The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe (2005)

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia

The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe (2005) Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia

Oder: Kids-Power

The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe

Hitziger Mr. Tumnus

Als ihr Haus bei einem Luftangriff dem Bombenhagel nur knapp entgeht, beschliesst Mrs. Pevensie (Judy McIntosh) ihre vier Kinder vorübergehend wegzugeben und so in Sicherheit zu bringen. Die kleine Lucy (Georgie Henley), ihre Schwester Susan (Anna Popplewell) und die beiden Brüder Peter (William Moseley) und Edmund (Skandar Keynes) werden in den Zug gesetzt und in ihr neues Zuhause bei Professor Kirke (Jim Broadbent) gebracht.

The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe

Eisgekühlte Hexe

Schon bald nach ihrer Ankunft wird es den Geschwistern im grossen, aber unbelebten Anwesen des Professors schrecklich langweilig. So kommt es, dass sie sich - den Mahnungen und Verboten der strengen Haushälterin Mrs. MacReady (Elizabeth Hawthorne) zum Trotz - die Zeit schliesslich mit einem Versteck-Spiel vertreiben. Dabei entdeckt Nesthäkchen Lucy einen geheimnisvollen Schrank, der in eine wundersam magische Welt führt... Narnia!

The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe

Tolpatschige (aber mutig-angriffige) Pevensie-Kids

Nach und nach finden auch Edmund, Peter und Susan die Weg in den Zauberwelt und geraten dort in einen Strudel aus Abenteuer und Gefahr. In einem Kampf von Gut gegen Böse lernen die Geschwister Freunde aber auch Feinde kennen, müssen brenzlige Situationen meistern und ihre Ausdauer beweisen. An der Seite des mächtigen Löwen Aslan (Stimme von Liam Neeson) im Kampf gegen die grausame weisse Hexe (Tilda Swinton) finden die Geschwister schliesslich nicht nur wieder stärker zu einander, sondern sie akzeptieren auch die bedeutende Rolle, die sie in diesem Krieg spielen...


Kinofilm-Rating

Das Gute zuerst: Kindern dürfte der Film wohl gefallen. Die vier Hauptdarsteller - zwei Mädchen, zwei Jungs, von sehr jung bis Teenager - bieten einem entsprechenden Publikum viele Möglichkeiten zur Identifikation und werden Kinder und Jungendliche deshalb wahrscheinlich besser ansprechen als Erwachsene. Wenn auch manche Szenen - besonders im Kampfgefecht - für das ganz junge Publikum etwas zu beängstigend sein mögen, so wirkt der Film insgesamt doch kindgerecht und hält sich mit Brutaliäten zurück - Obszönitäten und dergleichen müssen überhaupt nicht befürchtet werden. In diesem Sinne steht der Name Disney bei Narnia tatsächlich für Kinder-Kino.

Das Kinderfilme für etwas ältere Kinogänger nicht per se uninteressant sein müssen und auch das reifere Publikum packen und faszinieren können, zeigen Filme wie bspw. Finding Nemo, Harry Potter oder auch Spirited Away. Den Chronicles of Narnia gelingt dies nicht; die "grösste Disney-Produktion aller Zeiten" (Zitat Presseheft) vermag aus Erwachsenensicht nur wenig zu überzeugen und wirkt mit ihren 140 Minuten Spielzeit reichlich lang und träge.

Das liegt zu einem grossen Teil an den Figuren und Charakteren, die irgendwie oberflächlich wirken und für deren Schicksal man sich einfach nicht recht interessieren mag. Während die kleine Lucy - Kulleraugen und rundes Gesichtchen sei Dank - wenigstens noch süss ist und einen Jöööh-Sympathiebonus mit sich trägt, ist der fürsorgliche Peter zwar nett aber fade und Susan mit ihrer Dauerschmolle echt nervig. Edmund, der vierte im Bunde, ist geradezu ein AK (Arschkind, frei nach Michael Mittermeier), das zuerst trötzelt und danach zum Weichei mutiert. Die weisse Hexe beeindruckt mit ihrer unsäglichen Garderobe (da hat Kostümdesignerin Isis Mussenden (Shrek) wahrlich schon kleidsamere Arbeiten geliefert) und die verschiedenen Tiere sind zwar schön, aber sprechende Viecher - wenn real und nicht gezeichnet oder sonst animiert - wirken auf mich einfach befremdlich.

Doch nicht nur den Charakteren, sondern der ganzen Erzählung fehlt eine gewisse Würze, etwas Spezielles, das beim Zuschauen packt und nicht mehr loslässt. Interessant zu wissen wäre es, wie stark sich die Verfilmung von der Buchvorlage von C.S.Lewis unterscheidet; vielleicht sind es ja bei der Adaption gemachte Kürzungen, die dazu führen, dass einem viele Facetten von Narnia verborgen bleiben? (Was ist das für eine Welt? Nach welchen Regeln funktioniert sie? Wie kam die weisse Hexe an die Macht? Woher stammt die Prophezeiung?) Der Film jedenfalls öffnet den Zugang zur magischen Welt von Narnia nur halb.

Regisseur Andrew Adamson, der mit seinen Animationsabenteuern Shrek und Shrek 2 zwei ausgezeichnete Filmarbeiten gemacht hat, enttäuscht mit The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe. Die vielgezogene - wenn auch nicht wirklich nachvollziehbare und für den Film sicher ungünstige - Parallele zur Herr der Ringe-Trilogie ist bei Narnia jedenfalls fehl am Platz; weder die Geschichte noch die Machart (trotz der Mitarbeit von Richard Taylor / WETA Workshop) haben die Qualität der von Peter Jackson verfilmten Tolkien-Trilogie. Schade.

3.6 Sterne
3.6 Sterne (180 Bewertungen) | 150 Kommentare

2.52.5
02.12.2005 / rs