren in der Hölle bestraft.
Luzifer hingegen sieht sich von Constantine in seinen Plänen gestört. In einschlägigen Kreisen wird gar gemunkelt, "Lu" hole sich Constantines Seele persönlich ab, sollte es dann mal soweit sein. Und dieser Zeitpunkt ist sehr nah: Constantine ist an Lungenkrebs erkrankt. Verzweifelt versucht er deshalb, sich durch bekriegen des Bösen wieder in Gottes Gnade einzukaufen - die Hölle hat er bereits gesehen, dorthin zurück will er auf keinen Fall!
Doch seine Versuche werden von beiden Seiten verhöhnt. Während Luzifers Gehilfe Balthazar (Gavin McGregor Rossdale) Constantines Exorzismen belächelt, spottet Engel Gabriel (Tilda Swinton): "you're fucked!". Constantine kennt die Sprüche und zieht gelassen weiter an seinen Zigaretten, während er an der Schnapsflasche nuckelt...
Als aber die skeptische Polizeidetektivin Angela Dodson (Rachel Weisz) auf Constantine aufmerksam wird, offenbart sich ihm langsam aber sicher ein äusserst teuflischer Plan der Unterwelt. Der Speer des Schicksals, Dämonen, Engelchen und Bengelchen, aber auch Angela scheinen eine zentrale Rolle zu spielen. Das Mächtegleichgewicht zwischen Himmel und Hölle ist bedroht!
DVD-Rating
Um es gleich vorweg zu nehmen: Hellblazer bzw. John Constantine war mir bis zur Filmankündigung kein Begriff. Ehrlicherweise war der Gedanke eher, oh Mann, schon wieder eine Comicverfilmung. Haben wir nicht schon genug The Punisher, Hellboy, Spinnenmenschen und andere Superhelden gesehen? Nein, haben wir nicht. Constantine gehört definitv zum Besten, was ich in letzter Zeit in diesem Genre gesehen habe. Diese irgendwie merkwürdige, aber atmosphärisch kompakte Mischung aus Buffy, Charmed, The Exorcist und End of Days ist wahrlich eine spassige und äusserst kurzweilige Angelegenheit.
Keanu Reeves, der mir mit seinem prophetischen Gehabe in den letzten beiden Matrix-Folgen ziemlich auf den Keks gegangen ist, mimt den wenig vorbildhaften, kettenrauchenden Dämonenaustreiber treffend cool und mit der genau richtigen leck-mich-am-Arsch-Dosierung. Es ist insbesondere sein Charaker, der dem Film die richtige Würze verleiht, denn gesehen hat man das alles auf die eine oder andere Weise alles sowieso schon. Aber die Verpackung macht's und die ist in der Tat äusserst gelungen. Griffig, zynisch und grad gar nicht gottesfürchtig greift Constantine einen teuflisch-himmlischen Balanceakt auf. Um den Antihelden gesellen sich allerlei abstruse Personen wie seine Helfer, höhere Mächte (einfach zauberhaft als Erzengel: Tilda Swinton) oder ein weiblicher Cop mit besonderen Fähigkeiten (Rachel Weisz (vielleicht der Schwachpunkt des Films?).
Die Effekte sind gelungen (die Hölle, als Paralleluniversum, sieht so richtig erdverbunden aus) und Regisseur Francis Lawrence vermeidet tunlichst den Fehler, einem Finale entgegenzuschlittern, das immer mehr und noch grössere CGI-Monster und Dämonen auf die Leinwand wirft. Nein, eigentlich ist das Ende teuflisch gut und rundet den Film als Ganzes durchaus angenehm, wenn man denn so sagen darf, ab. Constantine ist eine wohltuende Filmüberraschung und bringt frischen Wind ins angestaubte, aber immer noch boomende Comic-Genre. Fazit: sehr empfohlen!
Extras: Warner bringt den Film als 2-DVD-Set auf den Markt. Geboten wird dabei einiges, vor allem im Produktionsbereich, wobei die Spezialeffekte natürlich einen entsprechend grossen Teil einnehmen. Im ersten Segment wird auch der etwas weniger Comicbewanderte aufgeklärt (huch, John Constantine ist blond?!). Durchaus interessant, weil mit einem Kommentar vom Regisseur versehen, sind die zahlreichen deleted scenes, die zum grössten Teil dem Film mehr geschadet als genützt hätten (wie so oft). Leider hat sich mit dieser DVD vorerst auch mein "guter" DVD-Player verabschiedet *geldzähl*, so dass jedwede Ton- oder Bildkritik wenig aussagekräftig wäre.
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4.2 Sterne (153 Bewertungen) | 8 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 10.06.2005
- Bildformat: 2.40:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Hebräisch, Isländisch (D & E für Hörgeschädigte)
- Extras: Disc 1: Audiokommentare von Regisseur, Produzent, Autor; Videoclip; 2 Trailer. Disc 2: Constantines Entstehung; Die Produktion aus der Hölle; Die Darstellung der Unterwelt; Constantines Sicht des Universums; Blick in die Zukunft: Die Macht der Prävisualisierung; nicht verwendete Szenen (mit optionalem Kommentar); Demoversion PC-Spiel.





