The Constant Gardener (2005)
Der ewige Gärtner
The Constant Gardener (2005) Der ewige Gärtner
Oder: Pharma, Politik und Humanität unter einem Hut
Kenia ist ein gefährliches Land. Das weiss auch Tessa (Rachel Weisz) eigentlich nur zu gut. Schon seit längerem hilft sie in Kibera, Nairobis gigantischem Slum, den Ärmsten der Armen. Die engagierte und vor Energie nur so strotzende Frau folgte ihrem Mann, als dieser nach Afrika beordert wurde. Der Diplomat Justin (Ralph Fiennes) ist das pure Gegenteil von ihr, wenn möglich meidet er Konfrontationen und Probleme und kümmert sich am liebsten um seinen Garten. In seiner Passivität und Reserviertheit gefangen, bekommt er gar nicht mit, was Tessa in letzter Zeit dermassen beschäftigt. Sie verbringt Tag und Nacht damit zu arbeiten und zu forschen.
Doch dies ändert sich schlagartig. Tessa wurde auf einem ihrer Trips auf brutalste Art und Weise ermordet. Von ihrem Begleiter und besten Freund, dem kenyanischen Arzt Arnold Bluhm (Herbert Kounde), fehlt jedoch jede Spur. Verwirrt ob der Gerüchte von der Untreue seiner Frau und den mysteriösen Ereignissen in Zusammenhang mit dem Medikament Dypraxa, nimmt Justin die jüngste Vergangenheit Tessas etwas genauer unter die Lupe. Er kommt so nicht nur der Wahrheit über den schrecklichen Mord näher, sondern lernt auch Seiten an Tessa kennen, die sie bis anhin vor ihm versteckt hielt. Doch seine Nachforschungen bringen ihn in grössere Gefahr, als er ahnt.
DVD-Rating
Le Carrés Thematik ist gewagt. Rein an ihre Nutzen denkende Pharmafirmen, die von den Regierungen gedeckt und unterstützt werden. Humanitäres Geklüngel um des Prestige Willens. Eigentlich nicht neu, aber doch sehr brisant. Fiktion mit Fakten.
Ralph Fiennes spielt wie fast immer zurückhaltend und dennoch von überzeugender Präsenz. Sein britischer Diplomat seiner Majestät ist ein wohl gezeichnetes Porträt eines gehorsamen und zugedeckten "Angestellten", der seiner Aufgaben bewusst ist und diesen gerecht werden will. Dass er schliesslich daran scheitern muss, liegt nicht nur an der Liebe zu seiner Frau, sondern auch in seiner fehlenden Erkenntnis - oder besser: er erlangt diese zu spät. Der Glaube an Freundschaft und Pflichterfüllung ist grösser als die auftauchenden und bestehenden Zweifel. Als er das schliesslich erkennt, ist es schon zu spät.
The Constant Gardener ist eine eindrückliche Romanverfilmung. Facettenreich, ohne seichtes Herzeigen und mit glaubhaften Charakterdarstellungen versteht es der Brasilianische Regisseur Fernando Mereilles der komplexen Thematik der Buchvorlage von John LeCarré gerecht zu werden. Verwackelte, grobkörnige, manchmal fast nebensächlich gedrehte Bilder sind für derlei Material mit Thrillerambiente im Moment en vogue, das ist auch bei The Constant Gardener nicht anders. Spannende, oft vertrackte zwei Filmstunden sind garantiert, der Kopf sollte hier aber schon bei der Sache bleiben.
Die Extras: Kurz ist es, das Bonusmaterial: die 10minütige Doku in Sachen Le Carré, vom Buch zum Film, und die nicht verwendeten Szenen (leider kommentarlos) sind dabei weitaus interessanter, als die mit vielen Kommentaren unterlegte Behind the Scenes Featurette. Eine der Ausschussszenen begleitet Justin in Kanada und führt noch tiefer in die Machenschaften der Pharmaindustrie. Diese rauszunehmen war wohl wegen des etwas aufgesetzten Endes nötig. Leider sind die Extrasequenzen nicht untertitelt. Trotz der gewollt wackeligen und unscharfen Aufnahmen ist das Bild ausgeprochen gut gelungen. Die Schärfe ist hervorragend. Im Tonbereich ist es vor allem die Musik, die sehr räumlich wirkt und insgesamt auch recht laut abgemischt wurde.
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4.9 Sterne (96 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 27.07.2006
- Bildformat: 1.85:1 (16:9 anamorph)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Nicht verwendete Szenen; Behind the Scenes; John Le Carré: vom Buch zum Film.



