The Constant Gardener (2005)
Der ewige Gärtner
The Constant Gardener (2005) Der ewige Gärtner
Oder: Der Schnüffler ist diesmal der Gärtner
Kenia ist ein gefährliches Land. Das weiss auch Tessa (Rachel Weisz) eigentlich nur zu gut. Schon seit längerem hilft sie in Kibera, Nairobis gigantischem Slum, den Ärmsten der Armen. Die engagierte und vor Energie nur so strotzende Frau folgte ihrem Mann, als dieser nach Afrika beordert wurde. Der Diplomat Justin (Ralph Fiennes) ist das pure Gegenteil von ihr, wenn möglich meidet er Konfrontationen und Probleme und kümmert sich am liebsten um seinen Garten. In seiner Passivität und Reserviertheit gefangen, bekommt er gar nicht mit, was Tessa in letzter Zeit dermassen beschäftigt. Sie verbringt Tag und Nacht damit zu arbeiten und zu forschen.
Doch dies ändert sich schlagartig. Tessa wurde auf einem ihrer Trips auf brutalste Art und Weise ermordet. Von ihrem Begleiter und besten Freund, dem kenyanischen Arzt Arnold Bluhm (Herbert Kounde), fehlt jedoch jede Spur. Verwirrt ob der Gerüchte von der Untreue seiner Frau und den mysteriösen Ereignissen in Zusammenhang mit dem Medikament Dypraxa, nimmt Justin die jüngste Vergangenheit Tessas etwas genauer unter die Lupe. Er kommt so nicht nur der Wahrheit über den schrecklichen Mord näher, sondern lernt auch Seiten an Tessa kennen, die sie bis anhin vor ihm versteckt hielt. Doch seine Nachforschungen bringen ihn in grössere Gefahr, als er ahnt.
Kinofilm-Rating
Bisher sind die meisten John Le Carré-Verfilmungen den Romanvorlagen nicht gerecht geworden und kläglich gescheitert. Der Brasilianer Fernando Meireilles, der mit Cidade de Deus, einem Drama über die Favelas von Rio de Janeiro, einen Riesenerfolg feiern konnte, hat sich nun an The Constant Gardener versucht. Und, heureka, diesmal hat's doch tatsächlich geklappt.
Der Film gehört zu den besten in diesem Jahr und ging in Venedig zu Unrecht leer aus. Er besticht vor allem durch die Ästhetik seiner Bilder und durch die extravagante Kameraführung. Diese Spielereien werden allerdings nicht einfach wahllos eingestreut, sondern sind äusserst intelligent und dezent in die Handlung eingebettet. Und diese ist allererste Sahne. Meirelles und seinem Team ist gelungen, die Spannung des Buches eins zu eins auf den Film zu übertragen. Dass man dies nicht damit erreicht, den Roman Abschnitt für Abschnitt in Bilder zu übersetzen, hat das Produktionsteam schnell begriffen und anscheinend soll John Le Carré höchstpersönlich der stärkste Befürworter von Änderungen gewesen sein.
Von den Schauspielern vermag vor allem Ralph Fiennes als Justin zu brillieren. Er spielt den zurückhaltenden, sanften und aufrichtigen Diplomaten bis ins letzte Detail perfekt. Perfekt ist auch die Balance, in der sich Liebesstory und Pharmathriller halten, keine der beiden Haupthandlungen dominiert den Film und beide sind eng ineinander verwoben. Um die Ewignörgler nicht zu enttäuschen hier noch ein klitzekleiner Wermutstropfen: Die opulenten Bilder wirken zusammen mit der Musik teilweise etwas pathetisch und kitschig. Das war's dann aber auch schon.
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4.9 Sterne (96 Bewertungen) | 24 Kommentare



